Mobilität

22. Oktober 2018 11:08; Akt: 22.10.2018 11:47 Print

Schweizer wollen keine selbstfahrenden Autos

In der Schweiz ist man laut einer Studie gegenüber selbstfahrenden Autos viel skeptischer als in Ländern wie Brasilien oder China.

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Schweizer sind laut einer neuen Studie gegenüber selbstfahrenden Autos besonders skeptisch: Mehr als die Hälfte der 2000 online Befragten würden ein vollautomatisches Fahrzeug nicht nutzten wollen. Das autonome Fahren bleibt in der Schweiz trotz der Skepsis ein grosses Thema. An der Messe Smartsuisse fand kürzlich eine Konferenz zum autonomen Fahren statt. (Im Bild: der Microlino an der Smartsuisse) Ökonom André Müller von Ecoplan präsentierte an der Smartsuisse einige Ergebnisse einer Ecoplan-Studie vorab: «Klar ist, dass automatisches Fahren einen riesigen volkswirtschaftlichen Nutzen bringt», so Müller. Zahlen wollte Müller keine nennen. Aus den Unterlagen des Ökonomen geht aber hervor, dass allein durch optimierte Stauvermeidung jährlich Milliarden von Franken gespart werden können. Zu den Referenten gehörten Vertreter verschiedener europäischer Länder. Ein Sprecher von da sich das Unternehmen wohl wegen des tödlichen Unfalls in Arizona Ende März lieber nicht zu autonomen Autos äussern wolle, wie Jörg Beckmann (im Bild), Direktor der Mobilitätsakademie des TCS, am Anfang der Veranstaltung sagte. «In acht bis zehn Jahren dürfte das automatische Fahren aus der Testphase herauskommen», schätzt Michael Nikowitz vom österreichischen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie. Es sei schwierig, einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, da die neue Technologie so viele Facetten habe, dass auch simple Fragen schnell mal vergessen gehen – etwa: «Wer stellt beim selbstfahrenden Auto das Pannendreieck auf?» (Im Bild: der Shuttle von Postauto an der Smartsuisse) Nikowitz betont, dass gerade aufgrund der komplexen Zusammenhänge die. Vertreter zahlreicher Schweizer Unternehmen und Organisationen unterschrieben die von der Mobilitätsakademie des TCS lancierte Charta Automaticar. (Im Bild: Jürg Röthlisberger (r.), Direktor der Bundesamts für Strassen, unterzeichnet das Dokument. Neben ihm steht Jörg Beckmann, Direktor der Mobilitätsakademie.) Das Dokument formuliert die Grundsätze, nach denen das autonome Fahren vorangetrieben werden soll. Das sind die Unterzeichner der Charta Automaticar.

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Ins Auto steigen, den Zündschlüssel drehen und sich zurücklehnen, statt aufs Gaspedal zu drücken: Diese Vorstellung behagt nur einer Minderheit der Schweizer. Eine Umfrage des SBB Labs der Universität St. Gallen zeigt: Mehr als die Hälfte der 2000 online Befragten sind grundsätzlich nicht an der Nutzung eines vollautonomen Fahrzeugs interessiert.

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In Schwellenländern wie China, der Türkei oder Brasilien sind laut der Studie mehr Menschen am autonomen Fahren interessiert. Insbesondere für Personen, die noch keine Erfahrungen mit Assistenzsystemen gemacht haben, sei die Vorstellung, die Kontrolle abzugeben und dem Fahrzeug respektive der Technologie entsprechend vertrauen zu müssen, unangenehm.

Zwar werden bereits heute in der Schweiz Systeme zur Fahrunterstützung wie der Park- und Stau-Assistent oder der Abstandsregeltempomat geschätzt. Trotzdem zeigt sich, dass das autonome Fahren in der Schweiz mit zunehmendem Autonomiegrad eher abgelehnt wird. Je weniger der Fahrer in das Fahrgeschehen eingreifen kann, desto grösser ist seine Skepsis gegenüber dieser Technologie.

Vorteil von Mobilität im Alter wird geschätzt

Gemäss der Studie werden aber auch positive Aspekte erkannt. So werden die Vorteile des autonomen Fahrens im niedrigeren Kraftstoffverbrauch, dem Gewinn an nutzbarer Zeit, einem besseren und sichereren Verkehrsfluss sowie in der Mobilität im Alter gesehen. Diesen Vorteilen stehen aber verschiedene Unsicherheiten und Hemmnisse gegenüber: Neben der Sicherheit werden vor allem Bedenken bezüglich Haftungsfragen und Datenschutz geäussert. Auch die Angst vor dem Verlust von Kontrolle und Fahrspass ist präsent.

