Flatrate

02. Juli 2018 08:06; Akt: 02.07.2018 09:23 Print

Schweizer wünschen sich 1 Woche mehr Ferien im Jahr

Könnten Schweizer wählen, würden sie rund eine Woche mehr Ferien machen, als ihnen derzeit erlaubt ist. Manche Firmen überlassen diese Wahl schon heute den Angestellten.

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Viele fahren in den Ferien ans Meer. Sehen Sie in der Bildstrecke 21 Dinge, die Sie in den Ferien unternehmen können und sollten, ohne wegfahren zu müssen. Den Sonnenaufgang auf einem Hügel in Ihrem Wohnkanton beobachten und fotografieren. Im Bild ist der Rätikon oberhalb von Chur (GR) zu sehen. Vom höchsten Aussichtspunkt in Ihrer Umgebung die Stadt oder das Dorf bewundern. Sich mit einem Gummiring einen Fluss hinuntertreiben lassen. Kochen oder backen Sie ein Gericht aus einer anderen Region. Haben Sie schon einmal Bündner Pizzoccheri (im Bild), Zuger Kirschtorte oder Solothurner Ofenguck selber zubereitet? Einen botanischen Garten besuchen und zehn neue Pflanzennamen lernen. Im Bild ist beispielsweise eine Azaleen-Blüte zu sehen. Eine neue Sportart ausprobieren. Sie wollten schon immer mal wissen, wie Cricket, Futsal (im Bild) oder Hornussen geht? Viele Vereine bieten Schnuppertage an. Den höchsten Berg in der Region bezwingen. Eine Hängebrücke überqueren. Dies lässt sich gut mit einer Wanderung kombinieren. Ein Museum in der nächstgelegenen Stadt besuchen. Tipp: In den meisten Städten gibt es Museen mit Gratiseintritt oder der Besuch ist an bestimmten Tagen kostenlos. Informieren Sie sich im Vorfeld auf der Museumswebsite. Tippen Sie auf der Schweizer Karte mit verbundenen Augen einen Ort an und fahren Sie anschliessend – abhängig von der Entfernung und Ihrer Fitness – entweder mit dem Velo oder öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin, um die Ortschaft auszukundschaften. Einen Tierpark oder Tiergarten besuchen und dort fünf neue Fakten über Waldtiere lernen. Ritterfeeling in einer Burg erleben. In der Schweiz eine archäologische Stätte wie Augusta Raurica, die keltische Mauer in Basel oder ein Amphitheater besuchen. Gemeinsam mit Freunden ein neues Gesellschaftsspiel lernen. Das geht entweder in der Badi, im Park oder bei Regenwetter zu Hause. Abseits der bewohnten Gebiete den Sternenhimmel betrachten und versuchen, Sternbilder zu erkennen. Mit Freunden Pedalo fahren. Ein Picknick im Grünen veranstalten. Im Freien übernachten – sei es auf dem Balkon, im Garten oder auf einem Zeltplatz. Bei Regen die Wohnung entrümpeln und nicht mehr benötigte Gegenstände verschenken oder auf einem Flohmarkt verkaufen. Eine Velo-Tour machen. In der Schweiz gibt es mehr als 45'000 Radrouten durch Wälder, über Hügel, an Seen oder Flüssen entlang oder in idyllische Dörfchen. Im Wald Himbeeren, Brombeeren oder Walderdbeeren pflücken.

Zum Thema
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Schweizer würden pro Jahr 30,5 Tage Ferien nehmen, wenn sie die Anzahl der Freitage selbst bestimmen könnten. Das zeigt eine repräsentative Studie von Xing. Im Schnitt erhalten Arbeitnehmer in der Schweiz 25,5 Tage Ferien pro Jahr, wie aus Zahlen des Bundesamts für Statistik hervorgeht. Schweizer wünschen sich also rund eine Woche mehr Ferien, als sie bekommen.

Umfrage
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In der Umfrage galt folgende Bedingung: Der Umfang der Ferientage dürfe nicht dazu führen, dass Arbeit liegen bleibe oder Kollegen durch die Abwesenheit übermässig belastet würden.

