Onlinehandel

05. Januar 2016 23:21; Akt: 05.01.2016 23:21 Print

Schweizer shoppen für über 7 Milliarden online

Der Handel über das Internet boomt. Letztes Jahr sind die Online-Einkäufe hierzulande kräftig gewachsen. Über sieben Milliarden Franken machen sie bereits aus.

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In Sachen Onlinehandel war das Jahr 2015 sehr ereignisreich. Mit den Kleiderhändlern H&M und Tally Weijl eröffneten zwei bedeutende internationale Ladenketten ihre eigenen Internet-Shops in der Schweiz. Der Kleiderhändler Zalando lancierte eine Kundenberatung via Whatsapp und Coop und die Swisscom starteten den Online-Marktplatz Siroop.

Der Schweizer Onlinehandel ist 2015 daher stark gewachsen, schreibt die Credit Suisse am Dienstag in ihrer aktuellen «Retail Outlook 2016»-Studie. Hierfür sprechen auch aktuelle Zahlen von Leshop. Die Migros-Tochter hat im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 6,6 Prozent auf 176 Millionen Franken verbucht.

Schweizer Konsumenten geben somit jährlich etwa sieben Milliarden Franken im Internet aus, heisst es in der Credit-Suisse-Studie. Davon seien rund fünf Milliarden an Schweizer und 900 Millionen Franken an ausländische Anbieter gegangen. Eine weitere Milliarde gaben die Schweizer in Tauschbörsen wie Ricardo oder bei ausländischen Abholstationen aus. Basis für diese Berechnung sind Zahlen aus dem Jahr 2014.

5,1 Prozent Anteil

Seit Jahren erhöht sich der Anteil der Detailhandelsumsätze, die im Internet erwirtschaftet werden. Betrug er 2008 noch 3,5 Prozent, so nahm er bis 2011 auf 4,0 Prozent zu und betrug 2014 schliesslich 5,1 Prozent, so die Credit Suisse in ihrer Studie.

Betrachtet man die Online-Anteile am Gesamtumsatz nach Branchen, so zeigt sich: Besonders im Bereich der Heimelektronik shoppen die Schweizer gern online. 24 Prozent beträgt dort der Marktanteil von Online-Shops wie Digitec, Galaxus, Amazon oder Microspot. Auch bei der Bekleidung ist der Anteil mit knapp 14 Prozent sehr hoch. Hier dürfte besonders der deutsche Modehändler Zalando bei den Schweizer Kunden auf Anklang stossen.

Nach wie vor eher unbeliebt ist Online-Shopping in der Lebensmittelsparte. Nur 1,5 Prozent betrug dort der Anteil des Online-Geschäfts am Gesamtumsatz. Dies, obwohl mit leshop.ch und coopathome.ch beide grossen Schweizer Detailhändler einen eigenen Online-Lebensmittelmarkt betreiben.

Detailhandel mit Problemen

Im Gegensatz zum Onlinehandel hat der Schweizer Detailhandel allgemein ein schwieriges Jahr hinter sich. Schuld daran haben vor allem zwei Entwicklungen: Einerseits kauften seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses deutlich mehr Schweizer im Ausland ein. Andererseits trübte sich die Konsumentenstimmung ein. 2016 soll es besser werden.

Die Detailhandelsumsätze sanken 2015 in der Schweiz um rund 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ist eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zum Jahr 2014, als die Verkaufserlöse um rund 1,1 Prozent zugelegt hatten. Für 2016 rechnet die Credit Suisse mit einer Zunahme des Umsatzes im Schweizer Detailhandel von 0,3 Prozent, obwohl der Wechselkurs zum Euro noch bei 1.10 je Franken verharren dürfte.

(kwo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 05.01.2016 23:27 Report Diesen Beitrag melden

    Das Internet kommt

    Das Internet ist die Verkaufsplattform der Zukunft. Es ist bequem, Schnell, Vielfälltig und man Kritiken über die Produkte einholen.

