Gebraucht statt neu

24. Januar 2010 09:39; Akt: 24.01.2010 09:55 Print

Schweizer greifen immer öfter zu Occasionen

Die Schweizer haben sich im Krisenjahr statt für Neuwagen öfter für ein Occasions-Fahrzeug entschieden. Während die Zahl der neu immatrikulierten Fahrzeug sank, stiegen die Halterwechsel um 4,1 Prozent

storybild

Im 2009 wurden weniger Neuwagen, dafür mehr Occasionen verkauft. (Bild: Keystone)

Fehler gesehen?

Insgesamt 658 198 Gebrauchtwagen wechselten im vergangenen Jahr in der Schweiz ohne das Tessin sowie im Fürstentum Liechtenstein den Besitzer. Dies sind 4,1 Prozent mehr als Vorjahr. Die Zahl der neu in den Verkehr gesetzten Fahrzeuge sank im selben Zeitpunkt um 7,8 Prozent auf 266 018. Nach einem verhaltenen Start im Januar und Februar lagen die Halterwechsel ausser im April jeden Monat über dem Vorjahr. Alleine im vierten Quartal betrug die Zunahme 9,1 Prozent.

Volumenmässig auf die grösste Nachfrage stiessen im vergangenen Jahr Fahrzeuge der Unteren Mittelklasse (143 094/+0,9 Prozent), vor den Kleinwagen (122 595/+1,8 Prozent) sowie Fahrzeugen der Mittelklasse (120 962/+4,7 Prozent). Mit grossem Abstand folgen gebrauchte Vans (65 452/+6,4 Prozent), das heterogene Segment der SUV und Geländewagen (55 749/+13,3 Prozent), Fahrzeuge der oberen Mittelklasse (39 143/+1,7 Prozent) sowie die Lifestyle-behafteten Segmente der Microklasse (30 232/+9,1 Prozent) und der Cabrios/Roadsters (26 930/+1,9 Prozent). Rückläufig war die Nachfrage einzig bei den Coupes und Sportwagen um 2,9 Prozent auf 24 205 Autos und Fahrzeugen der Luxusklasse um 0,8 Prozent auf 5443.

Eine Detailanalyse über alle Fahrzeug-Segmente hinweg zeigt laut Mitteilung, dass deutsche Volumenmarken die Top-5-Rangliste im Neu- als auch im Gebrauchtwagenmarkt dominieren. Den ersten Platz besetzt in beiden Märkten die Marke Volkswagen, auf Rang zwei der Gebrauchtwagen ist Opel, bei den Neuwagen ist es Audi. Den dritten Platz belegt auf beiden Märkten Renault. Laut Peter Balle, Geschäftsführer der Schweizer Division von EurotaxGlass's International, sind Occasionfahrzeuge mit einer respektablen Leistung bei vernünftigem Verbrauch derzeit das Mass aller Dinge.

Die steigende Nachfrage nach Gebrauchtwagen widerspiegelte sich auch im deutlichen Rückgang der durchschnittlichen Standtage im vierten Quartal von 104 Tagen auf 97 Tage. Im Jahresmittel betrug die Standzeit eines Occasionfahrzeugs in der Schweiz allerdings 99 Tage, 2008 waren es 98 Tage. Je nach Segment zeigten sich aber grosse Unterschiede. Während Kleinwagen 2009 im Schnitt 87 Tage auf einen neuen Käufer warteten, standen Fahrzeuge der Luxusklasse 127 Tage auf dem Platz. In der Nordostschweiz betrug die durchschnittliche Standzeit einer Occasion 101 Tage, in der Nordostschweiz 97 Tage.

(ap)