Bankenumfrage

25. März 2011 15:01; Akt: 25.03.2011 15:26 Print

Schweizer stehen auf ihre Regionalbanken

von Gérard Moinat - Keine andere Bankengruppe bewerten Schweizer Bankkunden besser als ihre Regionalbanken. Die Grossbanken hingegen schneiden deutlich schwächer ab.

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Fast ein Drittel der Schweizer hat eine negative Meinung der Banken. (Bild: Keystone)

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Das Ansehen der Bankbranche leidet nach wie vor unter der Finanzkrise: In einer Umfrage bezeichnete jeder Dritte seine Einstellung gegenüber Banken als negativ bis sehr negativ.

Das zeigt eine am Freitag veröffentlichte Umfrage unter 1000 Schweizern. Durchgeführt wurde sie im Januar 2011 durch das Westschweizer Meinungsforschungsinstitut MIS Trend (Institut de recherches économiques et sociales). Auftraggeber ist die Schweizerische Bankiervereinigung.

Die Studienautoren resümieren, dass der Imageverlust infolge der Finanzkrise in der Schweiz noch nicht ganz wettgemacht werden konnte. Das Stimmungsbild habe sich innert Jahresfrist jedoch etwas verbessert.

Regionalbanken Top, Grossbanken Flop

Erheblich gebessert hat sich gemäss der Umfrage vor allem das erwartete Image. Die Frage zu diesem Punkt lautete: «Wie glauben Sie, denken die meisten Schweizer über Banken?» 38 Prozent der Befragten sehen das Image in der positiven, 36 Prozent in der negativen Zone. Im Vorjahr lag der Anteil des negativen Images noch bei 43 Prozent.

Beim Punkt der Einstellung zur eigenen Hauptbank zeigt sich klar: je kleiner, desto feiner. 94 Prozent der Schweizer Bankkundinnen- und Kunden sind gegenüber ihrer Regionalbank positiv oder sehr positiv eingestellt. Damit gewinnen die Regionalbanken in dieser Disziplin Gold und ziehen in der Beliebtheitsskala allen anderen Instituten davon.

Silber geht an die Raiffeisenbanken und die Kantonalbanken. Auch diese Bankengruppen erhalten von ihren Kunden im Vergleich zur Konkurrenz sehr gute Noten. 45 Prozent der Raiffeisen-Kunden sind gegenüber ihrer Bank sehr positiv eingestellt; 49 Prozent positiv. Bei den Kantonalbanken sind es 34 beziehungsweise 55 Prozent.

Postfinance büsst am meisten ein

Knapp nicht auf das Podest schaffte es der Gelbe Riese. Die Postfinance verzeichnet bei der Frage «Einstellung zur eigenen Hauptbank» noch 26 Prozent sehr positive Voten und 62 Prozent positive – Medaille knapp verpasst. Bei der einzigen in der Umfrage vertretenen Nicht-Bank ist der Rückgang sehr positiver Nennungen jedoch besonders ausgeprägt.

Die Autoren machen dafür einen «situativ bedingten Bewertungs-Bonus» verantwortlich: In turbulenten Zeiten wie einer Finanzkrise würden Kunden dazu neigen, sich die Situation bei anderen Banken als problematischer vorzustellen als bei der eigenen Bank. Postfinance habe im letzten Jahr besonders stark vom Effekt profitiert und diesen Vorsprung nun wieder eingebüsst, deuten die Autoren die Resultate.

Die Grossbanken liegen weiterhin hinter allen anderen Instituten zurück. Der Anteil der befragten Kunden einer Grossbank, die sich sehr positiv äussern, liegt bei lediglich 15 Prozent. Diejenigen mit einer positiven Einstellung bei 48 Prozent.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dominik am 28.03.2011 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Immoblilienblase Raiffeisen

    Lieber Marc Ich arbeite seit 5 Jahre bei der Raiffeisenbank. Wir sind extrem pingelig bei der Vergabe von Hypotheken. Was ich aber den Mitbewerber sehe, da wird alles finanziert, vorallem in den Regionen Uitikon Waldegg, Birmensdorf, Schlieren, Urdorf, Zürich. Ich glaube nicht das die Raiffeisengruppe probleme bekommen wird, wenn die Zinsen steigen werden. Eher die Kunden die schlecht beraten worden sind. Meine Devise ist, die Bank lebt auch von den schlechten Geschäften, die man nicht gemacht hat. Grüsse

  • Mike am 25.03.2011 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts?

    Für einen Normalsterblichen sind halt die VR- und GL-Bezüge bei einer Regionalbank (mal abgesehen von der Valiant, wo's auch schon langsam ausartet) irgendwie noch nachvollziehbar. Das macht die Gruppe um einiges sypmatischer als die Grossbanken mit ihren Abzocker-Manager.

    einklappen einklappen
  • mirco am 05.07.2011 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    banken müssen zurück in die realität

    bei der nächsten kriese die kommen wird,sehen wir,welche banken um gelder schreien.steuergelder anforderen,und hinterher bonis,in millione höhe ausbezahlt.das habe ich noch nie bei der raiffeisen gehört

Die neusten Leser-Kommentare

  • mirco am 05.07.2011 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    banken müssen zurück in die realität

    bei der nächsten kriese die kommen wird,sehen wir,welche banken um gelder schreien.steuergelder anforderen,und hinterher bonis,in millione höhe ausbezahlt.das habe ich noch nie bei der raiffeisen gehört

  • Dominik am 28.03.2011 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Immoblilienblase Raiffeisen

    Lieber Marc Ich arbeite seit 5 Jahre bei der Raiffeisenbank. Wir sind extrem pingelig bei der Vergabe von Hypotheken. Was ich aber den Mitbewerber sehe, da wird alles finanziert, vorallem in den Regionen Uitikon Waldegg, Birmensdorf, Schlieren, Urdorf, Zürich. Ich glaube nicht das die Raiffeisengruppe probleme bekommen wird, wenn die Zinsen steigen werden. Eher die Kunden die schlecht beraten worden sind. Meine Devise ist, die Bank lebt auch von den schlechten Geschäften, die man nicht gemacht hat. Grüsse

  • Sonja am 26.03.2011 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Die Regional-Banken stützen die Grossen

    Frage ist nur, wie lange kann dieses Spiel noch gespielt werden ?

  • Marc am 26.03.2011 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Immobilienblase Raiffeisen

    Spätestens wenn der Hypothekarzins ansteigt gibt es den Schweizer Immobilien Crash, die Eingenkapitalquote beträgt zwar 20% aktuell, aber wenn nur einige wenige Zahlungsunfähig werden (und das ist jetzt schon klar wegen lascher Vergabekriterien und total falscher Bewertung) hat sich in den USA gezeigt. Im übrigen erhält das Kader der Raiffeisen rund 2 Mio Franken pro Jahr, im Vergleich zur UBS/CS auch nicht wenig.

  • Daniel am 26.03.2011 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wer überlässt Vermögen an Abzwocker?

    Kundennähe und Vertrauen sind die Erfolgsfaktoren der Regionalbanken. Wer überlässt schon sein Vermögen an gierige Abzocker? Grossbanken sind nicht wertschöpfend, da nur einige wenige sehr viel vedienen. Das bringt der Volkswirtschaft nichts. In die gleiche Kategorie gehört die Pharmaindustrie.