Zinsschraube

30. Oktober 2019 18:15; Akt: 30.10.2019 19:23 Print

US-Notenbank senkt Leitzins

Die US-Währungshüter gaben heute ihren Zinsentscheid bekannt. Die Märkte erwarteten bereits eine weitere Senkung – wegen Donald Trump.

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Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins zum dritten Mal in diesem Jahr gesenkt. Die Rate liegt damit nun zwischen 1,5 und 1,75 Prozent, wie die Federal Reserve am Mittwoch in Washington nach einer Sitzung ihres für die Zinspolitik zuständigen Ausschusses mitteilte. Mit den Zinssenkungen reagiert die Notenbank auf die Abschwächung des US-Wirtschaftswachstums.
Die Zentralbank gehe von anhaltendem Wirtschaftswachstum aus, «aber es bestehen bei dieser Prognose weiter Unsicherheiten», hiess es mit Blick auf das global schwächere Wachstum. Der Inflationsdruck sei derzeit gering.

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Wird sich die Zins-Situation normalisieren?

Die US-Wirtschaft befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs. Die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr, doch die Warnsignale einer bevorstehenden Abkühlung mehren sich. Der Handelskrieg mit China lastet auf der US-Konjunktur, genauso wie dies geringere Investitionen der Privatwirtschaft und eine Flaute im verarbeitenden Gewerbe tun.

Spekulation über weitere Zinssenkungen

Die Fed bemüht sich mit ihrer Geldpolitik, das nunmehr seit einem Jahrzehnt anhaltende Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten. Die Notenbank hatte daher nach Jahren stagnierender oder steigender Zinsen im Juli die Kehrtwende eingeleitet.

Die jüngste Zinssenkung war allgemein erwartet worden, die Reaktion der Märkte dürfte sich daher in Grenzen halten. Mit Spannung erwarteten Investoren jedoch den weiteren Ausblick der Notenbanker: Wird die Fed zusätzliche Zinssenkungen andeuten? Oder wird die Zentralbank erst einmal eine abwartende Stellung einnehmen? Investoren erhofften sich mehr Klarheit von Notenbankchef Jerome Powell, der am Mittwoch vor die Presse treten wollte.

Volkswirtschaft wuchs um 1,9 Prozent

Der Leitzins, die sogenannte Federal Funds Rate, ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken über Nacht Geld leihen. Eine Senkung des Zinssatzes verbilligt Kredite, weswegen Firmen leichter investieren können und viele Bürger weniger für den Schuldendienst ausgeben müssen – sie haben so mehr Einkommen zur Verfügung.

Die US-Wirtschaft konnte ihr Wachstumstempo im Sommer dank eines robusten Privatkonsums in etwa halten. Die weltgrösste Volkswirtschaft wuchs im dritten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 1,9 Prozent, wie Zahlen vom Mittwoch zeigten. Das war nur geringfügig weniger als das Wachstum von 2,0 Prozent, das im zweiten Vierteljahr erzielt wurde.

Anders als in Europa werden Wachstumszahlen in den USA auf das Jahr hochgerechnet. Sie geben damit an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Wachstumstempo ein Jahr lang anhielte. Die Wachstumszahlen aus den beiden grossen Wirtschaftsräumen sind daher nicht unmittelbar miteinander vergleichbar.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mark am 30.10.2019 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu kurzfristig

    Dieses so erzeugte Wirtschaftswachstum ist langfristig eine Katastrophe für die USA aber auch für den Rest der Welt.

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  • Eleonore am 30.10.2019 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    Das gesamte monetäre System, so wie es ist, ist ein Auslaufmodell. Weltweit sind Heute soviel Schulden angehäuft, dass die ganze Weltbevölkerung drei Jahre Produktivität benötigen würde um auf Null herauszukommen. Das heisst nichts anderes, als drei Jahre kein Einkommen für niemanden und kein Geld für das tägliche Leben nur um schuldenfrei zu werden. Wenn man das so betrachtet, dann wird erschreckend klar, in welcher Sackgasse wir Alle stecken. Selbst die, welche immer noch denken, dass sie auf der Plusseite sind stehen mit beiden Beinen im Nichts.

