IWF-Länderbericht

09. Mai 2012 03:02; Akt: 09.05.2012 10:42 Print

Schweizer Wirtschaft droht Euro-Sog

Der Internationale Währungsfonds sieht die Schweizer Wirtschaft durch die Euro-Krise bedroht. Bei einer Zuspitzung könnte das Land in eine Rezession geraten.

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Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) könnte die Schweizer Wirtschaft, die momentan noch robust aufgestellt ist, schon bald in eine Rezession abrutschen - wenn sich die aktuellen Probleme in der Euro-Zone weiter verschärfen. Der Schweizer Franken sei leicht überbewertet, hiess es im am Dienstag veröffentlichten IWF-Jahresbericht zur Schweiz weiter. Die Schlussfolgerungen des Berichts decken sich weitgehend mit den Aussagen, welche eine IWF-Delegation am 20. März vor den Medien in Bern gemacht hatte.

Bereits damals hatte der IWF zur Geldpolitik der Nationalbank angemerkt, es gelte nun einen «sanften Ausstieg» aus dem im September eingeführten Euro-Mindeststkurs zu finden. Die Massnahme des Mindestkurses sei eine «angemessene Reaktion» gewesen, heisst es nun auch im Jahresbericht. Der IWF findet es wünschenswert, dass die Schweiz wieder zu einem voll vom Markt bestimmten Kurs zurückkehre.

Dies sollte geschehen, wenn sich die Inflation wieder auf einem normalen Niveau befinde und die Wirtschaft wieder wachse, geht aus dem Länderbericht weiter hervor. Der IWF sieht für die zweite Jahreshälfte ein bescheidenes Wirtschaftswachstum. Für 2012 geht der Währungsfonds von 0,8% und für 2013 von 1,7% Wachstum aus.

Bei ihrem Besuch im März hatte die IWF-Delegation die Schweiz vor einer Immobilienblase gewarnt und die Schweizer Banken aufgefordert, ihr Eigenkapital rasch aufzustocken.

(sda)