Sharing Economy

02. September 2019 14:46; Akt: 02.09.2019 15:40 Print

Die 300'000-Franken-Uhr gibts jetzt zum Mieten

von Dominic Benz - Ein Zürcher Start-up bietet teure Zeitmesser zum Tragen für eine gewisse Zeit an. Wer eine Uhr verliert, sollte dennoch genug Geld haben.

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Das Zürcher Start-up will die Sharing Economy auf Luxusuhren ausweiten. Im Bild die Gründer (v. l.) Claudius Knecht, Julian Vogelsang, Lucas Knecht und Robin Vogelsang Auf der Website stehen Kunden derzeit rund 60 Uhren zum Mieten zur Auswahl. Die Uhren kommen aus Privatbesitz. Vom Vermieten profitieren die Besitzer. Sie erhalten 40 Prozent Rendite auf jedes Mietangebot. Viele 20-Minuten-Leser sind Uhrenfans. Dieser Leser ist stolz auf seine Hublot Black Caviar. Auf den folgenden Bildern zeigen weitere Leser ihre Lieblingsuhren. «Schlicht ein Klassiker», schreibt dieser Leser über seine Uhr von IWC. Ein Leser über seine Omega: «Mein treuer Begleiter seit 46 Jahren.» Diese Uhr von Longines hat der Leser zum Geburtstag geschenkt bekommen. «Eine Legende!», schreibt dieser Leser über seine Heuer Autavia von 1972. «Breitling ist Leidenschaft», schreibt dieses Paar. Audemars Piguet Royal Hublot Oceanographic 4000 Omega Seamaster Planet Ocean Rolex Daytona Van der Bauwede GT1 Breitling Navitimer B01 Rolex Day-Date 40 Reservoir GT Tour 371 SE RB Baumgartner Kappelen RB Baumgartner Scheidegg Rolex Daytona Maurice Lacroix Aikon Longines HydroConquest Fliegeruhr von Zeno-Watch Basel Rolex Submariner Vintage RB Baumgatner Mischabel IWC Cornavin Rolex Ein Relikt aus den 1980ern: Casio Zoomnzap 1985 Japan Module 497 Rolex Ein Sammler, offensichtlich: Porsche Design P6612 Dashboard, Oris Artix und Oris TT1 Diver Limited Edition. Und noch eine Kollektion eines Sammlers. Hublot MTW Genève JB Horlogerie Rolex Certina Rado Breitling Mauron Musy Rolex Tissot Breitling

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Egal ob bei Autos, Wohnungen oder E-Trottinetten – die Sharing Economy boomt. Die Idee vom «teilen statt besitzen» will das Start-up Dials nun auch auf Luxusuhren ausweiten. Auf der Website der Jungfirma können Interessierte ab sofort für eine gewisse Zeit eine teure Uhr mieten.

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«Unsere Zielgruppe sind unter anderem Uhrenfans, die entweder die Abwechslung schätzen, eine Uhr für einen speziellen Anlass suchen oder die im Moment nicht in eine Luxusuhr investieren wollen oder können», sagt Robin Vogelsang zu 20 Minuten. Er ist einer der vier Mitgründer des erst im letzten Mai gegründeten Start-ups. Zu mieten sind Uhren von Rolex, Audemars Piguet, Omega oder Patek Philippe.

«Das ist ein ungenütztes Potenzial»

Umgekehrt sollen auch die Besitzer der Uhren profitieren. Sie können die Zeitmesser auf der Plattform vermieten. So stammen alle Uhren aus Privatbesitz. Laut Vogelsang würden viele ihre Uhren nicht ständig tragen, sondern in einer Schublade verstauen. «Das ist ein ungenütztes Potenzial. Mit unserer Plattform können die Vermieter nun auf ihre Uhr eine Rendite erwirtschaften», sagt der Mitgründer.

Wirtschaftspsychologe Jörn Basel von der Kalaidos Fachhochschule äussert sich skeptisch: «Bei Produkten wie Luxusuhren resultiert die Freude in der Regel erst, wenn man diese besitzt.» Auch habe das Mieten einer Uhr nur einen geringen realen zusätzlichen Nutzen ausser als Statussymbol. Dieser sei etwa beim Leihen eines Luxusautos gegeben. «Der Nutzen besteht hier im Fahrkomfort oder in den bequemeren Sitzen», erklärt Basel. Er glaubt, dass die Plattform letztlich nur in einem Nischenmarkt tätig sein wird.

Uhrenindustrie hält sich bedeckt

Auch Jakub Samochowiec, Konsumpsychologe am Gottlieb Duttweiler Institut, erwartet keine riesige Nachfrage. Er betont aber, dass wenn man bloss bei einer bestimmten Gelegenheit andere Menschen beeindrucken wolle, man keine solch teure Uhr kaufen müsse. «Und auch für ein paar Instagram-Fotos braucht man die Uhr nur kurz.» In diesen Fällen würde das Mieten einer Luxusuhr daher durchaus Sinn machen, so der Experte.

