Löhne

26. Juni 2019 04:48; Akt: 26.06.2019 07:16 Print

So viel verdienten die Schweizer 2018

Bürokräfte, Techniker, Akademiker: Das sind die Medianlöhne der Schweizer Arbeitnehmenden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Für einen Vollzeit-Angestellten lag der Medianlohn in der Schweiz 2018 bei 81'000 Franken brutto. Das wären 13-mal 6231 Franken. Das heisst, die Hälfte der Arbeitnehmenden verdiente mehr, die andere weniger als diesen Betrag.

Umfrage
Bist du mit deinem Lohn zufrieden?

Je nach Berufsfeld gibt es grosse Unterschiede: Ein Akademiker etwa hat einen Medianlohn von 100'000 Franken im Jahr, bei einer Bürokraft sind es 72'500 Franken – und ein Lehrling verdient je nach Lehrjahr zwischen 9600 und 15'700 Franken im Jahr (siehe Bildstrecke oben).

Frauen verdienen 16 Prozent weniger

Die Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen auch, dass Frauen wesentlich weniger verdienen als Männer. Über alle Berufsfelder gesehen, bekommt die Hälfte der vollzeitbeschäftigten Frauen weniger als 71'500 Franken. Bei den Männern liegt der Median bei 85'200 Franken. Demnach verdienen Frauen rund 16 Prozent weniger.

Am extremsten ist der Lohnunterschied bei den schlechtest- und bestbezahlten Jobs. So erhält die Hälfte der weiblichen Hilfsarbeitskräfte im Jahr 48'400 Franken bei Vollzeitarbeit. Das ist ein Viertel weniger als ein Mann mit 64'500 Franken. Bei Führungskräften beträgt der Unterschied 24 Prozent.

Willkür in der Lohnverhandlung

Vergütungsexperte Urs Klingler von der Beratungsfirma Klingler Consultants beobachtet bei Gehaltserhebungen ebenfalls Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern. Grund seien meistens zu breite oder altersbasierte Lohnbänder, Automatismen bei der Lohnerhöhung und Willkür in der Lohnverhandlung. Zudem seien Löhne in vielen Unternehmen nicht an die Funktion gebunden.

Auch wenn Faktoren wie etwa Alter oder Erfahrung eine Rolle beim Gehalt spielten, gebe es einen unerklärten Lohnunterschied von rund 9 Prozent, sagt Silja Kohler, Sprecherin der Gewerkschaft Unia, zu 20 Minuten: «Die Frauen erhalten also einzig und alleine weniger Lohn, weil sie Frauen sind.»

Viele Unternehmen seien sich der Unterschiede gar nicht bewusst, so Kohler. Die Gewerkschaft fordert darum, dass alle Firmen regelmässig Lohnanalysen durchführen und anhand der Ergebnisse den Frauen Gehaltserhöhungen gewähren.

«Mitarbeitende lassen es sich nicht mehr gefallen»

Die empfundene Lohngerechtigkeit gewinnt laut Vergütungsexperte Klingler an Bedeutung, und viele Unternehmen tun etwas gegen das Ungleichgewicht: «Sehr qualifizierte Mitarbeitende bei grossen, international tätigen Firmen lassen sich Lohndiskriminierung nicht mehr gefallen», sagt der Experte zu 20 Minuten.

Nicht aus der BFS-Statistik ersichtlich sind das Alter, die Erfahrung und die genauen Funktionen der verglichenen Erwerbstätigen.

(rkn)

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • valser am 26.06.2019 05:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Thema Lohn

    hatten wir doch jetzt schon 7 mal in den letzten Wochen... Sommerloch im Medienmark?

    einklappen einklappen
  • Jan am 26.06.2019 05:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht schon wieder

    Jetzt geht das Gejammer wieder los. Wer mit seinem Lohn nicht zufrieden ist soll etwas dagegen machen oder den Mund halten.

    einklappen einklappen
  • Big Bang am 26.06.2019 05:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1... 2...

