Geheimnis Handy-Abo

01. Juli 2013 12:27; Akt: 01.07.2013 12:53 Print

Schweizer verirren sich im Abo-Dschungel

Über 2 Milliarden Franken sollen die sonst sparsamen Schweizer mit ihren Handys verschleudern, weil sie das falsche Abo haben. Doch das richtige Abo im Dschungel der Angebote zu finden grenzt an Überforderung.

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Das massgeschneiderte Handy-Abo zu finden ist schwierig. (Bild: Keystone)

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Liest man nur die Werbung, ist das eigene Handy-Abo meist zu teuer, und ein anderer Anbieter würde einem sogar das Traumhandy schenken. In der Realität ist dann aber nicht einfach alles gratis. Und bei Billigangeboten stecken Nachteile im Kleingedruckten.

Über 2 Milliarden Franken sollen die sonst sparsamen Schweizer mit ihren Handys verschleudern, weil sie das falsche Abo haben. Dies verkündet der Tarif-Vergleichsdienst Comparis und bewirbt so seine werbefinanzierte Dienstleistung.

Will man dort das beste Handy-Abo finden, muss man aber genau einem von nur sechs vordefinierten Mustertypen entsprechen. Individuellere Preisvergleiche bieten Konkurrenten wie Dschungelkompass.ch oder Icompare.ch. Dort klickt man sich die eigenen Bedürfnisse mit Bausteinen und Schiebereglern zusammen.

Unvergleichliche Fülle

Wer Vergleichsportale besucht, wird einerseits von der riesigen Fülle von kaum vergleichbaren Handy-Abos beeindruckt und andererseits am Schluss doch ziemlich verwirrt bleiben. Selbst wenn man ein passendes Abo gefunden hat, gilt es noch, das Kleingedruckte zu lesen.

Denn da drohen manchmal Stolperfallen: So bewirbt ein kleiner, auf den ersten Blick sehr günstiger Anbieter zwar «unbeschränktes Telefonieren», schränkt das aber im Kleingedruckten rigoros ein. Denn man darf mit einer Person pro Monat höchstens 10 Stunden lang plaudern.

Geheimwissenschaft Kündigungsfristen

Bei einigen Discount-Angeboten wird man schlicht zum Sternen- und Miniziffernsucher. Bei solchen Symbolen drohen meist Zusatzkosten oder Einschränkungen. Die passende Aufschlüsselung lässt sich aber ohne Lupe kaum finden.

Eine Geheimwissenschaft sind teils auch die Kündigungsfristen. Bestenfalls kann man sein Abo alle 30 Tage beenden, schlimmstenfalls verlängert sich dieses nach 24 Monaten automatisch um ein weiteres Jahr.

Benebelt von den Irrungen und Verlockungen im Tarifdschungel verfallen Supersparfüchse vielleicht sogar auf die Idee, zwecks Abo-Optimierung ein Kind zu zeugen, damit man die nächsten Jahre von dessen Jugendabo profitieren kann.

Teure Geschenke

Viele Konsumenten lassen sich mit «geschenkten Smartphones» zu einem Abo-Anbieter locken. Deshalb kann man bei Dschungelkompass und Icompare das Wunschgerät bereits in den Vergleich einbeziehen. Wer aber richtig rechnen will, muss die Gesamtkosten über die meist zweijährige Laufzeit ausrechnen.

Beim Handypreis sollte man sich ferner nicht auf die Anbieterangaben verlassen, sondern den reellen Preis bei Vergleichern wie Toppreise.ch prüfen. Wer den Taschenrechner zur Hand nimmt, merkt schnell, dass es sich oft nicht lohnt, auf ein teureres Abo umzusteigen, nur damit man ein vergünstigtes Handy erhält.

Zwei SIM-Karten

Ob das neuste Smartphone-Modell den eigenen Bedürfnissen entspricht, ist eine weitere Frage. Vorgängermodelle kosten teils nur die Hälfte, und Geräte mit zwei SIM-Karten bieten die beste Möglichkeit, vom immer günstigsten Tarif im In- und Ausland zu profitieren und dennoch jederzeit erreichbar zu sein.

Man sollte deshalb erst sein Wunsch-Handy und dann ein Abo suchen. Internethändler und Ladenketten verbilligen praktisch alle Smartphone-Modelle, wenn man gleichzeitig ein Abo abschliesst oder verlängert. Man sollte auch immer bei seinem aktuellen Netzanbieter nachfragen, ob er das Wunschgerät im Sortiment hat oder eine Abo-Verlängerung mit einer Gutschrift belohnt.

Wichtige Nebenleistungen

Preisvergleichsportale können zwar das billigste, aber oft nicht das beste Abo berechnen. Es ist beispielsweise nicht ersichtlich, wie gut die Netzabdeckung eines Anbieters mit den persönlichen Bedürfnissen übereinstimmt. Die realen Abokosten hängen ferner auch vom persönlichen Freundeskreis ab, weil meist nur innerhalb eines Anbieters kostenlose Gespräche möglich sind.

Während Wenignutzer meist mit Prepaid-Lösungen am günstigen fahren, müssen Vielnutzer entscheiden, ob sie lieber eine «Alles-inklusive-Pauschale» bezahlen oder sich ihr Angebot aus Bausteinen für Telefonie, SMS und Internet individuell zusammenstellen.

