Unsichere Märkte

18. Mai 2012 06:20; Akt: 18.05.2012 15:48 Print

Schwere Verluste an Tokios Börse

Sorgen vor einem möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone haben die asiatischen Börsen belastet. Der japanische Nikkei-Index brach um fast drei Prozent ein.

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Im Sog der europäischen Schuldenkrise geht es an Asiens Börsen weiter steil bergab. Zum Wochenschluss prägten vor allem Sorgen um Spaniens Banken den Handel und zogen insbesondere Finanzwerte nach unten.

Hinzu kamen die schwelende Angst vor einem Euro-Austritt Griechenlands sowie schwache Zahlen aus der amerikanischen Wirtschaft. «Es gibt noch keine Lösung des Europa-Problems, und wir hatten sehr enttäuschende US-Daten», sagte Marktstratege Frances Cheung von Credit Agricole CIB in Hongkong am Freitag. «Das alles ist negativ und drückt zusätzlich auf die Stimmung am Markt.»

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index fast drei Prozent tiefer auf 8611 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab 2,9 Prozent auf 726 Zähler nach. Die Unsicherheit angesichts der Krise in Europa treibt viele Investoren in den Yen, den sie als relativ sichere Anlage betrachten.

Gerüchte aus Spanien

Dies wiederum belastet die Aktienkurse exportorientierter Unternehmen, denen ein starker Yen das Auslandsgeschäft erschwert. Nissan-Papiere etwa verloren 3,2 Prozent. Die Aktie von Nikon gab 6,2 Prozent nach.

Unter Druck standen auch Finanztitel. So rutschten etwa die Papiere des Brokers Nomura um 5,6 Prozent ab. Die Ratingagentur Moody's stufte 16 spanische Finanzinstitute herab und schürte damit Befürchtungen, die Bankenkrise in dem Euro-Land könnte weiter eskalieren.

Hinzu kam ein Medienbericht, wonach Kunden der teilweise verstaatlichten spanischen Sparkasse Bankia allein in der vergangenen Woche über eine Milliarde Euro abgezogen hätten. Das spanische Wirtschaftsministerium dementierte dies allerdings.

«Heikle Situation»

Die anderen asiatischen Handelsplätze vermögen das Bild nicht aufzuhellen: Der südkoreanische Kospi-Index verlor 1,5 Prozent auf 1.798 Zähler, der Hongkonger Hang-Seng-Index fiel um 2,1 Prozent auf 18.802 Punkte. Der australische S&P/ASX 200 notierte im Minus mit 2,2 Prozent bei 4.064 Zählern. Auch die Leitindexe in Singapur, Taiwan, Festlandchina und Neuseeland gaben nach.

Analysten von der DBS Bank in Singapur bezeichneten die Situation als heikel. «Die meiste Aufmerksamkeit gilt Europa, wo es immer noch grosse Risiken gibt. Die USA schrammen an einer Art Wachstumsrate von zwei (Prozent) entlang. Das ist zwar besser als in Europa, doch die Dinge verschlechtern sich, statt sich zu verbessern», schrieben sie in einer E-Mail.

Die Vorgaben aus den USA waren schwach: Die US-Börsen hatten am Donnerstag niedriger geschlossen. Grund waren schwache Daten vom Verarbeitenden Gewerbe in der US-Region Mid-Atlantic.

(sda/ap)