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  • Sympathicus am 30.10.2019 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Dank den angezettelten Handelskriegen ist die Staatsverschuldung der USA wieder einmal auf Rekordhöhe gestiegen. Washington muss schlicht mehr Gelder bereitstellen um die heimische Landwirtschaft und Industrie zu stärken als durch Strafzölle eingenommen wird. Diese Kehrseite der Medaille verschweigt aber die Regierung. Wie immer zählt der kleine Mann die Zeche. Zwar ist in der Bevölkerung dank den Geldern aus Washington noch Ruhe, irgendwann aber gehen auch denen die Augen auf.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kain am 31.10.2019 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Kreditkarten

    Sinken Jetzt die Kreditkartenzinsen von Joe Sixpack von 29.99% auf 29.74%? Mann, wird der sich freuen und gleich den Konsum ankurbeln gehen...

  • Lisa am 31.10.2019 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie schön

    Fast in allen westlichen Ländern und in Ländern die auch nach diesem System wirtschaften ist die Konjunktur nur noch auf "Pump" am laufen.

  • L T am 30.10.2019 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Grund für Kritik.

    Die Schweiz sollte die Amerikanische Regierung nicht immer kritisieren. Amerika ( Trump ) schaut für die Bevölkerung und entlastet sie, die Schweiz nimmt der Bevölkerung und macht uns das Leben immer schwerer.

  • Mickey House am 30.10.2019 22:18 Report Diesen Beitrag melden

    Vor dem Abgrund

    Trump will den Wechselkurs Euro/USD möglichst konstant halten. Die EU dagegen will keinen erstarkenden Euro. Folge: Die beiden machen sich gegenseitig schwach und schwächer. Der USD ist aber im Vorteil, weil bei den Zinsen noch einigen Spielraum vorhanden ist. Beim Euro dagegen geht kaum noch was. Der Euro steht vor dem Kollaps. Die EU steht vor dem Abgrund und zurück kann sie auch nicht. Und die SNB...tapst naiv hinterher.

    • Daniel am 31.10.2019 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mickey House

      Der Euro und die EU wird schon seit Langem totgeredet.... und beide leben weiter. Muss schon frustrierend sein, wenn das eigene Wunschdenken nie eintrifft.

    • David Stoop am 31.10.2019 10:17 Report Diesen Beitrag melden

      @Mickey House

      Wie geht bitte die Logik auf, dass der Euro vor dem Kollaps steht, weil er aufgewertet wird? Wenn der Euro vor dem Kollaps stehen würde, müssten die Leute doch Geld abziehen, sprich er müsste sich abwerten. Fabulieren Sie sich hier einfach etwas zusammen?

    • Chris am 31.10.2019 12:43 Report Diesen Beitrag melden

      @Daniel

      Am 28. Oktober 1929 dachten auch noch alle ein Crash sei unmöglich.

    • Mickey House am 31.10.2019 15:46 Report Diesen Beitrag melden

      @David

      Als ob das nicht klar wäre: Natürlich wertet der Euro ab. Ständig. Und das wird so weitergehen, bis es schlichtweg nicht mehr geht, denn bei Negativzinsen kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo's der Sparer endgültig satt hat. Alle Euro-Investitionen der SNB sind für den Reisswolf. Im Mai 1992 war der Kurs EUR/CHF 1.90.

    • Waver am 31.10.2019 22:27 Report Diesen Beitrag melden

      GST

      Zu welchem Preis ? Unfassbar, dass die Menschen in NordEuropa nicht schon Längst den Aufstand proben. Aber es scheint; solange man sowieso nichts zu verlieren hat, kann es einem auch Egal sein. Also dieses WunschExperiment einer Einheitswährung war seit der Einführung eine Todgeburt und hat nur eine Wertvernichtung und eine Umverteilung ausgelöst.

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  • Robin am 30.10.2019 22:17 Report Diesen Beitrag melden

    Kool...

    Trump ist am aufräumen :-)

    • Fragender am 31.10.2019 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Robin

      was ist so Kool daran ;-)

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