Konjunktur

30. August 2015 16:49; Akt: 30.08.2015 17:16 Print

Seco fordert weitere Freihandelsabkommen

Der Seco-Chefökonom pocht auf zusätzliche internationale Vereinbarungen und sieht grosses Innovationspotenzial bei Firmen wie Uber und Airbnb.

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Beurteilt die Entwicklung kritisch, wonach sich im Bereich der digitalen Wirtschaft immer mehr dominante bundesnahe Unternehmen ausbreiten: Seco-Chefökonom Eric Scheidegger. (Archiv) (Bild: Peter Schneider)

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Im heiklen wirtschaftlichem Umfeld sei neben dem Erhalt der bilateralen Verträge es wichtig, dass der Bund weitere Freihandelsabkommen abschliesse. Dies erklärt Eric Scheidegger, Chefökonom des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Solche Abkommen seien für die Exporteure zentral, um neue Märkte zu erschliessen, führt Scheidegger weiter aus. Die Diversifizierung der Absatzmärkte ist für den Ökonomen ein wirksames Mittel im Kampf gegen die Frankenstärke.

Zollerleichterungen könnten helfen

Daneben sind für Scheidegger aber auch Massnahmen auf dem Binnenmarkt notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Das Seco prüfe derzeit im Auftrag des Bundesrates entsprechende Möglichkeiten. Neben der weiteren Liberalisierung von Infrastrukturmärkten wie dem Strom- und Gasmarkt könnten auch Erleichterungen bei den Einfuhren helfen, die Arbeitsproduktivität zu erhöhen.

Ideen sind laut Scheidegger etwa eine vereinfachte Erhebung der Mehrwertsteuer beim Import oder die Abschaffung gewisser Zölle. Diskutiert werden müsse auch über eine Erhöhung der Zollfreigrenze. Privatpersonen und KMU könnten dann mehr zollfrei importieren, was im Kampf gegen die Preisinsel Schweiz nütze, sagt der Ökonom.

Kritik an die Adresse der Swisscom

Grosses Innovationspotential sieht Scheidegger auch in der digitalen Wirtschaft, zu der Unternehmen wie Uber und Airbnb gezählt werden. Neue Marktentwicklungen müssten zugelassen werden, ohne vorschnell bestehende Regulierungen auf neue Angebote anzuwenden. Die Entwicklung, wonach sich im Bereich der digitalen Wirtschaft auch immer mehr dominante bundesnahe Unternehmen ausbreiten, beurteilt Scheidegger kritisch.

Bei der jüngsten Partnerschaft der Swisscom mit der SRG und Ringier, bei der Entwicklung von elektronischen Patientendossiers durch die Post sowie bei der Entwicklung mobiler Zahlungssysteme durch Postfinance bestünden Risiken der Wettbewerbsverzerrung. Es sei zu vermeiden, dass die staatsnahen Unternehmen allein aufgrund ihrer Grösse die privaten Anbieter verdrängten.

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Asgart1 am 30.08.2015 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Freihandelsabkommen,

    aber an der Grenze Zöllner die dem Kleinen Geld zur Tasche rausziehn...komische Politik und Logik

  • Christian am 30.08.2015 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    NEIN zu neuen EU-Diktatur-Gesetzen

    Die heutigen CH-Billateralen-Verträge genügen vollkommen, weniger ist mehr - auf USA UBER + AIRBNB-DIKTATUR können wir gut verzichten.

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  • U. Müller am 31.08.2015 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Aufpassen!

    Einfach dann um Gottes Willen die Klauseln gut durchlesen, wenn schon. Und bitte schön die Finger vom TTIP Freihandelsabkommen mit den USA lassen! Denn dieses Abkommen ist wahrlich vom Teufel persönlich! Sollte das auch noch kommen, dann sehe ich nicht mehr viel positives für die Zukunft.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Meier Max am 08.09.2015 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viele EU länder am abserbeln

    Man sollte Freihandelsabkommen viel mehr fördern, länder wie Frankreich und die Diktatur EU wo Protektinismus geflrdert wird sind gegen diese Abkommen, fr Merkel schwenkte beim G7 treffen zu den Beführwortern, da Deutschland erkennt, dass das Land mit immer schwächeren EU Partnern umgeben ist. Frankreich wurde nach über 50 Jahren bezüglich import von deutschland, von den USA abgelöst, bedenklich für das 2. grösste EU land

  • Leser am 01.09.2015 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt nicht den Freihandel

    So wenig wie es die Wirtschaft, den Bürger, den Konsumenten oder die Politik oder blosse Wirtschaftsinteressen gibt. Hingegen gibt es unterschiedliche Ausgangslagen, Interessen, Chancen und Risiken, die es in jedem Fall ganzheitlich, vorausblickend und ausgewogen im Interesse des Landes hart und präzis zu verhandeln gilt. Es gibt keine Blaupausen für Freihandelsverträge. Freihandelsverträge brauchen Geduld und Zeit.