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  • Lassie am 05.01.2016 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    Wenn ich etwas kaufen möchte im Geschäft, dann heisst es manchmal: Momentan haben wir es nicht vorhanden aber es kann bestellt werden. Darum bestelle ich viele Artikel online, weil bestellen kann ich auch selber.

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  • M.G. am 06.01.2016 01:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erlebnis heute

    War heute im Glatt. Suchte einen Marken-Hoodie für mich, im Sale, (leider) XL. Guess: Fehlanzeige. PKZ women: Fehlanzeige. Globus: Fehlanzeige. Gant: Fehlanzeige. Entweder hat's nur Madame-Ware, oder man sagt mir, das Zeugs sei halt weg (obwohl man mit Sale-Bazar wirbt bis Ende Januar). Dachte stets, M sei am meisten gefragt, dann S, dann L. Früher hatte es immer XL. Ich ging heim, Zalando, Gant, XL bestellt, sogar nochmals 12 Franken günstiger, Versand gratis. Zack. Und da wundert man sich? Es wird nicht auf die gesellschaftliche Veränderung reagiert, die Einkäufer planen falsch. Darum online

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tasachen am 06.01.2016 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    exorbitante Posttarife

    Als Inhaber eines kleinen (Pelerinen-)Online-Shops in der Schweiz mit weltweiten Bestellungen, spüre ich die exorbitanten, durch nichts gerechtfertigten Posttarife ins Ausland. Nach dem zusätzlichen "Frankenschock" sind die Bestellungen aus dem Ausland nahe gegen Null gefallen. Keine Ahnung, was Zalando für Spezialtarife für den Postversand erhält. Bei normale Portokosten könnte der Besteller niemals portofrei zurücksenden. Die Folge davon ist, dass jedermann glaubt, irgendwas zur Ansicht bestellen zu können und sonst einfach wieder kostenlos zurücksenden. Aber so einfach geht das nicht.

    • Marlies Meier am 06.01.2016 20:51 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch

      Zalando hat keine Sonderpreise bei der Post. Es wurde mehrfach publiziert, dass Zalando die ersten Jahre keinen Gewinn gemacht hat und dies am kostenlosen Versand und den Rüksendungen liegt.

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  • G.Ott am 06.01.2016 14:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Coop lässt nach

    An der Kasse muss ich lange warten. Die Gänge sind mit Regalen von unnützem Zeugs verstellt. Einige Produkte sind grundsätzlich vergriffen. Unhöfliches Personal. Vielleicht muss ich auch mal nach DE.

  • Mohude Med am 06.01.2016 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Freunde

    Ich gratuliere euch. Auch ich bin ein absolut überzeugter Einkäufer von Schweizer Produkten und erhalte somit die Arbeitsplätze. 7 Mia. sind doch gute und sichere Lohnstellen für Schweizer in der Schweiz.

  • Felix am 06.01.2016 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Paketdienst beachten

    Auf was ich in Zukunft noch besser achten werde, ist wie die Sendung zugestellt wird. Nie mehr werde ich bei einem Versandhändler bestellen der die Pakete mit DPD versendet. Ich wünschte das Paket an einen ihrer Abholstellen liefern zu lassen. Endloslange Warteschlaufe am Telefon, gebrochen Deutsch sprechende Mitarbeiter, kein versprochener Rückruf wo das Paket ist, einfach ein Chaos. Für mich kommt nur noch die Post in Frage.

  • Marco am 06.01.2016 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Weshalb soll ich in einen Laden gehen..

    Gehe nur noch für Dinge in einen Laden wo ich Beratung brauche (Anzüge o.ä). Wenn ich Freizeitklamotten kaufe bekomme ich in einem Laden so oder so keine Beratung. Die meisten können Grössen nachsehen und bestellen --> Kann ich bei Zalando selber machen. Da gratis Lieferung & 30 Tage Rückgabe ist der Aufwand praktisch bei 0.