Heisser Sommer

26. Juli 2019 09:56; Akt: 26.07.2019 10:57 Print

Schweizer verschieben wegen Hitze ihre Ferien

von Dominic Benz - Wer Sommerfeeling wie im Süden haben will, muss nicht mehr unbedingt verreisen. Das spüren auch die Reisebüros.

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In der Schweiz herrschen derzeit Temperaturen wie sonst im Süden. (Bild: Flussbad Oberer Letten in Zürich) Viele Schweizer zieht es in den Sommerferien daher nicht mehr unbedingt in den Süden. «Die Leute bleiben im Sommer eher in der Schweiz als früher», sagt Huguenin-dit-Lenoir, Sprecherin von Hotelplan Suisse, zu 20 Minuten. Grundsätzlich habe es bei den Buchungen eine saisonale Verschiebung gegeben. Zwar sei der Sommer noch immer klar die beliebteste Reisezeit. «Doch in den letzten drei Jahren haben wir die Tendenz festgestellt, dass wieder vermehrt Herbstferien gebucht werden und etwas weniger Sommerferien», so Huguenin-dit-Lenoir. Dass die Schweizer weniger Lust auf die Hitze im Süden haben, wenn es hierzulande ohnehin schon heiss ist, stellt auch Jürg Stettler fest. «Schon der letzte Sommer hat die Leute ermutigt, in der Schweiz zu bleiben», sagt der Tourismusprofessor an der Hochschule Luzern. Die Hitzesommer würden auch in Deutschland dazu führen, dass der Binnentourismus stark zunehme. «Die Leute fahren weniger in den Süden ans Meer, sondern an die heimische Nord- oder Ostsee», sagt Stettler. Fürs Arbeiten ist es vielen derzeit ein bisschen zu heiss. Sehen Sie in dieser Bildstrecke Tipps zum Abkühlen. Kalt duschen erfrischt nur kurzfristig. Denn durch die Kälte ziehen sich die Gefässe zusammen und der Körper kann die Wärme weniger gut abtransportieren. Eine hingegen erweitert die Gefässe, die Poren öffnen sich und die Hitze kann entweichen. Hungrig ins Bett soll niemand gehen. Aber auf kohlenhydrathaltiges und besonders fettiges Essen sollte dem guten Schlaf zuliebe kurz vor der Bettruhe verzichtet werden. Besser sind , die nicht schwer im Magen liegen. Während Sie tagsüber viel Wasser trinken sollten, empfiehlt es sich, mehr zu sich zu nehmen. Ansonsten müssen Sie nachts ständig raus und können nicht durchschlafen. Die . So kann es sich tagsüber nicht durch einfallende Sonnenstrahlen aufheizen. Apropos Verdunkeln: Scheint die Sonne durch ein zwei Quadratmeter grosses Fenster, hat dies einen ähnlichen Effekt wie der Dauerbetrieb eines Tausend-Watt-Heizlüfters in ohnehin schon warmer Umgebung. schatten die Zimmer am besten ab, ... können dagegen die Sonnenstrahlen erst abschirmen, wenn sie bereits in den Raum eingedrungen sind. Sie sollten zumindest helle oder metallbeschichtete Aussenflächen haben, um die Strahlung möglichst gut zu reflektieren. Ist es draussen kühler als drinnen, sollten Sie auch – allerdings nur auf Kippstellung. Ansonsten kann die Zugluft zu einem steifen Nacken oder Schulterschmerzen führen, weil der Körper an diesen Stellen auskühlt. Vor dem Zubettgehen sollten Sie . Dieser hilft zwar kurzfristig beim Einschlafen, ist aber langfristig kontraproduktiv: Denn wer einen Schluck zu viel genommen hat, erlebt in der zweiten Nachthälfte überwiegend Traumschlaf. Und der ist wenig erholsam. Deutlich hilfreicher ist da . Beide versorgen den Körper mit Flüssigkeit und helfen beim Abkühlen. Auch , denn das Nikotin verengt die Gefässe und der Körper kann die Wärme schlechter abgeben. Wenn Sie es nicht lassen können, verzichten Sie zumindest in den zwei Stunden vor dem Zubettgehen auf Zigaretten. sind mit Vorsicht zu geniessen. Wenn Sie trotzdem nicht auf sie verzichten möchten, sollten Sie sie einige Zeit vor dem Schlafengehen einschalten. Doch sobald Sie im Bett liegen, sollten Sie sie abschalten, damit Sie sich nicht verkühlen oder am nächsten Morgen mit einem steifen Nacken aufwachen. Auch wenn es Ihnen schwerfällt: . Denn wenn Sie schwitzen, können Sie sich leicht erkälten. Das Oberbett können Sie getrost beiseitelegen. Am besten eignen sich dafür aus Naturfasern. Diese sind luftdurchlässig und atmungsaktiv, dadurch schwitzt man unter der Decke nicht so rasch. Neben geeignet. Alle drei kühlen leicht. Leinen hat zudem eine keimtötende Wirkung. Um eine Erkältung zu vermeiden, sollten Sie auch nicht nackt