Nicht nur Wunschdenken

Die Zahl der Ferientage selbst bestimmen zu können, ist allerdings nicht nur Utopie: Laut Xing bieten manche Firmen bereits heute eine sogenannte Ferien-Flatrate. Etwa beim amerikanischen Streaming-Dienstleister Netflix oder dem Zürcher Start-up Advanon können Mitarbeiter selbst bestimmen, wie viele Ferientage sie beziehen wollen.

Kann so eine Flatrate gut gehen? Laut der Umfrage sind sich Schweizer uneinig darüber. 56 Prozent der Befragten bejahten dies, der Rest konnte sich nicht vorstellen, dass das ein gutes System ist. Bei jüngeren Menschen kommt das System besser an: Zwei Drittel der 18- bis 24-Jährigen halten die Flatrate für ein gutes System.

Flatrate führt zu weniger Absenzen

Paradox: In den USA hat Kickstarter die Flatrate eingeführt und bald darauf wieder gestrichen. Nicht etwa, weil die Mitarbeitenden ständig abwesend waren, sondern weil sie dank der Regelung zu wenig Ferien gemacht haben.

Yves Schneuwly, Geschäftsführer von Xing Schweiz, sagt zu den Studienergebnissen: «Die freie Gestaltung der Arbeitszeiten ist heute für viele Arbeitnehmende ein wichtiger Faktor, der es ihnen erlaubt, Berufsleben und Privates in Einklang zu bringen.» Für Firmen sei die Ferien-Flatrate eine Möglichkeit, mit attraktiven Anstellungskonditionen um Mitarbeiter zu werben.

(rkn)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • pyrat am 02.07.2018 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie jetzt?

    Wurde nicht von ein paar Jahren NEIN zu 6 Wochen Ferien abgestimmt?!

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  • Neurocognitive am 02.07.2018 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaft gewinnt immer

    Hm, war da nicht eine Abstimmung vor ein paar Jahren? Und es wurde abgelehnt..

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  • Marc Unknown am 02.07.2018 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Woche mehr

    Ich würde sogar auf den Lohn, den ich in dieser Woche bekommen würde, verzichten, wenn ich dafür eine Woche mehr Ferien hätte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan am 09.07.2018 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man kann nicht immer 5li und Weggli haben

    Es ist schon lustig bei der Kommentar zu lesen das die einten mehr Ferien wollen. Dafür verzichten Sie auf die Woche Ferien Entschädigung aber in der Ferien braucht man auch Geld. Zudem was heisst Ferien in den Urlaub gehen oder zuhause. Nach meiner Meinung gibts es unter diese Leute die wollen doch gar nicht richtig Arbeiten und nur profitieren in dem Sinne das Sie in möglichst Frühpensionierung gehen wollen, die sich auch nicht immer (leider) leisten können, dafür auch keinen Arbeitsmoral vorweisen würden.

  • Flunder am 05.07.2018 01:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Ferien

    Ich will nur noch die Hälfte an Ferien und dafür auch schon mit 40 in Rente!

  • Lisa W. am 04.07.2018 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Erst Nein dann jammern

    Kaum zu glauben, erst lehnen die Mehrheit 5 Wochen Ferien ab, obwohl nicht zu erklären und jetzt kommt das grosse Gejammere! Verstehe noch einer diese Welt.

    • f meier am 04.07.2018 17:45 Report Diesen Beitrag melden

      Kein jammern, kein Zusammenhang

      Wer jammert denn bitteschön? In der Abstimmung ging es um bezahlte Ferien, davon ist hier mit keinem Wort die Rede.

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  • Eidgenoss am 04.07.2018 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme Schweiz

    Hatte dieses Jahr bisher 2 Wochen Ferien und mein Feriengeldkonto (Extern im Stundenlohn angestellt) reicht vielleicht höchstens noch für eine Woche im Dezember. Wie kann so eine sch....e Legal sein? Trotz 100% Job.

  • libra am 04.07.2018 06:46 Report Diesen Beitrag melden

    Witz

    Wo waren diese schweizer bei der 6-Ferienwochen-Initiative? Alles nur floskel..