Je nach Nutzertyp kann auch entscheidend sein, zu welchem Preis ein Anbieter Versicherung und Ersatz für das Smartphone bietet. Nicht nur Unerfahrene profitieren ferner bei grösseren Anbietern von einer kostenlosen telefonischen Hotline oder lokalen Shops, die sie bei Konfiguration und Gerätwechsel unterstützen.

Musik und TV inklusive

Immer wichtiger werden in den Abos auch Unterhaltungsangebote. Dabei sind gewisse Dienste kostenlos oder werden bei den Internet-Nutzungslimiten nicht mitgezählt. So arbeitet Orange mit dem Musikdienst Spotify und dem TV-Anbieter Zattoo zusammen. Sunrise bietet Musik via Juke an, und Swisscom-Kunden haben Vorteile bei der Nutzung von Swisscom TV air.

Wer neben dem Smartphone auch ein Tablet besitzt, profitiert bei einzelnen Anbietern von einer vergünstigten zweiten SIM-Karte für den Schiefertafelrechner.

Das richtige Handy-Abo ist aber auch eine Frage von Bequemlichkeit und Gefühl. Ein vertrauter Anbieter, der im Zweifelsfall auch Kulanz zeigt, wiegt Discounttarife auf. Schliesslich könnten auch Schweizer Autofahrer jährlich Dutzende Milliarden einsparen, wenn sie auf ihre gemütliche, prestigeträchtige Karosse verzichten und auf den günstigsten Kleinwagen ohne Sonderausstattung umsteigen würden.

(sda)

sentifi.com

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mathias am 02.07.2013 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Prepaid seit Jahren

    Auch ich nutzte seit etlichen Jahren nur noch das Prepaidangebot von Sunrise. 7.50 für 250MB reichen locker und mit der DayFlat Telefoniere ich für 1. Franken am Tag aufs Sunrise oder Festnetz (wenn ich denn mal Telefonieren muss). So brauche ich keine 30 Franken im Monat. Und sollte ich mal mit Sunrise keinen Empfang haben, habe ich immer noch ein kleines billiges Nokia dabei mit einer Swisscom Prepaid SIM drin ;)

  • Obstvergleich am 01.07.2013 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Äpfel und Birnen

    ich finde den Beitrag von 20min sehr gut, nur fehlt einer der übersichtlichsten Vergleichsportale von telscout.ch. Dort findet man das schonlange, was andere probieren zu kopieren :-)

    einklappen einklappen
  • Oliver am 01.07.2013 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Vollkostenrechnung bei dschungelkompass

    dschungelkompass hat bereits eine Vollkostenrechnung integriert. Es werden die normalen/vergünstigten Gerätepreise mit und ohne Abo auf 12 und 24 Monate berechnet. So muss der Taschenrechner nicht benutzt werden. Handies zum normalen Preis lassen sich evtl. durch Toppreise noch günstiger finden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sascha am 02.07.2013 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Habe jeden Monat 120.- Fr. gezahlt für internet verbindung und jetzt habe ich bemerkt, dass es ein Abo gibt für 69.- wo man unlimitirt surfen kann ^^ autsch

  • Mathias am 02.07.2013 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Prepaid seit Jahren

    Auch ich nutzte seit etlichen Jahren nur noch das Prepaidangebot von Sunrise. 7.50 für 250MB reichen locker und mit der DayFlat Telefoniere ich für 1. Franken am Tag aufs Sunrise oder Festnetz (wenn ich denn mal Telefonieren muss). So brauche ich keine 30 Franken im Monat. Und sollte ich mal mit Sunrise keinen Empfang haben, habe ich immer noch ein kleines billiges Nokia dabei mit einer Swisscom Prepaid SIM drin ;)

  • Stefan am 02.07.2013 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Satelittentelefon

    Wollte nur mal erwähnen das ich nur via Satelitentelefon telefoniere. Kostet mich 41.- CHF monatlich und zahle 8.16 CHF pro Minute Gespräch. Ich finde das sehr fair und ein super Angebot.

    • Andrea S. am 02.07.2013 23:31 Report Diesen Beitrag melden

      Hoppla!

      Oh, aber dann ist nach etwas mehr als 10 Minuten ein ganzer 100er-Lappen bereits weg! Vorteil der Satelliten-Telefonie in aller Ehren, aber das wäre mir persönlich zu viel Geld! Will zwischendurch ja auch mal etwas länger quasseln und nicht wegen der Gesprächsdauer ständig auf die Uhr gucken müssen :-))

    einklappen einklappen
  • Stefan am 02.07.2013 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    Satelittentelefon

    Wollte nur mal erwähnen das ich nur via Satelitentelefon telefoniere. Kostet mich 41.- CHF monatlich und zahle 8.16 CHF pro Minute Gespräch. Ich finde das sehr fair und ein super Angebot.

  • D. Hafner am 02.07.2013 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Swisscom verteidigen..

    Ich verstehe Euch nicht! Wir Schweizer verdienen das dreifache wie z. B. in Deutschland.... warum sollten dann die Natelvertraege so guenstig sein? Sorry, aber einige verstehen einfach die Markwirtschaft nicht! Swisscom ist einfach Top im vergleich z. B. zur Telekom! Also erst mal ueberlegen, dann meckern...