Seco korrigiert Prognose

17. September 2019 07:50; Akt: 17.09.2019 08:25 Print

«Die Unsicherheit ist gross»

Noch im Juni hatte das Seco ein BIP-Wachstum von 1,2 Prozent für das Jahr 2019 erwartet. Wegen grosser Unsicherheit dürfte sich die Schweizer Wirtschaft aber schwächer entwickeln.

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Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat seine Prognose für das Schweizer Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr etwas gesenkt. Grund ist laut den Ökonomen des Bundes die Weltwirtschaft, die sich schwächer entwickeln dürfte als bisher angenommen.

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Ausserdem verweisen sie auf die grosse Unsicherheit, welche die Exportwirtschaft und die Investitionen bremse. «Aufgrund der rückläufigen Auslastung ihrer Produktionskapazitäten, der schwachen Auftragseingänge und der grossen Unsicherheit dürften die Unternehmen in naher Zukunft trotz günstiger Finanzierungsbedingungen nur zaghaft in Ausrüstungen investieren», heisst es in der Mitteilung.

Neu geht das Seco für das Wachstum des realen Bruttoinlandproduktes (BIP) von einem Plus von 0,8 Prozent aus, nachdem es im Juni noch ein Plus von 1,2 Prozent vorhergesagt hatte. Unverändert auf 1,7 Prozent wird hingegen die Prognose für das Folgejahr 2020 belassen.

Weniger Impulse aus dem Ausland

Von der Auslandnachfrage seien im Prognosehorizont etwas geringere Impulse zu erwarten als noch in der letzten Prognose veranschlagt, meint das Seco laut Mitteilung vom Dienstag. So mehrten sich etwa beim wichtigen Handelspartner Deutschland die Hinweise auf ein schwaches zweites Halbjahr, worunter vor allem die konjunktursensitiven Branchen der Exportwirtschaft (Metall- und Maschinenindustrie) litten. Und die Aufwertung des Frankens der vergangenen Monate bremse die Ausfuhren zusätzlich.

Aber auch für die Binnenkonjunktur hätten sich die Aussichten eingetrübt. Aufgrund der rückläufigen Auslastung der Produktionskapazitäten, der schwachen Auftragseingänge und der grossen Unsicherheit dürften die Unternehmen in naher Zukunft trotz günstiger Finanzierungsbedingungen nur zaghaft in Ausrüstungen investieren, heisst es.

Beschäftigung dürfte wachsen

Für die Bauinvestitionen ist laut Seco ebenfalls eine verhaltene Entwicklung zu erwarten: Steigende Leerstandsziffern und sinkende Baubewilligungen würden zumindest im Hochbau auf eine gewisse Sättigung des Marktes hindeuten, heisst es.

Demgegenüber erwarten die Seco-Ökonomen für den Konsum eine Fortsetzung des moderaten Wachstums der ersten Jahreshälfte, getragen von der immer noch günstigen Lage am Arbeitsmarkt. 2019 dürfte die Beschäftigung weiter solide wachsen, hauptsächlich im Dienstleistungssektor, und die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt bei tiefen 2,3 Prozent liegen.

(vro/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ulf am 17.09.2019 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pleite

    Alle Jahre wieder. Das ganze Jahr über verdienen sich die Betriebe etc dumm und dämlich aber ende jahr wenns dann darum geht den arbeitern etwas mehr Lohn zu zahlen da hat man dann plötzlich das ganze Jahr über nichts erwirtschaftet.

  • Chris Fribi am 17.09.2019 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu Erwarten

    Das ist Normal. Jedes Jahr bevor über die Lohnerhöhungen gesprochen wird, wird die Wachstumserwartung nach unten angepasst. Man müsste ja sonst zu hohe Lohnanpassungen machen und wer will das schon :-)

  • Louis am 17.09.2019 09:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?

    Das Seco und andere sollen aufhören Prognosen abzugeben, die Stimmen sowieso nie! Das selbe Trauerspiel sehen wir bei den Analysten der Banken. Schade für den immensen Aufwand, den die treiben!

Die neusten Leser-Kommentare

  • A. Schneider am 17.09.2019 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Experten vs Amateure

    Bei der Seco arbeiten ja Ökonom-Experten. Wenn man überlegt das die Arche Noah ein Amateur und die Titanic Experten gebaut haben, kann man nur noch über Experten lachen.

  • Unnutz am 17.09.2019 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    wartet mal ab

    wenn dann im letzten Hinterland die Industrie 4.0 angekommen ist. Dann werde 40% ohne Job dastehen. Kein Witz, das wird geschehen. Dann haben wir Bürgerkrieg.

  • Rob de Bob am 17.09.2019 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    angstmacherei

    Die grosse angstmacherei der Wirtschaft kommt erst noch wenns um die Begrezungsinitiative geht. Dann wird richtig Gas geben mit Weltuntergangsstimmung.

  • Rob de Bob am 17.09.2019 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weltmeister

    Es wird Zeit das das Wirtschaftswachstum gebremst wird. Wir sind Weltmeister im Arbeitstellen schaffen aber der Preis ist zu hoch den wir bezahlen. Es darf nicht sein das unser ganzes Land zugebaut wird.

  • Uwe Jester am 17.09.2019 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Super Neuigkeiten

    Solange dann die Zuvielisierer wieder gehen müssen kein Problem für mich.