Aktienkurs sinkt

15. März 2019 08:48; Akt: 15.03.2019 09:09 Print

UBS-Chef Sergio Ermotti erhält 14,1 Millionen

Die Bezüge des UBS-Chefs und der Konzernleitung stiegen in den vergangenen Jahren stark an. Anders als der Aktienkurs.

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Sergio Ermotti hat finanziell ein gutes Jahr hinter sich. Der Chef der UBS hat im vergangenen Jahr 14,1 Millionen Franken für seine Dienste bei der Grossbank erhalten. Damit ist seine Gesamtvergütung im Vergleich zum Vorjahr um 80'000 Franken gesunken.

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Ermotti übernahm im September 2011 die UBS von Oswald Grübel. 2012 – in seinem ersten ganzen Jahr – erhielt er 8,9 Millionen Franken. Nun sind es rund 60 Prozent mehr.

Ganze Konzernleitung erhält mehr Lohn

Ermotti erhielt vor allem mehr variable Vergütungen. Seine fixe Vergütung lag seit 2012 zwischen 2,7 und 2,8 Millionen Franken. Die Boni hingegen stiegen unter anderem über Aktienpakete von 6,1 Millionen Franken auf 11,3 Millionen Franken für das Jahr 2018. Vergangenes Jahr lag der Wert bei 11,4 Millionen Franken.

Doch nicht nur Ermotti selbst erhält viel mehr Lohn als 2012. Die gesamte Konzernleitung erhielt für das Jahr 2018 über 100 Millionen Franken. Damit stieg dieser Wert erstmals über diese Grenze von 100 Millionen Franken. Davon waren 73 Millionen variable Vergütungen.

Geschäftserfolg kann nicht mithalten

So lässt sich auch bei der Konzernleitung seit Anfang der Ära Ermotti ein starke Steigerung sehen. 2012 erhielten die elf Mitglieder der Konzernleitung 72 Millionen Franken. 2018 waren es fast 30 Millionen Franken oder 40 Prozent mehr.

Nicht mithalten mit dieser Entwicklung konnte indes der Geschäftserfolg. Der Aktienkurs zum Beispiel stieg zwar 2015 stark an. Seither gab die Aktie allerdings wieder deutlich nach. Und lag Ende 2018 – wieder verglichen mit Anfang 2012 – nur gerade rund 11 Prozent höher. Vom Aktienkurs ist am Ende auch abhängig, wie hoch die ausbezahlten Boni in Aktien der Konzernleitung wirklich sind.

Milliardengewinn fällt tiefer aus

Die Bank erzielte unter Ermotti jeweils unter dem Strich einen Milliardengewinn. An den Gewinn von über 6 Milliarden aus dem Jahr 2015 kam die UBS aber in den vergangenen Jahren nicht mehr heran.

Die Diskussionen um hohe Cheflöhne haben in letzter Zeit wieder zugenommen. Vorbei sind die Zeiten, als eine gewisse Zurückhaltung geübt wurde. Gerade im Umfeld der 2013 angenommenen Abzocker-Initiative wurde das Thema heiss diskutiert. Doch trotz der Diskussion sind die Managerlöhne seither wieder gestiegen.

Eine Studie von Travail Suisse zeigte vergangenes Jahr, dass die Vergütungen der Manager seit dem Jahr 2011 um 16 Prozent gestiegen sind. Die Angestellten in den untersuchten 36 Firmen verdienten 3,8 Prozent mehr.


2018 wurde der Hauptsitz der UBS an der Bahnhofstrasse neu eröffnet. So sieht es im Gebäude aus. (Video: RKN)

Dieser Artikel erschien ursprünglich im «Tages-Anzeiger» und wurde durch 20 Minuten bearbeitet.

(rkn)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schweizer Büezer am 15.03.2019 08:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache die UBS wurde gerettet

    Haben wir die UBS dazu gerettet, dass sie ihren CEOs anschliessend Löhne in Millionenhöhe auszahlt? Wie lange noch, liebe Schweiz???

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  • Aebmeg am 15.03.2019 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke!

    ....... und der Sparer geht zinsfrei aus!

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  • miriam suter am 15.03.2019 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ubs

    da kann man schon lächeln! eine Frechheit!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Toni am 18.03.2019 19:23 Report Diesen Beitrag melden

    UBS Unterstützer

    Top Bank. Es wird Zeit Frankreich zu verklagen, danach die USA.

  • Serge W., Genf am 18.03.2019 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Variablen Lohn (Aktien) ...

    .... möchten - und kriegen - die meisten Normalverdiener eh nicht (insbesondere, weil das Moment der Zufälligkeit der Kursentwicklung mitspielt und dies arbeitsrechtlich abgelehnt wird, v.a. wenn der Kurs runterrutscht - dann wird gejammert); selbst Kaderleute sind nicht so erquickt (Überstunden gehören schon mal dazu, aber dann noch Kurzstürze?). Ich gönne Herrn Ermotti die CHF 2.8 Mio; auch das Steueramt kriegt einen fetten Anteil.

  • woabil am 18.03.2019 08:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gangster

    Normal werden Gangster eingesperrt. Einigen aber zahlt man Riesenlöhne!?!?

  • RS am 18.03.2019 08:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es soll im Gut tun. Irgendwann bekommt...

    Es soll ihm Gut tun. Wenn wir Sterben sind wir alle gleich und niemand kann seinen Reichtum mitnehmen. Darum verstehe ich auch diese Gier nicht wenn die Löhne angemessen verteilt wären ginge es allen gut und es wäre viel friedlicher auf dieser Welt. Die gierigen Menschen machen unsere Erde kaputt nicht der Normale Bürger. Gewinnoptimierung bis zum abwinken koste es was es wolle und dann tüchtig abkassieren.

  • Deny54 am 18.03.2019 07:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld falsch verteilt

    Meine Tochter muss mind. 230 Jahre arbeiten um so eine Summe zu erreichen!

    • Heinz Maier am 18.03.2019 15:36 Report Diesen Beitrag melden

      @Deny54

      hat ihre tochter auch das nötige zeug für eine solche funktion? ausbildung, berufserfahrung, netzwerk? falls nein, erübrigt sich eigentlich ihr kommentar

    • Für am 19.03.2019 11:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heinz Maier

      Solche Posten sind Punkt eins...Null Hemmungen..Null Toleranz..Menschen die über Leichen gehen..und noch ein gschpüri 'Gefühl' mit Geld! (Ausbildung als Formsache..?)

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