Kaum Freude an der Plattform dürfte die Uhrenindustrie haben. Sie hält sich aber bedeckt. «Wir nehmen davon Kenntnis», sagt Jean-Daniel Pasche, Präsident des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie FH.

Zum Start der Plattform von Dials sind rund 60 Uhren im Angebot. Gemäss Vogelsang habe man derzeit sieben Vermieter an Bord. Gemietet werden können die Uhren für drei Wochen, drei Monate oder ein halbes Jahr. «Der Preis für die Miete berechnen wir aufgrund der Nachfrage und des Marktpreises der Uhren», so der Jungunternehmer.

10'000 Franken für eine Patek Philippe

Je länger eine Uhr gemietet wird, desto günstiger die Miete. Momentan liegt das günstigste Angebot bei 250 Franken für drei Wochen, das teuerste bei 10'000 Franken für den gleichen Zeitraum. Bei Letzterem handelt es sich um einen Chronografen von Patek Philippe im Wert von rund 300'000 Franken. Die Vermieter der Uhren erhalten eine Rendite von 40 Prozent jeweils auf den Mietpreis.

Zudem sind die Zeitmesser vollständig versichert. Dennoch: «Mit leichten Gebrauchsspuren muss man rechnen», sagt Vogelsang. Man sorge jedoch für einen perfekten Unterhalt der Uhren. Teuer kann es aber für die Mieter werden. Geht die Uhr kaputt, müssen sie einen Selbstbehalt von mindestens 200 Franken oder 10 Prozent der Schadenssumme bezahlen. Bei Diebstahl ist ein Fünftel des Werts fällig. Wer die Uhr verliert, zahlt den vollen Wert. Vogelsang bleibt dennoch zuversichtlich. «Unser Ziel für das erste Geschäftsjahr sind 100 bis 150 Kunden, die regelmässig Uhren mieten.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • p.s87 am 02.09.2019 15:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überlegt nochmals

    Chronographen gehören für mich in die Kategorie Luxusgüter. Wer mietet sich schon eine Uhr? Solche Dinge kauft man sich wenn das nötige Kleingeld vorhanden ist. Ein Geschäft nur für Blender und deshalb werdet ihr den Laden schon bald wieder schließen müssen. Weil euer "Klientel" euch nur Mehrkosten verursachen werden.

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  • Boi aus Luzern am 02.09.2019 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Passt super zu

    unserer heutigen Gesellschaft. Protzen, leasen und für nichts mehr die volle Verantwortung tragen. Gut gemacht, es wird sich für die Gründer auszahlen.

  • rustikal denker am 02.09.2019 15:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau so

    passt genau zum Schein und protzigen gesellschaftlichen denken der Generation instagram.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Miranda am 03.09.2019 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Pfffff

    Genau, dieses "Klientel" hat schon Audi und BMW unattraktiv gemacht, jetzt auch noch Rolex und co. Schade!

  • Gustav v.d.K. am 03.09.2019 18:28 Report Diesen Beitrag melden

    Reichtum kann man nicht kaufen

    Also wann eine Uhr den Wohlstand darspiegeln soll, dann habe ich etwas im Leben falsch verstanden. Trage keine Uhr mehr, weil das einfach überflüssig ist. Vor 30 Jahren machte es noch Sinn. Leute, welche solche Uhren mieten, gehen je meistens dorthin, wo keiner Ahnung hat, was man da überhaupt anhat, oder es interessiert die nichtmal, weil sie volle Schublade von dem haben. Idee nicht sehr versprechungsvoll. Und für das braucht es vier Männer..? Ja dann viel Erfolg.

  • Du weisst schon am 03.09.2019 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    je grösser die Uhr desto kleiner sein ..

    Da gibt es so einen Witz, den man sich schon vor 40 Jahren erzählt hat: merke, je grösser die Uhr des Herrn, umso kleiner und unscheinbarer sein "bestes Stück"!! Na ja, wer will eine Luxus-Uhr mieten?? Und, wenn der Mieter dann eine Billig Exemplar auch China zurückgibt??

  • Dynie am 03.09.2019 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Mediocre

    Und kein einziger hat ein schönes Handgelenk der Leserfotos, geschweige denn eine schöne Aufnahme gemacht.

  • Reto am 03.09.2019 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Erfolg

    Sehr peinlich. Wie kann man nur so etwas tragen mit dem Wissen, dass es nur geliehen ist. Armselig. Aber den Insta-Fit-For-Life-Me2-U2-StayFit-PumpitUp-BetterThanU-Luxus-Influencar4Life-Peoples wird das sicher gefallen für ein paar Klicks und likes. Immerhin für 2-3 Wochen wenigstens