Rüebli aus dem Automaten

22. Februar 2011 12:24; Akt: 22.02.2011 12:46 Print

Selecta will zu gesundem Essen erziehen

von Gérard Moinat - Seit einem Jahr betreibt Snack-Anbieter Selecta an einem Dutzend Schulen Automaten mit gesunden Produkten. Zeigen die den gewünschten Erfolg, gibt es sie bald überall.

storybild

Selecta-Automaten mit Süsswaren: Bald ein Bild, das der Vergangenheit angehört? (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Vollkornbrot-Sandwichs mit Magerquark statt Mayonnaise, Rüebli-Stäbchen und Cherry-Tomätli statt Twix und M&Ms. Mit einem «überdachten Angebot» präsentieren sich Selecta-Automaten seit gut einem Jahr an einem Dutzend Schweizer Schulen.

Schüler der Kantonalen Mittelschule in Altdorf (UR), der Berufsfachschule für Gesundheit Münchenstein (BL) oder der Sekundarschule Alterswilen (TG) können sich so am Automaten auf dem Schulgelände mit gesunden Produkten namens «fresh + fit» eindecken. Anstoss für das Projekt gab das Bundesamt für Gesundheit. Die Snacks wurden anschliessend zusammen mit Ernährungsexperten der Berner Fachhochschule entwickelt.

«Mit unserem ausgewogenen «fresh + fit»-Angebot wollen wir einen handfesten Beitrag leisten, um die Verfügbarkeit von ernährungsphysiologisch vertretbarer Pausenverpflegungen an Schulen zu gewährleisten», erklärt Ophélie Peillon, Leiterin des Projekts bei Selecta. Soll heissen: Die Schüler sollen statt Junkfood gesunde, altersgerechte Znüni und Zvieri essen können.

«Empfehlenswerte» Produkte schon um 12 Prozent erhöht

Am Anfang der Testphase habe der Anteil der «empfehlenswerten» Produkten bei 44 Prozent gelegen – «und das war schon viel höher als in einem «normalen» Sortiment eines Automaten», betont Peillon. Mittlerweile sei man bei einem Anteil von 56 Prozent, «den wir weiterhin sukzessive weiter erhöhen wollen.»

Zu den Umsatzzahlen gibt Selecta keine Auskunft. Vielleicht weil Schüler das Grünzeug links liegen lassen und so oder so nur an Süssigkeiten interessiert sind. Doch Peillon lässt das nicht gelten: «Wir hatten in diesem Projektjahr sehr viele positive Rückmeldungen von Schulleitungen, aber auch von den Schülern selber.»

Doch egal wie gefragt die gesunden Produkte auch sind – Schwierigkeiten bereitet Selecta noch, ein rentables Business Modell zu entwickeln. Peillon: «Es ist nicht so einfach, mit vielen Frischprodukten, die täglich aufgefüllt werden sollten, rentabel zu sein.» Vielleicht will Selecta gerade deshalb den Prozentsatz der Frischprodukte erhöhen, um so über höhere Mengen eine akzeptable Marge zu erzielen.

Trinken muss das Pferd selber

Die Projektverantwortliche zeigt sich jedenfalls zuversichtlich: «Verläuft das Pilotprojekt entsprechend unseren Erwartungen, werden wir die Möglichkeit studieren, künftig vielleicht auch Spitäler und Firmen mit solchen Automaten auszurüsten.» Das Pilotprojekt läuft noch mindestens bis Ende 2011.

«Die Anpassung des Angebots ist ein Schritt in die richtige Richtung», sagt Heinrich von Grünigen von der Schweizerischen Adipositas-Stiftung, die sich für die Anliegen Übergewichtiger einsetzt. Zwar sei getreu dem englischen Sprichwort «You can lead the horse to water, but you can't make it drink» der Konsum gesünderer Lebensmittel durch das blosse Anbieten nicht garantiert.

«Aber zumindest haben wir keine Zustände wie in den USA, wo Coca-Cola auch schon mal einen Teil des Schulumsatzes an die Reisekasse beisteuerte», so von Grünigen. Es soll aber gemäss von Grünigen auch schon Schüler in den Pilotprojekten gegeben haben, die sich beklagten, dass es in den Automaten zu wenig Süssigkeiten gab.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Remo am 22.02.2011 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Selectaautomaten

    Die frage ist woll was Selecta unter Gesundem Essen versteht. Etwa Knopers die ja eigentlich nur aus Zucker bestehen oder diese verpackten Brötchen,die bestimmt mit viel Konservierungsstoffen versetzt sind. Na unter gesundem essen verstehe ich was anderes.

  • t0m am 22.02.2011 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    selecta und co

    naja, dies ist eine von vielen Möglichkeiten Selecta eine Plattform zu bieten. Ich persönlich finde das Preis/Leistungsverhältnis absolut nicht gerechtfertigt. Und einen Apfel kann man auch von zu Haus mitnehmen. Meiner Meinung nach ist dieses Konzept für Selecta kontraproduktiv. Wahrscheinlich werden die Süssigkeitenpreise im Schulautomaten dafür angehoben...

  • Peschä am 22.02.2011 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Erziehung

    Erziehung ist Sache der Eltern und nicht von Snack-Automaten.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peschä am 22.02.2011 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Erziehung

    Erziehung ist Sache der Eltern und nicht von Snack-Automaten.

    • Pipolino am 09.03.2011 16:45 Report Diesen Beitrag melden

      Vorsicht Phrasendrescher!

      Niemand erwartet sich Erziehungsarbeit vom Automaten, es wird vielmehr die Möglichkeit eröffnet, sich für eine gesunde Jause zu entscheiden.

    einklappen einklappen
  • t0m am 22.02.2011 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    selecta und co

    naja, dies ist eine von vielen Möglichkeiten Selecta eine Plattform zu bieten. Ich persönlich finde das Preis/Leistungsverhältnis absolut nicht gerechtfertigt. Und einen Apfel kann man auch von zu Haus mitnehmen. Meiner Meinung nach ist dieses Konzept für Selecta kontraproduktiv. Wahrscheinlich werden die Süssigkeitenpreise im Schulautomaten dafür angehoben...

  • Peschä am 22.02.2011 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Gesundheitswahn

    Wer lässt schon ein Rüebli aus dem Automaten? Zum Verzehr vorbereitetes Gemüse - z.B. Rüeblistreifen mit Dip-Sauce - sind oft extrem teuer. Gesundes Essen anzubieten ist Aufgabe der Schulkantine - bitte nicht mit diesen grässlichen Fertigsaucen! Wer sich vernünftig ernährt, kann zwischendurch auch mal was süsses essen. Die meisten Schüler haben eh zuwenig Geld, um sich am Automaten dick zu essen.

  • Remo am 22.02.2011 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Selectaautomaten

    Die frage ist woll was Selecta unter Gesundem Essen versteht. Etwa Knopers die ja eigentlich nur aus Zucker bestehen oder diese verpackten Brötchen,die bestimmt mit viel Konservierungsstoffen versetzt sind. Na unter gesundem essen verstehe ich was anderes.

  • Nemo am 22.02.2011 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Genial!

    Grossartig und Bravo kann ich da nur sagen. Anders kommt man gegen die Lebensmittel-Lobby nicht an. Nur aufpassen, dass nicht diese "heilenden Lebensmittel" Einzug halten. Natürlich und gesund reicht.