Teures Streaming

29. November 2018 11:25; Akt: 29.11.2018 11:25 Print

So viel zahlst du in der Schweiz bei Netflix drauf

von R. Knecht - Netflix ist in der Schweiz so teuer wie in kaum einem anderen Land. Das Abo kostet fast 4 Franken mehr als im US-Heimmarkt, obwohl die Auswahl kleiner ist.

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In welchen Ländern kostet Netflix am meisten? Das verrät die folgende Top-10-Liste. Deutschland 9.00 Franken 3682 Filme/Serien 0.25 Rappen Frankreich 9.00 Franken 3606 Filme/Serien 0.25 Rappen Niederlande 9.00 Franken 3421 Filme/Serien 0.26 Rappen Spanien 9.00 Franken 3211 Filme/Serien 0.28 Rappen Finnland 9.00 Franken 3186 Filme/Serien 0.28 Rappen Österreich 9.00 Franken 3042 Filme/Serien 0.30 Rappen Schweden 9.80 Franken 3294 Filme/Serien 0.30 Rappen Norwegen 10.50 Franken 3318 Filme/Serien 0.32 Rappen Schweiz 11.80 Franken 5600 Filme/Serien 0.21 Rappen Dänemark 11.95 Franken 3305 Filme/Serien 0.36 Rappen Es gibt zwei Hauptgründe, warum Netflix in der Schweiz höhere Preise verlangt, wie der Abo-Experte Ralf Beyeler vom Preisvergleichsdienst Moneyland zu 20 Minuten sagt. «Wie in vielen anderen Branchen spielt sicher die Schweizer Kaufkraft eine Rolle, dass man von den Schweizern mehr verlangen kann als in anderen Ländern», so Beyeler. Der zweite Grund hat mit der Landesgrösse zu tun: Netflix muss für jedes Land die Rechte an den Filmen und Serien separat managen. In der kleinen Schweiz könne Netflix die dadurch entstehenden Kosten auf weniger Kunden abwälzen, sagt Beyeler. Das hat laut dem Experten ebenfalls Einfluss auf die Preisgestaltung. Netflix setzt nicht nur auf Abo-Gebühren. Netflix testet derzeit Werbeschaltungen, die zwischen Serien (im Bild: «Orange Is the New Black») oder Filmen eingespielt werden. Die Nutzer des Streaming-Dienstes sind sauer. Doch es gibt Tricks, wie man die Testphase auf seinem Profil ausstellen kann. Auf den folgenden Slides erfahren Sie wie. Gehen Sie rechts oben auf Ihr Profil-Icon und klicken Sie auf den Punkt «Dein Account». Anschliessend öffnet sich ein Fenster mit Ihren Kontaktdaten. Unter der Rubrik Einstellungen finden Sie dann den Punkt «Test-Teilnahme». Anschliessend kommen Sie auf die Seite «Test-Teilnahme», wo Sie sich für Betas, Tests und Bewertungen anmelden können. Wollen Sie keine Werbungen zwischen den Serien, dann klicken Sie beim Button einfach auf «Aus». Und schon können Sie Ihre Lieblingsserie werbefrei geniessen.

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11.90 Franken im Monat kostet ein Abo beim beliebten amerikanischen Streaming-Dienst Netflix. Damit ist das Basic-Angebot in der Schweiz am zweitteuersten, wie ein internationaler Vergleich des britischen Vergleichsdiensts Comparitech zeigt. Nur Dänemark ist mit 79 dänischen Kronen, umgerechnet 11.95 Franken, noch ein kleines bisschen teurer. Die Top 10 der teuersten Netflix-Länder siehst du in der Bildstrecke oben.

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In anderen Ländern ist der Service teils merklich günstiger: Am wenigsten müssen Kunden in Brasilien bezahlen. Das Abo kostet dort umgerechnet 5.25 Franken im Monat. Im Heimatmarkt zahlen Kunden im Monat 7,99 US-Dollar, also rund 8 Franken.

0.21 Rappen pro Film

Obwohl das Abo in den USA fast 4 Franken günstiger ist, hat Netflix dort ein grösseres Angebot: Laut dem Vergleich bietet die Firma insgesamt 5839 Filme und Serien, 239 mehr als in der Schweiz. Pro Titel bezahlt ein US-Kunde im Monat somit umgerechnet 0.14 Rappen. In der Schweiz sind es 0.21 Rappen, rund 54 Prozent mehr als im Heimatmarkt von Netflix.

Es gibt zwei Hauptgründe, warum Netflix in der Schweiz höhere Preise verlangt, wie der Abo-Experte Ralf Beyeler vom Preisvergleichsdienst Moneyland zu 20 Minuten sagt: «Dass man von den Schweizern mehr verlangen kann als in anderen Ländern, liegt sicher an der hohen Schweizer Kaufkraft.»

