Neues Zahlungsmittel

22. März 2019 04:49; Akt: 22.03.2019 14:26 Print

Schweizer können bald mit Debitkarte online shoppen

von Dominic Benz - Wer im Netz einkauft, zückt in der Regel seine Kreditkarte. Das soll sich nun ändern – mit einer onlinefähigen Debitkarte.

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Ob Sneakers bei Zalando, eine Kaffeemaschine bei Galaxus oder den Fernseher bei Amazon – auch Schweizer Konsumenten kaufen wie wild in Onlineshops ein. Dafür zücken sie in der Regel ihre Kreditkarte. Der fällige Betrag wird dann erst Ende Monat fällig.

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Bald soll das Zahlen in Onlineshops erstmals auch mit einer Debitkarte möglich sein. Die Kreditkartenfirma Visa testet ein entsprechendes Produkt. «In der Schweiz wird die Karte Visa Debit später in diesem Jahr auf den Markt kommen», sagt Stefan Holbein, Chef von Visa Schweiz, zu 20 Minuten. Auch auf mobilen Geräten wie etwa einem Smartphone soll sie einsatzfähig sein.

Veraltete Technologie

Zahlt der Konsument im Onlineshop mit der neuen Karte, wird der Betrag im Unterschied zur Kreditkarte umgehend dem Konto des Karteninhabers belastet. Die Karte soll die jetzige Visa-Debitkarte V Pay ersetzen, die sich bis heute auf das Bezahlen an Terminals und den Geldbezug am Automaten beschränkt. In der Schweiz weit verbreitet ist auch die Maestro-Debitkarte von Mastercard.

Laut Holbein sind onlinefähige Debitkarten in vielen Ländern rund um die Welt schon lange weitverbreitet. «Die Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Österreich und die Benelux-Staaten sind die Ausnahmen.» Visa habe nun aufgrund der Nachfrage von Konsumenten, Banken und Händlern entschieden, auch in der Schweiz mit Visa Debit eine Debitkarte einzuführen, mit der Karteninhaber online bezahlen können.

UBS mischt mit

Eine Herausgeberin von Kredit- und Debitkarten ist die UBS. Die Grossbank teilt mit: «Die Debitkarten der Schweizer Banken sind heute technisch nicht bereit, um damit online einzukaufen.» Dies habe primär mit der Kartennummer zu tun, die aus historischen Gründen ein anderes Format als dasjenige der Kreditkarten aufweist. Die Grossbank bestätigt nun: «UBS und weitere Schweizer Banken entwickeln zusammen mit Visa und Mastercard onlinefähige Debit-Produkte.» Ob auch die Credit Suisse die Karten anbieten wird, ist unklar. Eine Sprecherin sagt zu 20 Minuten, die Bank prüfe laufend Möglichkeiten, um das Produkt- und Dienstleistungsangebot weiter auszubauen.

Bankexperte Benjamin Manz vom Vergleichsdienst Moneyland.ch geht davon aus, dass die Banken eine technische Umstellung bisher bewusst nicht forciert haben: «Eine Rolle hat sicher auch gespielt, dass Kreditkarten für die Banken deutlich lukrativer sind als Debitkarten.» Grund sind die Gebühren: Händler müssen bei einer Transaktion mit einer Kreditkarte teils hohe Gebühren an die Bank zahlen. «Bei einer Debitkarte wie etwa der Maestro-Karte sind diese Gebühren in der Regel wesentlich geringer.»

Vorsicht bei unbekannten Onlineshops

Skeptisch gegenüber einer onlinefähigen Debitkarte zeigt sich Malte Polzin. Der E-Commerce-Experte sieht zwar einen Vorteil darin, dass Zahlungen gleich erledigt sind und der Konsument so mehr Transparenz hat. «Doch das Geld ist weg vom Konto, noch bevor der Konsument seine Ware erhalten hat.» Das sei besonders dann unangenehm, wenn man mit einem Onlineshop noch keine Kauferfahrung gemacht habe.

Für Polzin ist es daher fraglich, ob Schweizer Konsumenten mit einer Debitkarte auf die grosse Einkaufstour im Netz gehen werden. «Das Sicherheitsbedürfnis ist sehr gross. Rund drei Viertel der Schweizer Konsumenten bevorzugen noch immer Bestellungen auf Rechnung.» Visa betont allerdings, dass bei Missbrauch die Bank als Kartenherausgeberin haftet. Das sei nicht anders als bei den Kreditkarten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Moneysac am 22.03.2019 05:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt die Karte ohne Belastung?

    Bringt überhaupt nichts, wo bleibt die Karte, mit der man gänzlich ohne Belastung des eigenen Kontos bestellen kann? Nachdem der Großteil der Geldmenge nur noch aus von den Banken geschaffenem, wertlosem Monopoly-Geld besteht, wäre das nicht mehr als gerecht!

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  • Dex am 22.03.2019 05:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    PostFinance

    Geht mit der Debitkarte von PostFinance schon lange in schweizer Onlineshops.

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  • Daggi am 22.03.2019 05:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mühsam

    Super wie mühsam. Ich bezahle nichts im Voraus.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • J. Dee am 23.03.2019 20:13 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist der Wettbewerbskomission?

    Wann wird endlich ApplePay in der Schweiz zugelassen? Twint ist technisch zu langsam und kompliziert. Preisüberwacher, Wettbewerbskomission, OECD .......?

  • Patrick Hubeli am 23.03.2019 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt andere Möglichkeiten!

    Ich sage nur transferwise, gratis, vorteil beim wechselkurs und kann via e-banking ohne Gebühr aufgeladen werden und das innerhalb eines Tages. Und dies auch für Schweizer Kunden! App downlaoden, Karte bestellen und los gehts....

    • Roli_Z am 23.03.2019 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Patrick Hubeli

      Noch besser ist PaySafe (nicht paypal) auch keine Gebühren und überall erhältlich; ohne die Banken-Gnome!

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  • Fin am 23.03.2019 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wilkommen im Jahr 2019

    Gratuliere Euch. Da gibt es Länder die haben dass schon lange... Gebühren frei. Aber so langsam macht Ihr Euch. Weiter so.

  • Mary am 23.03.2019 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es schon?

    Habe eine Debit Karte von der Post, kaufe damit online ein und kann auch buchen :-)

    • Ameier am 23.03.2019 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mary

      Ja dafür geht die nicht im Geschäft ausserhalb der schweiz. Und kontogebühr geht gar nicht. Raiffeisen hat die vpay da geht alles u mit der viseca wunderbar online

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  • Der Influnzer am 23.03.2019 08:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kriege gratis

    Ich muss in Online-Shopz nichts bezahlen. Kriege alles gratis, bin ein Influnzer!