Unerwartete Komplikationen

25. Juli 2018 11:52; Akt: 25.07.2018 14:01 Print

Sergio Marchionne starb nach Operation in Zürich

Der ehemalige Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne ist gestorben. Bei einer Operation im Unispital Zürich traten unerwartet Komplikationen auf.

Fiat steckte vor wenigen Jahren noch in der Krise. Dank Sergio Marchionne fand der Konzern den Weg zurück an die Weltspitze. Nun ist der italo-kanadische Manager mit engen Verbindungen zur Schweiz gestorben, wie Fiat am Mittwoch mitteilte. (Video: Tamedia/SDA)
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Der langjährige Chef der Autobauer Fiat Chrysler und Ferrari Sergio Marchionne starb am Mittwoch, wie Fiat mitgeteilt hat. Fiat und Ferrari hatten am Samstag bereits bekannt gegeben, dass der 66-Jährige die Posten des Vorstandschefs beim italienisch-amerikanischen Autobauer Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und bei der Tochter Ferrari aus gesundheitlichen Gründen abgeben müsse. Fiat- und Ferrari-Präsident John Elkann sagte laut Mitteilung: «Leider ist das, was wir befürchtet haben, eingetreten. Sergio Marchionne, ein Mann und Freund, ist fort.»

Nach unerwarteten Komplikationen bei einer Operation in Zürich hatte sich der Zustand des Managers so stark verschlechtert, dass er seine Arbeit als Fiat-Chef sowie als Präsident und Vorstandschef von Ferrari nicht wieder aufnehmen konnte. Der Vorstandschef der Chrysler-Tochtermarke Jeep, Mike Manley, übernahm das Ruder. Das Unispital Zürich wollte auf Anfrage keine Auskunft zum Tod Marchionnes erteilen.

Marchionne war seit 2004 Chef von Fiat-Chrysler

Marchionne hatte die Führung bei Fiat-Chrysler 2004 übernommen und den Autobauer in den vergangenen 14 Jahren einschneidend umgebaut. Er brachte die kriselnde Kernmarke Fiat auf Vordermann, betrieb die 2014 vollzogene Fusion mit dem US-Autobauer Chrysler zu einer neuen Dachmarke.

Das schillernde Leben des Fiat-Sanierers Marchionne

Seit der Fusion stieg der Wert der Aktie um fast 350 Prozent – und damit so stark wie bei keinem anderen Unternehmen der Branche. 2016 gliederte er dann Ferrari aus dem Konzern aus und brachte den Sportwagenbauer separat an die Börse.

Neben seiner Tätigkeit bei Fiat-Chrysler blieb Marchionne danach aber weiterhin Chef bei Ferrari. Der Ferrari-Aufsichtsrat reagierte nach eigenen Angaben mit «grosser Traurigkeit» auf die Nachricht vom Verscheiden des Managers.

Ende einer Ära

Als wichtiges Vermächtnis Marchionnes gilt auch die Konzentration auf Nischenmarken. Zum Ende seiner Karriere bei FCA hatte der Manager sein letztes grosses Ziel erreicht und die Schuldenfreiheit des Unternehmens für Ende Juni verkündet.

Marchionne galt als Visionär, aber auch als harter Verhandlungspartner für Gewerkschaften und in der Formel 1. Mit markigen Sprüchen machte er sich weltweit einen Namen.
Sein Tod wird von vielen Menschen in Italien als das Ende einer Ära gesehen.

(sil/sda/afp)