    • U. N. am 01.09.2015 13:17 Report Diesen Beitrag melden

      Freihandel ist keine Garantie

      Freihandelsverträge sind weder Persilschein noch Garantie für Prosperität und Gewinn. Es ist mehr oder weniger Verzicht auf den alten Wegzoll ergänzt um flankierende Maßnahmen. Der Weg selber und die Chance auf Gewinn ist für Unternehmen jedes Mal voller Stolpersteine und Überraschungen. Markterschließungen verlangen und kosten einiges mehr als Zollgebühren. Es sind Investitionen und es erfordert Risikofähigkeit.

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  • Thomas Gehtniemandwasan am 31.08.2015 20:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jaja seco

    So kann das Seco Ausländische Firmen arbeiten lassen und ware Importieren. Gerade eben sind ja so oder so schon 30 Millionen versenkt worden in der IT

  • U. Müller am 31.08.2015 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Aufpassen!

    Einfach dann um Gottes Willen die Klauseln gut durchlesen, wenn schon. Und bitte schön die Finger vom TTIP Freihandelsabkommen mit den USA lassen! Denn dieses Abkommen ist wahrlich vom Teufel persönlich! Sollte das auch noch kommen, dann sehe ich nicht mehr viel positives für die Zukunft.

    • citoyen am 31.08.2015 19:05 Report Diesen Beitrag melden

      hallo Antiglobalisierer

      USA = Teufel. Dann ist Nordkorea = gut . Die bewahren die Bevölkerung vor dem Kontakt mit der bösen Aussenwelt. Ein selbstbewusstes Land wird es schaffen, mit jedem Land einen guten Deal zu machen.

    • Goldschmied Fabian am 31.08.2015 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @citoyen

      Warum immer gleich solche extrem Vergleiche, Nordkorea usw ? Dass solche Staaten kein Maßstab sind versteht sich von selbst. Kritik an den Freihandelsabkommen ist sicher nicht unberechtigt. Gregor Gysi kritisiert diese Freihandelsabkommen auch aufs schärfste! "Politiker hätten über Dokumente abgestimmt, in einer Juristensprache, welche sie selbst nicht verstehen." Ich versteh nicht, wie man das momentane Weltgeschehen so verharmlosen kann? Oder haben manche ein Platz auf einem anderen Boot?

    • Replik @ citoyen am 01.09.2015 08:49 Report Diesen Beitrag melden

      Vereinfachungen sind nicht zielführend

      Schwarz und Weiss-Raster und Vorurteile führen nicht weiter. Hat uns eigentlich die neuere Geschichte drastisch vor Augen geführt. In der Aussen- wie in der Innenpolitik.

    • Patrick am 01.09.2015 17:23 Report Diesen Beitrag melden

      Vom Teufel persönlich

      Vom Teufel persönlich, mit undeklariertem, pestizidgetränktem Genfood. Ein Nachlabeling der Waren würde aufgrund von einer der tausenden von Klauseln von einem ausländischen Gericht verboten. Souveränität ade, der ganze Müll willkommen. Ich bin gespannt wie sich unsere Politiker von den Lobbys aufkaufen lassen und das Volk verkaufen. Wir werden es sehen!

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  • K. Glauben am 31.08.2015 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Das SECO??

    Sind nicht das die Typen die gerade ein IT Projekt für 30 Mio. in den Sand gesetzt haben? Sind das nicht auch die die behaupten das es eine Arbeitslosenquote gibt um 3,5%? Ich frage mich wieso die noch immer eine Plattform bekommen den Müll zu verbreiten den sie sich immer ausdenken. Bis jetzt hat das SECO noch nie etwas zu Stande bekommen. Hier geht es auch wieder darum den grossen Geld in die Tasche zu spülen und die kleinen abzukassieren.

    • Hans am 31.08.2015 20:41 Report Diesen Beitrag melden

      Seilschaften nennt man das

      Irgendwo müssen ja die vielen überzähligen Ökonomen die die UNI verlassen ja untergebracht werden. Die Kommilitonen wissen schon wie man sich gegenseitig Helfen kann, und Helfen ist ein muss.

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