Studie

15. Juni 2019 18:19; Akt: 15.06.2019 18:19 Print

Schweizer wechseln Stelle trotz Jobfrust nicht

von D. Vollenweider - Ein Viertel der Schweizer ist laut einer Studie unzufrieden im Job. Viele wollen trotzdem nicht wechseln. Das sind die Gründe.

Aus diesen Gründen wechseln Mitarbeiter trotz Unzufriedenheit den Job nicht. (Video: DV)
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Der Chef nervt, die Arbeitsmenge übersteigt das Arbeitspensum, und die Bezahlung ist schlecht. Viele Schweizer sind mit ihrem Job unzufrieden. Wie viele, zeigt eine neue Studie des Personalvermittlers Robert Half: Ein Viertel der Befragten gab darin an, im Job frustriert zu sein.

Umfrage
Macht Ihr Job Sie glücklich?

Das Überraschende: Obwohl 26 Prozent nicht glücklich sind, bleibt jeder Dritte davon dem Arbeitgeber treu. Sie sind nicht aktiv auf Jobsuche. Der häufigste Grund fürs Ausharren: Jeder Zweite nennt Vorzüge des aktuellen Arbeitgebers, wie flexible Arbeitsmodelle oder ein gutes Gehalt. Mit 29 Prozent am zweithäufigsten als Grund genannt wird die gute Beziehung zu den Arbeitskollegen (weitere Gründe siehe Video oben).

Unzufriedenheit wirkt sich auf die Gesundheit aus

«Kein Job ist zu 100 Prozent perfekt», sagt Zerrin Azeri, Associate Director bei Robert Half in Zürich. Darum gebe es immer mal wieder Grund, unzufrieden zu sein. «Wenn die Stimmung unter den Arbeitskollegen aber gut ist, kann das beispielsweise viel wettmachen», so Azeri.

Jedoch dürfe Unzufriedenheit im Job nicht auf die leichte Schulter genommen werden. «Wichtig ist, dass der Mitarbeiter nicht dauerhaft unglücklich im Job ist», erklärt die Personalberaterin. Denn das könne sich schnell auf die Gesundheit auswirken. «Arbeitsfrust kann in einem Burnout oder Boreout enden.»

Den Vorgesetzten informieren

In einem ersten Schritt sollten betroffene Mitarbeiter deshalb in jedem Fall das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen, um eine Lösung zu finden. Ändert sich trotzdem nichts, sei es Zeit für einen neuen Job. Auch wenn Mitarbeiter ausgenutzt oder gemobbt werden, ständig Überstunden anfallen und der Kollegenzusammenhalt leidet, sollte man laut der Personalberaterin Konsequenzen ziehen.

Die Umfrage im Auftrag von Robert Half wurde vom Marktforschungsinstitut Yougov im März 2019 unter 250 Arbeitnehmern in der Schweiz durchgeführt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jo am 15.06.2019 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach gesagt!

    Man soll die Vorgesetzten informieren wenn man unzufrieden ist?Nie und nimmer - die sind bei uns der Grund der Unzufriedenheit!

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  • Frust am 15.06.2019 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alteisen

    Leicht gesagt für Leute ü 50!

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  • Yann am 15.06.2019 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jedem dass seine

    Mit 55 wechselt man den job nicht mehr. Man macht dass Minimum wenn man nicht mehr zufrieden ist. Arbeitgeber machen fuer uns auch nur dass minimum.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Walti M. am 26.06.2019 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vielen Dank

    Dank der PFZ wurde jeder Arbeitnehmer ersetzlich. Alle Macht dem Arbeitgeber. Früher war Fluktuation teuer für den Arbeitgeber. Er musste was bieten. Heute ist Fluktuation willkommen, der Arbeitgeber kann bei jedem Wechsel seine Kosten senken. Gut gespielt FDP, SP und Grüne.

  • Masterstudentin mit TZ-Job am 22.06.2019 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Super realistische Tipps - IRONIE

    Ja klar mit dem Chef reden..da erhalte ich die Antwort: Klärs selber, interessiert mich nicht, hab keine Zeit dafür oder geh." Neue Stelle? Seriously? In einer Zeit, wo ausl. Arbeitskräfte bevorzugt werden? Ich bin in einem Job, indem ich nur Neider hab, weil ich vom Lehrling zum Master-Student mit nebenbei arbeiten hochgearbeitet hab. Suche seit 3/4Jahren einen neuen Job. Was ich erhalte sind Absagen über Absagen über Absagen. Aber hauptsache Umfrage mit unrealistischen Tipps. Bravo!

  • Thomas am 21.06.2019 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Hin und her

    Wen wunderts. Vom Regen in die Traufe. Was hier teilweise als Firmenführung und Management durchgeht, wär in Deutschland und Österreich illegal.

  • Petra am 18.06.2019 06:37 Report Diesen Beitrag melden

    Glück

    Ein jeder ist seines Glückes eigener Schmied.

    • Denkenistschmerzlos am 22.06.2019 12:52 Report Diesen Beitrag melden

      @Petra - Und denken tut nicht weh.

      Ja sowieso. Genau. Nach 400 Bewerbungen zusammen mit HR-Heini verschickt, 10 Vorstellungsgespräche und dann Absagen über Absagen, klar, ich schmiede mein Glück ja selber, dass ich einen Hilfsjob haben darf, der mich so schlecht bezahlt, dass ich noch 2weiter machen darf, dass ich über die Runden komm, trotz Berufslehre und uni-Masterabsxhluss. Und mit dem Chef reden und mehr Lohn verlangen ist gleich "okay du kannst diesen Job machen und bekommst ein Entgelt oder du kündigst. Choose the Option" Gute Wahlfreiheit-mein Humor

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  • M. Leben am 17.06.2019 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    1 Leben

    Für meine Kleinigkeit gab und gibt es nur eine Möglichkeit , glücklich & selbst bestimmend zu leben. Die Selbständigkeit. Auswandern und sich selber etwas auf zu bauen. Bin 50 und nach 7 Jahren immer wieder am Punkt eines Neuanfangs. Mein Engagement war so gewollt. Dies jeden Tag. Ohne Monotonie oder Mangel an Motivation , dies jedoch auch verbunden mit dem Risiko eines monetären Totalabsturzes. Jedem das seine.