Immobilien-Boom

15. Februar 2020 20:50; Akt: 15.02.2020 20:50 Print

Schweizer verlassen Stadt für Landwohnung

Tiefe Mieten und Neubau: Wohnen auf dem Land wird immer attraktiver. Laut einer Studie ziehen mehr Schweizer aus der Stadt weg als umgekehrt.

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Viele Schweizer haben genug von der Wohnung in der Stadt. So ziehen in der Schweiz mehr Menschen aus der Stadt weg als in die Stadt. Das zeigt die Studie «Immobilien Schweiz» der Raiffeisen. Grund sind vor allem die tieferen Mietkosten auf dem Land. «Kein Wunder, entscheiden sich viele für den Wegzug aus der Stadt», sagt Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff. Von den 20 grössten hiesigen Städten haben nur Chur, Köniz, Schaffhausen und Winterthur positive Nettozuzüge zu verzeichnen. Während die bereits in der Schweiz wohnhafte Bevölkerung tendenziell die Städte verlässt, bleiben sie hingegen bei Expats und Zuwanderern «stark gefragt». Laut Studie wachsen die hiesigen Städte nur noch durch die Zuwanderung. (Im Bild: Zürich) Grund für die tieferen Mieten auf dem Land ist die steigende Zahl an leeren Wohnungen. In den Städten hingegen sind diese knapp, weshalb auch die Mieten teils deutlich teurer sind. Wer in den fünf grössten Schweizer Städten Zürich, Genf, Basel, Bern und Lausanne von seiner bisherigen 4-Zimmer-Wohnung mit 100 Quadratmetern in eine neue ziehen will, zahlt im Schnitt 35 Prozent mehr Miete. Ausserhalb der Zentren stehen hingegen immer mehr günstige und teils brandneue Wohnungen für etwas mehr Pendelzeit zur Verfügung. Laut Raiffeisen ist eine gleich grosse Wohnung auf dem Land für dieselbe oder gar tiefere Miete zu haben. Ein Wegzug aus der Stadt werde daher «rasch lohnenswert». Eine Umkehr dieser Situation sei in absehbarer Zeit nicht zu erwarten.

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Schweizer verlassen zunehmend die Stadt und gehen zum Wohnen in die Agglomeration oder aufs Land. Insgesamt ziehen mehr Menschen aus der Stadt weg als in die Stadt. Das zeigt die Studie «Immobilien Schweiz» der Raiffeisen.

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Grund sind vor allem die tieferen Mietkosten auf dem Land. «Kein Wunder, entscheiden sich viele für den Wegzug aus der Stadt», sagt Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff. Von den 20 grössten hiesigen Städten haben nur Chur, Köniz, Schaffhausen und Winterthur positive Nettozuzüge zu verzeichnen.

Städte wachsen nur dank Zuwanderung

Während die bereits in der Schweiz wohnhafte Bevölkerung tendenziell die Städte verlässt, bleiben sie hingegen bei Expats und Zuwanderern «stark gefragt». Laut Studie wachsen die hiesigen Städte nur noch durch die Zuwanderung. Anders gesagt: Ohne ausländische Zuzügler würden die Städte schrumpfen.

Betrachtet man nur die Umzüge innerhalb der Schweiz, sind 2018 rund 7000 mehr aus Zentren weggezogen als zugezogen. Hingegen sind über 5500 Bewohner mehr in die Agglomeration gegangen als umgekehrt, bei ländlichen Gemeinden sind es 3000 Bewohner.

Teure neue Stadtwohnung

Grund für diesen Trend sind laut Raiffeisen die grossen Unterschiede zwischen Bestandes- und Angebotsmieten. Wer in den fünf grössten Schweizer Städten Zürich, Genf, Basel, Bern und Lausanne von seiner bisherigen 4-Zimmer-Wohnung mit 100 Quadratmetern in eine neue ziehen will, zahlt im Schnitt 35 Prozent mehr Miete. Auch in kleineren Zentren ist der Unterschied mit 20 Prozent noch sehr hoch.

Chefökonom Neff sagt dazu: «Der Unterschied ist dabei umso grösser, je länger man in seiner Wohnung gelebt hat. Das ist eine Folge des Mietrechts, das in vielen Teilen der Schweiz zur Entstehung einer grossen Schere zwischen Bestandes- und Angebotsmieten geführt hat.»

Auf dem Land gibt es Neubauten

Ausserhalb der Zentren stehen hingegen immer mehr günstige und teils brandneue Wohnungen für etwas mehr Pendelzeit zur Verfügung. Laut Raiffeisen ist eine gleich grosse Wohnung auf dem Land für dieselbe oder gar tiefere Miete zu haben. Ein Wegzug aus der Stadt werde daher «rasch lohnenswert». Eine Umkehr dieser Situation sei in absehbarer Zeit nicht zu erwarten.

