Rekordjahr 2018

27. Juni 2019 11:57; Akt: 27.06.2019 11:57 Print

Schweizer shoppen für 10 Mrd. Franken online

9,75 Milliarden Franken wurden 2018 in der Schweiz für Online-Shopping ausgegeben. 33 Millionen Päckchen wurden aus dem Ausland geliefert, 70 Prozent aus Asien.

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33 Millionen Pakete gelangten 2018 aus dem Ausland in die Schweiz. Mit 23 Millionen Päckli kamen 70 Prozent davon aus Asien. 2018 wurde in der Schweiz für 9,75 Milliarden Franken im Internet eingekauft. Onlinebestellungen im In- und Ausland machen damit 10,7 Prozent des Gesamtvolumens des Detailhandels von 91,3 Milliarden Franken aus. Firmen investieren kräftig in den Onlinehandel. Denn die Unternehmen erwarten, dass der Umsatzanteil noch grösser werden wird. Besonders viel Heimelektronik wird im Netz bestellt: 33 Prozent des Umsatzes wird online erzielt. Eher selten kaufen Schweizer Lebensmittel online ein – hier beträgt der Umsatzanteil lediglich 2 Prozent. Ab 2019 müssen ausländische Firmen, die mehr als 100'000 Franken Umsatz pro Jahr machen, Mehrwertsteuer auf Sendungen in die Schweiz bezahlen. Das könnte eine dämpfende Wirkung auf das Wachstum bei den Paketen aus Asien haben. Ebenfalls abschreckend für die Onlinehändler: Um den Paketboom zu bewältigen, will die Post den Paketpreis erhöhen. Die Preiserhöhung wird nicht die Pakete der Privatkunden betreffen, sondern die der Geschäftskunden wie Zalando und Co. Rund 138 Millionen Pakete hat die Post 2018 verarbeitet – das sind 8 Millionen mehr als im Vorjahr oder 28 Millionen mehr als im Jahr 2013. Um die stetig steigende Paketmenge zu bewältigen, kündigte die Post an, drei neuer Paketzentren in Cadenazzo (TI), Vétroz (VS) und Untervaz (GR) zu bauen. Das kostet Geld: Rund 190 Millionen Franken kosten die Post die neuen Paketzentren. Dazu kommt der Ausbau eines bestehenden Standorts in Ostermundigen (Bern), der nochmals 8 Millionen Franken kostet. Laut Bambauer wird es in Zukunft noch weitere kleinere Paketzentren geben. Die Post kann so die Transportwege verkürzen, was Zeit und Kosten spart.

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Digitec, Amazon, Zalando: Schweizer bestellen gern im Internet. 2018 haben sie für 9,75 Milliarden Franken im Internet eingekauft. Wie es im aktuellen E-Commerce-Report Schweiz der Fachhochschule Nordwestschweiz heisst, machen Onlinebestellungen im In- und Ausland damit 10,7 Prozent des Gesamtvolumens des Detailhandels von 91,3 Milliarden Franken aus.

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Schweizer bestellen besonders viel Heimelektronik im Netz: 33 Prozent des Umsatzes wird online erzielt. Eher selten kaufen sie Lebensmittel online – hier beträgt der Umsatzanteil lediglich 2 Prozent.

33 Millionen Ausland-Päckchen

Die Beliebtheit von Onlinebestellungen hat laut dem Report dazu geführt, dass im vergangenen Jahr 33 Millionen Kleinwarensendungen in die Schweiz gelangten. Mit 23 Millionen Päckchen kamen 70 Prozent davon aus Asien. Das ist knapp viermal so viel wie vor drei Jahren. Die Zahl der Sendungen aus nichtasiatischen Ländern stagniert hingegen.

Ab 2019 müssen ausländische Firmen, die mehr als 100'000 Franken Umsatz pro Jahr machen, Mehrwertsteuer auf Sendungen in die Schweiz bezahlen. Das könnte eine dämpfende Wirkung auf das Wachstum bei den Paketen aus Asien haben, wie es in der Studie heisst.

China schielt nach Europa

Chinesische Anbieter würden ihre Leistungen jedoch immer direkter auf europäische Kunden ausrichten und auch zunehmend bessere Leistungen bieten. So würden etwa die Grosskonzerne Tencent und Alibaba gezielt in Europa investieren und Vertriebs- und Logistikstrukturen aufbauen. «Diese Wettbewerbergruppe sollte also definitiv ernst genommen werden», heisst es im Report.

Die meisten für die Studie befragten Onlinehändler erwarten jedoch nicht, dass asiatische Anbieter in ihrer Branche bis 2025 mindestens 10 Prozent Marktanteil haben werden. Insbesondere die Modebranche sieht sich nicht betroffen. Weniger optimistisch sind die Elektronikhändler.

(rkn)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Emmentaler am 27.06.2019 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Online gegen Parkplatz

    Früher konnte man gemütlich vom nach Thun oder Bern fahren und shoppen. Heute fährt man eine halbe Ewigkeit in der Stadt rum, um einen schweineteuren Parkplatz zu ergattern. Nein Danke!!! Bestellt man halt online...

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  • Leser am 27.06.2019 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Des Einen Freud' des Andren Leid

    Bei diesen Zahlen wundert mich nicht, dass jeder Detailhändler den ich persönlich kenne, entweder das Geschäft bereits aufgegeben hat, oder dies beabsichtigt.

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  • Luca am 27.06.2019 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Tja Selbsteingebrockt

    Man bestellet halt zunehmend Online wenn uns die Parkplätze von unseren Grünroten Kameraden weggenommen werden. Aber Online ist ja auch nicht Umweltfreundlich. Dese beiden Parteien kommen zunehmend in eine Sackgasse und ich freue mich tierisch darauf, dass diese beiden nicht mehr weiter wissen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Blind am 28.06.2019 22:46 Report Diesen Beitrag melden

    Look at yorself

    10Mrd. aus China usw. für ein besseres Klima. Viele Heuchler und Fakeprotestanten.

  • Retatouille am 28.06.2019 22:45 Report Diesen Beitrag melden

    Geht wählen!

    Mit der Verkehrspolitik der Grünen in den Städten werden viele Läden nicht überleben können und der Onlinehandel weiter zunehmen.

  • woabil am 28.06.2019 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemand!

    ...und in der Schweiz gibt es Ladensterben und Arbeitslose. Niemand ist Sicherauch die Oneline schopper. Denkt daran!

  • Unternehmer am 28.06.2019 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bumerang

    Ja, genau so verschwinden immer mehr Ladengeschäfte. Davon sind auch Zulieferer verschiedenster Branchen betroffen. Im Detailhandel wird die Arbeitslosigkeit zunehmen. Dann stossen neue Arbeitslose von Zulieferer dazu. Hoffe nur es trifft dann auch die Richtigen, nämlich alle die, die im nahen Ausland und online Einkaufen.

  • S@m.W am 28.06.2019 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau so...

    10 Milliarden eingekauft, 9.5 Milliarden zurückgesendet 0.25 Milliarden bezahlt und 0.25 Milliarden sind noch bei den Kunden Schulden