schlafen, sondern sich. Hinzu kommt, dass der Körper durch Schwitzen bis zu einem halben Liter Flüssigkeit verliert. Leichte Kleidung aus Baumwolle kann diese gut aufsaugen. Für zusätzliche Kühlung sorgen auch mit Eiswasser befüllte Wärmflaschen. Doch Vorsicht ist geboten: Legen Sie sie nur an Arme oder Beine – auf dem Bauch (wie hier auf dem Bild gezeigt) kann die Kühlung zu Nierenproblemen führen. Ob Lampen, Fernseher oder Laptop: . Ansonsten heizen sie den Raum zusätzlich auf und machen alle anderen Kühlungsbemühungen zunichte. Auch wenn der Schlaf trotz aller Massnahmen auf sich warten lässt: , diese können Nebenwirkungen haben. Ausserdem ist es im Sommer grundsätzlich so, dass wir durchschnittlich weniger Schlaf brauchen, weil wir im Gegensatz zum Winter genügend Licht abbekommen. Doch auch ausserhalb der eigenen vier Wände gibt es einiges zu beachten. So sollten längere gelegt werden. Dann ist die Hitze- und Ozonbelastung am höchsten. Senioren, Kindern und Menschen mit Kreislaufproblemen ist vom Sport bei Hitze generell abzuraten. Brennt die Sonne vom Himmel, ist : Wer welchen Lichtschutzfaktor benötigt, hängt vom Hauttyp ab, aber empfohlen wird mindestens Lichtschutzfaktor 15. Für Kinder gibt es den Faktor 50 plus. Das Mittel sollte mindestens eine halbe Stunde vor dem Gang in die Sonne aufgetragen und regelmässig erneuert werden. Generell sollte die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr gemieden werden. Kinder sollten möglichst nicht direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt werden. Wer an heissen Tagen mit dem Auto fahren muss, sollte sein . Dann sollte die Lüftung zunächst einige Zeit auf Umluft laufen – so kühlt das Fahrzeug schneller ab. Beim Parkieren hält ein einen Teil der Hitze draussen. im Auto zurückgelassen werden, nicht einmal auf einem Schattenparkplatz. Anders als der Mensch können sich unsere Haustiere nicht durch Schwitzen abkühlen, sondern vor allem durch Hecheln und Trinken. ist deshalb überlebenswichtig, um die Tiere vor Austrocknung und einem lebensbedrohlichen Anstieg der Körpertemperatur zu schützen. Zu den häufigsten Hitzeopfern gehören Kaninchen, Meerschweinchen und Ziervögel, deren Käfige oder Freigehege der prallen Sonne ausgesetzt sind. Haustiere sollten sich immer an ein zurückziehen können. Zu beachten ist dabei, dass sich der Sonnenstand im Lauf des Tages ändert. Hilfreich sind neben schattigen Häuschen auch feuchte Handtücher über dem Gehege. Hunde sollten im Sommer übrigens nicht zu kurz geschoren werden, da sie auf unbehaarten Stellen Sonnenbrand bekommen können. Wichtig ist, die Vierbeiner zu bewahren. Bei Nagern und Kaninchen zum Beispiel können schon Temperaturen von 25 bis 28 Grad zum Kollaps führen. Glasiger Blick, tiefrote Zunge und Hecheln mit gestrecktem Hals sind bei einem Hund Anzeichen, dass ihm die Hitze sehr zusetzt. Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen und Bewusstlosigkeit deuten auf einen Hitzschlag hin. Bei Katzen erkennt man dies an Unruhe, erhöhtem Herzschlag und erhöhter Temperatur oder daran, dass die Tiere stark hechelnd auf dem Bauch liegen. Bei diesen Symptomen gilt: schnellstens zum Tierarzt. Haustiere brauchen bei Hitze frische Luft, allerdings sollten Käfige nicht im Durchzug stehen. Denn was den Menschen die heissen Temperaturen erträglicher macht, kann bei Tieren folgenschwere Erkrankungen nach sich ziehen. Bei grosser Hitze sollte das Gassigehen in die kühleren Morgen- und Abendstunden und möglichst in schattige Parks oder Waldgebiete verlegt werden. Gleiches gilt für Ausritte mit dem Pferd. Wer Vögeln ein Badehäuschen zur Verfügung stellt, sollte das Wasser häufig wechseln. Vögel, die keine Badehäuschen nutzen, können vorsichtig mit Wasser besprüht werden. Das Wasser im Aquarium kann sich für die Fische lebensbedrohlich aufheizen. Notfalls sollte vorsichtig kaltes Wasser nachgefüllt werden.

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Temperaturen weit über 30 Grad und Tropennächte – seit ein paar Jahren herrschen hierzulande in den Sommermonaten Temperaturen wie im Süden, eine Hitzewelle folgt der nächsten. Wer Sommerfeeling haben will, muss also nicht mehr extra nach Italien oder Spanien reisen.