Der zweite Grund hat mit der Landesgrösse zu tun: Netflix muss für jedes Land die Rechte an den Filmen und Serien separat managen. In der kleinen Schweiz könne Netflix die dadurch entstehenden Kosten auf weniger Kunden abwälzen, sagt Beyeler. Das hat laut dem Experten ebenfalls Einfluss auf die Preisgestaltung. Netflix selbst hat die grossen Preisunterschiede auf Anfrage von 20 Minuten bisher nicht kommentiert.

US-Preise in der Schweiz zahlen

Gibt es eine Möglichkeit für Schweizer Netflix-Kunden, die ausländischen Tarife zu nutzen? Ja, sagt Beyeler: «Wer Zugang zu einer amerikanischen Kreditkarte hat, kann Netflix in den USA abonnieren, den US-Preis bezahlen, und wenn er in der Schweiz ist, vom Schweizer Angebot profitieren.»

Wer sonst sparen will, kann sich etwa ein Abo teilen. Beim Standard-Abo für 15.90 Franken können zwei Personen den Account nutzen. Beim Premium-Abo für 19.90 Franken sind es vier Personen – das wären noch rund 5 Franken pro Person statt der 11.90 beim Basic-Abo.

Internationaler Schnitt: 0.22 Rappen pro Titel

Da das Angebot von Netflix auch in der Schweiz verhältnismässig gross ist, liegt der Preis pro Titel mit 0.21 Rappen im internationalen Mittelfeld: Im Schnitt bezahlen Kunden weltweit 0.22 Rappen. Am wenigsten für einen Film oder eine Serie zahlen Kunden in Kanada: 0.12 Rappen. Am teuersten ist Dänemark mit umgerechnet 0.36 Rappen pro Titel.

Netflix setzt nicht nur auf Abo-Gebühren: Die Firma hat kürzlich ein Testprogramm für Werbung lanciert. Bei manchen Nutzern erscheint darum zwischen Serien und Filmen Werbung. Viele Nutzer ärgerten sich über dieses Vorgehen. Wie Sie verhindern können, dass die Werbung auch bei Ihnen getestet wird, sehen Sie in der Bildstrecke oben.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Butterfly101 am 29.11.2018 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter Preis

    Ganz ehrlich find ich es nicht teuer.. Ich kann die Sendungen sehen die ich will und das ohne Werbung... Bei der SRG zahle ich mehr im Jahr, schaue es nicht und müsste Eerbung sehen wenn ich es täte...

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  • Launedernatur am 29.11.2018 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aha

    0.21 Rappen pro Film nennt ihr teuer? Dann lasst es doch bleiben...

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  • Robert am 29.11.2018 11:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Höhere Löhne

    Dann sind wir ja am günstigsten , mit bis zu 3mal höheren Löhnen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marcus am 30.11.2018 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechnen muss gelernt sein

    Was ist günstiger 0.25 Rappen wie in Deutschland oder 0.21 Rappen wie in der Schweiz? Ist doch gut oder könnt ihr nicht rechnen?

  • elianepe am 30.11.2018 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Netflix

    Grosse Auswahl, im Verhältnis zum Einkommen minim höherer Preis. Bringt Beispiele wo wir Schweizer wirklich abgezockt werden.

  • Peter Gut am 30.11.2018 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sind wir die dummen?

    Das Angebot sollte überall gleich teuer sein. Es ist so, dass ich für eine in der schweiz hergestellte Rolex in der Schweiz mehr bezahle als in Deutschland. Wir werden bis auf die Knochen ausgenommen und dumm dargestellt, auch wenn wir mehr verdienen. Wir arbeiten auch viel mehr...

  • A. H. V. am 30.11.2018 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Und dann liest man hier wieder Beiträge, welche die hohen Schweizer Netflix-Preise noch verteidigen! Wegen unseren hohen Löhnen und so... Zieht mal die Lebenskosten und Steuern vom Gehalt ab und ihr seht, dass wir unter dem Strich nicht besser dastehen als ein Deutscher - und dieser muss erst noch weniger lang arbeiten fürs Geld. Die Hirnwäsche unserer Arbeitgeberlobby zeigt Wirkung!

    • mrblack am 30.11.2018 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @A. H. V.

      Meh, also Netflix hat ja kaum Mitarbeiter in der Schweiz, da gehts wohl mehr um Urheberrechtskosten als um Löhne.. Keine Ahnug ob man uns wirklich mit den Deutschen vergleichen kann. 1000-1500 Euro im Monat, 50% Steuern und ja eben da ist dann schon etwas weniger Kaufkraft. Nicht dass ich denke wir sollten mehr bezahlen, finde das auch daneben.

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  • Daniel Meier am 30.11.2018 04:49 Report Diesen Beitrag melden

    Hochpreisinsel?

    Ich bin zurzeit in den USA und das Angebot auf Netflix ist praktisch identisch! Es gibt vlt evtl mehr für verschiedene Ansprechsgruppen Serien aber die sind irgendwie nicht bekannt. Hoffe das die Preise sinken, das wäre fair im. Vergleich zu unseren Nachbarn.