Schweizer Konjunktur

20. September 2011 08:02; Akt: 20.09.2011 09:28 Print

Seco senkt die Prognosen für das Wachstum

Wegen des starken Frankens und der schlechten weltweiten Konjunktur ist der Bund skeptisch. Die Schweizer Wirtschaft werde nur noch um 0,9 Prozent wachsen.

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Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat wegen der Abkühlung der weltweiten Wirtschaftsentwicklung seine Wachstumsprognosen für die Schweizer Wirtschaft gesenkt. Im kommenden Jahr soll das Schweizer Bruttoinlandprodukt demnach noch um 0,9 Prozent steigen.

Bisher ging die Bundesstelle von einem Plus von 1,5 Prozent aus. Auch die Wachstumsprognose fürs laufende Jahr wurde von 2,1 auf 1,9 Prozent gesenkt. Pessimistisch zeigen sich die Seco-Experten insbesondere für die Wirtschaftentwicklung im Euro-Raum, welche die Konjunktur in der Schweiz stark mitbeeinflusst.

Im Communiqué vom Dienstag ist von erhöhten Rezessionsrisiken in Europa die Rede. So dürfte Europas Wirtschaft der Schweiz genau so wenig Wachstumsimpulse geben wie die seit längerem schwächelnden USA oder die wachstumsstarken Schwellenländer, die sich laut Seco ebenfalls in einer Abkühlungsphase befinden.

Die Experten des Staatssekretariats für Wirtschaft halten ausserdem fest, dass neben der Schwäche der weltweiten Konjunktur auch der starke Franken das Wachstum in der Schweiz dämpfen werde. Selbst nach der Einführung einer Wechselkursuntergrenze von 1,20 Fr. pro Euro sei der Franken hoch bewertet, liessen sie verlauten.

Binnenwirtschaft als Konjunkturstütze

Schwächetendenzen in der Schweiz sieht das Seco denn auch hauptsächlich bei den Exporten und der Zurückhaltung der Unternehmen bei Investitionen. Die inlandorientierten Wirtschafstbereiche dagegen würden die Konjunktur weiterhin stärken, namentlich dank des durch die tiefen Zinsen angetriebenen Baubooms.

Beim Seco sieht man allerdings ein Risiko, dass das Wirtschaftswachstum noch deutlich schlechter ausfallen könnte als nun prognostiziert. Dies wäre der Fall, wenn es zu weiteren starken Turbulenzen an den Finanzmärkten infolge der europäischen Schuldenkrise käme.

Steigende Arbeitslosigkeit

Die schwächere Konjunktur in der Schweiz dürfte nächstes Jahr zudem zu einer steigenden Zahl von Arbeitslosen führen. Dies, nachdem die Arbeitslosigkeit seit 2009 laufend zurückgegangen ist. Die Seco-Experten rechnen fürs laufende Jahr mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent, im kommenden Jahr mit einer solchen von 3,4 Prozent.

Eine Inflationsgefahr sieht das Seco trotz der expansiven Geldpolitik der Schweizer Nationalbank fast nicht. Weder von den Güter- noch von den Arbeitsmärkten her gebe es Inflationsdruck und auch die Teuerungsimpulse von den Erdölpreisen dürfte sich in engen Grenzen halten, heisst es im Communiqué. Prognostiziert sind mit 0,4 Prozent im laufenden und 0,3 Prozent im kommenden Jahr denn auch sehr tiefe Inflationsraten.

Notiz an die Redaktion: Sie erhalten bis 1200 eine Gesamtzusammenfassung zu den Seco- Prognosen und den Aussenhandelzahlen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karl Wüst am 20.09.2011 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ich möchte auch nach oben korrigieren

    Mir ist bewusst dass das Einschätzen der Zukunft eher schwiereg ist. Fakt ist aber auch, dass die ganze Wirtschaft auf das SECO schaut und anhand dieser Prognosen Ihre Zukunft und Investitionen plant. Hochdotierte und studierte Spezialisten tragen Daten zusammen und werten diese aus, geben eine Prognose ab und verwerfen diese wieder. Hat ein Handwerker schon mal versucht zu seinem Chef zu gehen und hat dann gesagt: "Du Chef, ich hab da 4 bis 5 Faktoren nicht vorhersehen können... Ich korrigiere meine Arbeitszeit nach oben/ unten"? Gut gemacht SECO... Ich weis nur noch nicht was...

  • R. Ealist am 20.09.2011 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Falschprognosen sollten verboten werden!

    Sie verleiten zu falschen Schlüssen und provozieren falsche Entscheidungen, welche die Menschheit sehr viel Geld kosten können.

Die neusten Leser-Kommentare

  • R. Ealist am 20.09.2011 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Falschprognosen sollten verboten werden!

    Sie verleiten zu falschen Schlüssen und provozieren falsche Entscheidungen, welche die Menschheit sehr viel Geld kosten können.

  • Karl Wüst am 20.09.2011 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ich möchte auch nach oben korrigieren

    Mir ist bewusst dass das Einschätzen der Zukunft eher schwiereg ist. Fakt ist aber auch, dass die ganze Wirtschaft auf das SECO schaut und anhand dieser Prognosen Ihre Zukunft und Investitionen plant. Hochdotierte und studierte Spezialisten tragen Daten zusammen und werten diese aus, geben eine Prognose ab und verwerfen diese wieder. Hat ein Handwerker schon mal versucht zu seinem Chef zu gehen und hat dann gesagt: "Du Chef, ich hab da 4 bis 5 Faktoren nicht vorhersehen können... Ich korrigiere meine Arbeitszeit nach oben/ unten"? Gut gemacht SECO... Ich weis nur noch nicht was...