Freunde am Fahren fällt weg

Besonders die Idee ein selbstfahrendes Auto zu besitzen, fällt bei einer Mehrheit der Befragten durch. Dies könnte laut Studienleiter Christian Laesser daran liegen, dass die persönliche Beziehung des Fahrenden zum autonomen Fahrzeug abnimmt, weil er das Fahrzeug nicht mehr selber steuert: «Wenn man ein selbstfahrendes Auto kauft, investiert man nur noch in die Sicherheit, jeder Zeit ein Fahrzeug zur Verfügung zu haben. Aspekte wie die Freude am Fahren und das Gefühl von Kontrolle fallen weg.»

Die neuen Freiheiten, die mit den intelligenten, autonomen Fahrzeugen einhergehen, werden von den Befragten der Studie mit Vorbehalt aufgenommen. Statt sich während der Fahrt in einem vollautonomen Auto anderen Beschäftigungen zuzuwenden wie zu lesen, geben viele an, während der Fahrt weiterhin aktiv das Verkehrsgeschehen beobachten zu wollen. Immerhin würde knapp ein Viertel aller Befragten in der Schweiz ohne zu zögern eine Probefahrt in einem vollautonomen Fahrzeug unternehmen.

(vay)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Philipp am 22.10.2018 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Dafür brauchts eine Studie?

    Die meisten Schweizer wollen ja nicht ein mal eine automatisches Getriebe...

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  • DerSpanier am 22.10.2018 11:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die gibt es seit Jahren!!!

    Autos, die ich nicht selber fahren muss um ans Ziel zu kommen gibt es seit viele Jahren. Die sind mit der Buchstaben "TAXI" gekennzeichnet.

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  • Gabi Huse am 22.10.2018 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spass am Fahre

    Es ist keine Vertrauens Sache. Auto fahren macht Spass und kann Stress reduzieren (solange man nicht durch den Gubrist muss) Warum uns den Spass nehmen! Lasst mich in Ruhe Auto fahren und selbst einparken!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bürger am 23.10.2018 22:49 Report Diesen Beitrag melden

    NICHT MIT MIR !

    Ich bestimme selber über mein Geld, ob ich Kinder zeuge und Fahre ! ich lass mich von dieser Elite nicht sagen wie ich zu Leben habe ! solange ich ihre Mäuler stopfe

  • Sigbi am 23.10.2018 21:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fahre ich etwa Zug oder Taxi?

    Ich weiss ja nicht aber wenn ich Auto fahren will, dann will ich auch fahren. Sonst kann ich auch den Zug oder ein Taxi nehmen wenn ich nicht selber fahren will. Ein Auto ist gemacht um selber damit zu fahren! Der Klang des Motors und die Fahrgefühle - das über einen Computer gesteuert der man leicht mal Hacken kann... Nee Danke...

    • SimonSays am 23.10.2018 22:21 Report Diesen Beitrag melden

      Vortschritt

      Ich kann mir vorstellen dass die Leute genau das gleiche auch mal über Pferd und Wagen gesagt haben

    • urs am 23.10.2018 23:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sigbi

      Ja aber geflogen mit einem Flugzeug sind sie sicher auch schon. Der Autopilot ist da routine.

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  • rakete am 23.10.2018 19:46 Report Diesen Beitrag melden

    Umfragen in Frage stellen

    Die Asiaten glänzen nicht durch Fahrkünste, somit nachvollziehbar. Die Brasilianer fahren vorwiegend Mopeds. Seltsame Umfragen.

  • Der Gebieter am 23.10.2018 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich sehe nix

    ich bin schweizer und hätte gern ein selbstfahrendes auto! da ich rentner bin währe das für mich die beste lösung. da ich nicht fast nichts mehr sehe und so durch langsame fahrweisse den verkehr blockiere!

    • Gast am 23.10.2018 19:38 Report Diesen Beitrag melden

      Fahrausweis abgeben

      Da sollten sie aber besser gar nicht mehr fahren und den fahrausweis abgeben.

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  • Bruno K. am 23.10.2018 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Energielobby

    Da hat die Öl- und Elektrolobby etwas dagegen, wenn die Autos von selbst fahren. Die werden bestimmt auch in 20 Jahren noch Energie brauchen.