    Und nun geht das Theater wieder los, weil die meisten den Unterschied zwischen Mediallohn und Durchschnitt nicht schnallen..,

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus am 27.06.2019 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht nur jammern

    Zum Teil seid ihr auch selbst schuld. In der Schweiz hat man so viele Möglichkeiten, man muss nur mal etwas machen. Weiterbildungen, wechseln auf gesuchte und gefragte Berufsbilder (falls man die Fähigkeit hat). Ich bin seit 30 Jahren in der IT (seit 15 Jahren Beratung), und kann vor allem auch als Selbständiger meine Aufträge auswählen. Seit 20 Jahren kam ich nie mehr unter 120'000. Als Selbständiger eh nochmals viel besser (immer über 250'000 - nach Steuer!).

    • Realist am 27.06.2019 19:58 Report Diesen Beitrag melden

      @Markus

      Lebst wohl von Staatsaufträgen auf Kosten der Steuerzahler. Privatkunden würden dich für solch hohe Honorarrechnungen kaum engagieren.

    einklappen einklappen
  • sam am 27.06.2019 12:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Automatisch

    Es sollte eigentlich keine Lohnverhandlungen geben müssen. Jder Arbeitgeber weis was seine Angestellten leisten und die sollen doch bitte entsprechend entlöhnt werden. Mindestens ist eine jährliche Erhöhung gemäss der realen Teuerung notwendig. Anderfalls muss der Arbeiter davon ausgehen dass er zuwenig Leistung bringt. Dann kann er das Gespräch suchen. Alles Andere ist ein Witz.

  • AppleBee am 27.06.2019 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Zahlen

    Ich zitiere hier Star Wars. Luke sagt: «Beindruckend. Jedes Wort in diesem Satz war falsch.» Mir kommt das so vor, dass da das Blaue vom Himmel herab gelogen scheint. Solche zahlen stimmen sicher nicht, oder bin ich der Einzige dem es so ergeht?

    • Marko0912 am 27.06.2019 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @AppleBee

      nei nach der Statistik verdiene ich weniger als ein Frau, von wegen Männer verdienen mehr und beleg sogar ein höhere Position ! aber was soll man machen wen man sich beschwert heißt es wen es dir nicht passt dan geh ich finde sogar einen günstigeren als dich!

    • AppleBee am 27.06.2019 21:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marko0912

      Gut da gebe ich dir total recht. Da ist der AG am längeren Hebel.

    einklappen einklappen
  • kletterpunk am 27.06.2019 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1 verdienen

    2renten und Vorsorge Probleme und stadts Probleme werden auf dem Arbeiter rücken ausgetragen

  • Gert am 27.06.2019 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    Es wird sich eh nichts ändern!

    Last den Frust hier raus. Denn auch mit solchen Kommentaren und Politik wird es weiterhin so bleiben. Alle verdienen an die bestehenden Wirtschaft. Die einen weniger und die anderen mehr. Aber am Schluss haben alle etwas davon. Aber wenn ihr es anders möchte, dann nur zu. Einfach die Konsequenzen dazu berücksichtigen. Mehr Lohn auch gleich mehr Kosten. Am Schluss wird es immer ein 0 Summenspiel sein und bleiben. Das ist buchhalterisch so gegeben. Die Löhne (Kosten) werden nicht von den Firmen direkt bezahlt, sondern mit dem Geld die sie einnehmen bzw. mit ihrer Arbeit verdienen (Ertrag).

    • Martina am 27.06.2019 08:27 Report Diesen Beitrag melden

      @Gert

      Du hast vollkommen recht! Leider sieht die heute Gesellschaft nur was sie bekommen und nicht wie und warum! Diese Gesellschaft bewegt sich selber in den Abgrund und geben meist den anderen die Schuld, denn sie fühlen sich in ihrem Wohlstand überqualifiziert und über allen und alles. Schlimmer als Kindern. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt (Gott sei dank). Das sieht man gut bei den Wahlen und Abstimmungen. Immer mehr Mitbürger sind erwacht.

    einklappen einklappen