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Das merken auch die Reisebüros. «Die Leute bleiben im Sommer eher in der Schweiz als früher», sagt Prisca Huguenin-dit-Lenoir, Sprecherin von Hotelplan Suisse, zu 20 Minuten. Entsprechend gingen die Buchungen zurück. «In diesem Sommer liegen sie knapp unter dem Vorjahr.» Gebucht worden seien für diesen Sommer vor allem Insel- und Badeferien. Auch kühlere Destinationen sind gefragt. «Bei Individualreisen legen das Vereinte Königreich, Irland sowie Skandinavien zu», so Huguenin-dit-Lenoir.

Saisonale Verschiebung

Grundsätzlich habe es bei den Buchungen eine saisonale Verschiebung gegeben. Zwar sei der Sommer noch immer klar die beliebteste Reisezeit. «Doch in den letzten drei Jahren haben wir die Tendenz festgestellt, dass wieder vermehrt Herbstferien gebucht werden und etwas weniger Sommerferien», sagt Huguenin-dit-Lenoir.

Noch vor drei Jahren habe das Sommergeschäft bei Hotelplan Suisse einen Anteil von rund 35 Prozent am Gesamtumsatz gehabt. «Seit Sommer 2018 liegt der Anteil nun bei 30 Prozent.» Bei den Herbstferien sei es umgekehrt. Im gleichen Zeitraum sei der Anteil von 20 auf nun 25 Prozent gestiegen.

Vor dem Winter Sonne tanken

Sie schätzt, dass die Erinnerung an den heissen Sommer 2018 sowie die jetzige Hitzewelle die Zurückhaltung bei den Buchungen der aktuellen Sommerferien gefördert haben. Hinzu kämen aber auch die späten Oster- und Frühlingsferien. «Das alles dürfte den Anreiz geben, im Herbst und vor dem Winter nochmals Sonne zu tanken.»

Eine Zunahme von Buchungen im Herbst registriert auch TUI Schweiz. «Dieses Jahr hat TUI aufgrund der grossen Nachfrage sogar zusätzliche Flugkapazitäten eingekauft», teilt Sprecherin Bianca Schmidt mit. Besonders viele Buchungen kämen von Familien.

Gebucht wird kurzfristig

Dass die Schweizer weniger Lust auf die Hitze im Süden haben, wenn es hierzulande ohnehin schon heiss ist, stellt auch Jürg Stettler fest. «Schon der letzte Sommer hat die Leute ermutigt, in der Schweiz zu bleiben», sagt der Tourismusprofessor an der Hochschule Luzern. Das werde auch dadurch begünstigt, dass viele ihre Ferien immer kurzfristiger buchten und sich nach den Wetterprognosen richteten.

Bleiben Sie in den Sommerferien in der Schweiz? Warum? Erzählen Sie uns von Ihrer Entscheidung und senden Sie uns ein Foto von Ihren Ferien auf Balkonien.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • bergbäuerin am 26.07.2019 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    das ganze jahr ferien

    ich habe das ganze jahr ferien auf meinem bergbauernhof und nehme das wetter jeden tag wie es ist und freue mich daran ä wunderschöne tag öch allne

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  • Stefan Gerber am 26.07.2019 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Herbst/Winter

    Ich verreise an die Wärme, wenn es hier wieder kälter wird und die grosse Masse wieder arbeiten muss. Dann ist es wenigstens am Ferienort ruhig und erholsam.

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  • Susi Superschlau am 26.07.2019 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Mache nie im August Ferien

    Weil dann alle Ferien haben, überflüssige Schlagzeile.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sommer am 02.08.2019 23:15 Report Diesen Beitrag melden

    Getue

    Was für ein Geschrei wegen 2x ne Woche Hitze! Der Rest des Sommers war normal warm oder eher kühl - so wie jetzt. Es reicht langsam.

  • nape am 31.07.2019 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wärme??

    Ich war in Schottland, Wärme ?? 14 - 25 Grad

  • Im Süden am 30.07.2019 23:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ja verschiebt

    die Ferien am besten immer wieder um 12 Monate - Dann braucht man euch an den schönen Ferienorten nicht zu ertragen.

  • Sepp Trub am 30.07.2019 20:37 Report Diesen Beitrag melden

    Sommer geniessen, wo die A/C brummt

    Unsere Ferien sind zuhause, da wir wissen dass die A/C uns schoen kuehl haelt auf der Forch. Fahren auch gerne fuer ein paar Std. im Range Rover herum. Ist ja auch ganz kuehl. Das Chalet in Oberiberg muss warten so bis September wenn es abkuehlt. Auch etwas wandern auf dem Napf im Emmental kommt erst im Herbst.

  • Peter Pan am 29.07.2019 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Glück gehabt.....

    Zum Glück sind wir VOR der Hitzewelle nach Kreta.