Grund für die tieferen Mieten auf dem Land ist die steigende Zahl an leeren Wohnungen. In den Städten hingegen sind diese knapp, weshalb auch die Mieten teils deutlich teurer sind. In der ganzen Schweiz standen laut Raiffeisen Mitte des letzten Jahres über 2,6 Prozent der Wohnung leer.

Kaufen statt mieten

Ebenfalls zeigt die Studie, dass die Preise für Einfamilienhäuser im letzten Jahr gestiegen sind. Bei Einfamilienhäusern betrug das Plus im letzten Quartal rund 4 Prozent. Für die eigene Wohnung legten die Preise um 1 Prozent zu. Weil die Zinsen aber nach wie vor auf Rekordtief sind, lohnt sich das Eigenheim aus finanzieller Sicht mehr als das Mieten: Im Schnitt kann man die Wohnkosten für eine 3- bis 4,5-Zimmer-Wohnung um 20 Prozent senken.

(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fotograf_Oli am 15.02.2020 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Landgegend akzeptieren

    Ziehen aufs Land und reklamieren wenn Kuhglocken,Kirchenglocken läuten oder wenn es auf Sportplätzen und Spielplätzen lauter ist tagsüber!

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  • Mario am 15.02.2020 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist schon eine "Stadt" in CH.

    Natürlich hats ein paar mehr Restaurants im Zentrum, aber wenn man etwas ausserhalb wohnt, ist es zum Land kein grosser Unterschied... abgesehen eben vom Preis. Und wer will schon freiwillig in Schwamendingen neben der Kehrichtverbrennungsanlage wohnen... dann lieber ab direkt aufs Land.

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  • Konrad Heule am 16.02.2020 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Bleibt wo ihr seid

    Städter, bleibt in euren stinkenden Städten! Wir brauchen euch nicht auf dem Land! Wenn ihr kommt muss früher oder später das Kirchengeläut abgestellt werden, Kuhglocken entfernt werden, und und und... Gibt nur Probleme!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Global denken am 16.02.2020 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lokal handeln

    Wir haben in unserer gemeinde schon länger beschlossen kein neues bauland mehr einzuzonen! Nur noch für gewerbe (gibt steuereinnahmen) und für einfamilienhäuser (weniger bevölkerung=weniger infrastrukturkosten) Wir sind überzeugt das der bauboom und bevölkerunsexplosion die gemeinden in 10-15 jahren durch die verechneten infrastrukturkosten tiefe rote zahlen schreiben werden!

  • Herr Schweizer am 16.02.2020 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Swixit

    Swixit! Brexit! Die Briten haben es gezeigt! Sie Wollen auch keine teuren Wohnungen und immer mehr Leute! EU ja, Personenfreizügigkeit nur beschränkt!

  • Margrit Aegerter am 16.02.2020 21:40 Report Diesen Beitrag melden

    zuwenig Pendler

    Danach aber halt jeden Tag wieder ein paar Kilometer mehr Stau oder im Stehplatz im ÖV, sich darüber nerven und deshalb zuhause Beschwerden einreichen wegen Lärm von Kuhglocken, Kirchenglocken, Kinder, Hunde ohne Dauerleine usw...

  • Samuel am 16.02.2020 21:24 Report Diesen Beitrag melden

    Gehen wir den Weg von UK für die CH

    Die Schweiz sollte auch einen klaren Schnitt machen mit einem Brexitt gegenüber der EU wie die UK, um danach neue Billaterale auszuhandeln, vorallem keinen freien Personenverkehr mehr in die Schweiz aus der EU, sondern nur Kontigente!, auch gegenüber anderen drittstaaten Ländern.So können wir alles selbstänfig eigenhändig steuern. Denn dass macht neu jetzt genau Brittanien UK.

  • Chiara am 16.02.2020 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    Denkt Weitsichtig mit einem JA

    Wer Begrenzungsinitiative ablehnt, sagt im weitesten sinn ja zu einem nächsten schritt zur EU Mitgliedschaft. ARME SCHWEIZ/ER/INNEN

    • Alain Suter am 16.02.2020 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chiara

      Es geht eigentlich nicht um eine Mitgliedschaft in der EU, es geht um Bevölkerungsdichte, verstopfte Strassen und teure Wohnungen! Darum stimme ich auch ja!

    • Chiara am 16.02.2020 21:32 Report Diesen Beitrag melden

      Ich Warne nur....

      Und trotzdem wäre es ein Zeichen für die EU Beführworter in CH wenn es ein Nein gibt bei der Begrenzungsinitiative zu einem neuen Anlauf zur EU Mitgliedschaft der CH.

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