Duty Free im Ankunftsterminal

01. Juni 2011 15:36; Akt: 01.06.2011 15:42 Print

Shoppingcenter geraten zwischen die Fronten

von G. Moinat - Neue Shoppingtempel braucht es in der Schweiz keine mehr, sagt ein führender Anbieter. Ausgerechnet jetzt drängt aber mit den Ankunfts-Shops neue Konkurrenz auf den Markt.

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Dehnen ihr Angebot weiter aus: Duty Free Shops an Schweizer Flughäfen. (Bild: Keystone)

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Angesichts des starken Frankens herrscht im Schweizer Detailhandel Ausnahmezustand. Besonders Kunden in Grenznähe meiden die Schweizer Detailhändler immer mehr und weichen auf günstige ausländische Alternativen aus.

Im Konstanzer Einkaufszentrum Lago beispielsweise ist mittlerweile jeder dritte Besucher ein Schweizer, während in Schweizer Shoppingcentern wie der Stücki in Basel die Kunden ausbleiben.

So setzte das noch junge Center Stücki letztes Jahr nur 150 Millionen Franken um. Um rentabel zu sein, müsste sich der Umsatz mit der Investitionssumme von 270 Millionen decken, so die Faustregel. Die Migros in der Stücki zieht deshalb erste Konsequenzen aus der Misere und halbiert die Verkaufsfläche von 5000 auf 2500 Quadratmeter, wie verschiedene Medien diese Woche berichteten.

Keine neuen Flächen

«Angesichts der Euro-Schwäche würde ich besonders in Grenznähe kein Shoppingcenter-Projekt mehr in Angriff nehmen», sagte Markus Graf, CEO des Stücki-Eigentümers Swiss Prime Site, Mitte Mai im Gespräch mit 20 Minuten Online.

Weiter schätzte er den Bau neuer Shoppingcenter in der Schweiz als «problematisch» ein. Ein altes müsste wenn schon durch ein neues ersetzt werden.

Denn schon heute kommt auf jeden Schweizer eine Fläche von 1,6 Quadratmetern — ein weltweiter Spitzenwert. Graf: «Um die Versorgung sicherzustellen, müssten wir in der Schweiz keinen einzigen Quadratmeter Verkaufsfläche mehr erstellen.»

Duty-Free-Zonen bei Ankunft

Als wären die Schweizer Shoppingcenter angesichts der Überkapazitäten und des tiefen Euros nicht schon genug unter Druck, drängen ausgerechnet jetzt Neueinsteiger auf den Markt. Die Rede ist von den Flughäfen Zürich und Genf, die ab sofort auch ankommenden Flugreisenden Duty-Free-Produkte verkaufen können.

Am Flughafen Zürich eröffnet in der Ankunft 2 der erste Laden für ankommende Flugreisende. Ein zweiter soll im Juli in der Ankunft 1 folgen. Die potenzielle Käuferschaft ist mit jährlich 23 Millionen Passagieren riesig. Auch am Flughafen Genf stehen ab sofort auf rund 400 Quadratmetern Zigaretten, Alkoholika oder Parfums auch den ankommenden Passagieren zur Verfügung.

Für die Flughafenbetreiber ist die Einführung des abgabefreien Einkaufs bei der Ankunft ein gutes Geschäft: Die Oberzolldirektion rechnet mit einem Mehrumsatz von jährlich bis zu 60 Millionen Franken. Die Flughäfen können mit gut 20 Millionen Franken durch umsatzabhängige Mietzinseinnahmen rechnen.

Kritische Stimmen äusserten allerdings bereits während der Parlaments-Debatte zur Gesetzesänderung im Duty-Free-Bereich die Befürchtung, der inländische Detailhandel könnte Schaden nehmen. Sie könnten recht behalten: Bereits 2009 landete der Flughafen Zürich mit seinem Jahresumsatz von 480 Millionen Franken auf dem zweiten Platz der umsatzstärksten Schweizer Einkaufszentren — Tendenz steigend.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frida Schmid am 01.06.2011 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Preisvergleich

    Was Kudi sagt stimmt, wozu Duty Free Einkaufe in der Welt rum transportieren? Bei Strassenzöllen ist der Duty Free auch für ein- und ausfahrende. So nebenbei als viel Reisende, Duty Free ist nicht mehr was er war, oft teurer als im Landengeschäft, zumindest in Europa!!! Höchstens ein paar Sprit Sorten und Zigi könnten es bringen.

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  • Giovanni Bernasconi am 01.06.2011 18:37 Report Diesen Beitrag melden

    ZRH Duty Free: ein Abzocker

    Der neue und alte Duty Free in ZRH braucht man nicht: er ist viel teuerer als im Ausland. Vergleichen bevor man etwas kauft! Das sagt ihnen ein Vielflieger. Dazu kommt jetzt, dass die Waehrungsunterschiede nicht an die Kunden weitergegeben werden!

  • Thomas am 02.06.2011 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Nuance und Flughafen Zürich profitieren

    Die einzigen, die davon profitieren sind die Nuance Group, welche sämtliche Shops quasi in einer Monopolstellung exklusiv betreibt und der Flughafen Zürich. Aber von günstigen Preisen kann keine Rede sein. Da kaufe ich lieber im Duty Free im Ausland vor dem Abflug. Die erlaubte, unverzollte Einfuhrmenge bleibt ja unverändert...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas am 02.06.2011 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Nuance und Flughafen Zürich profitieren

    Die einzigen, die davon profitieren sind die Nuance Group, welche sämtliche Shops quasi in einer Monopolstellung exklusiv betreibt und der Flughafen Zürich. Aber von günstigen Preisen kann keine Rede sein. Da kaufe ich lieber im Duty Free im Ausland vor dem Abflug. Die erlaubte, unverzollte Einfuhrmenge bleibt ja unverändert...

  • Hans Gross am 02.06.2011 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz ist selbst schuld!!

    Schweizer Kunden fahren nicht nur wegen dem Lago nach Konstanz. Konstanz bietet viel mehr als Schweizer Städte in der Nähe. Z.B. die Gastronomie in Konstanz ist deutlich abwechslungsreicher, günstiger und besser als die in der Schweiz!! Das zieht Kunden an. Die Schweiz versinkt im Einheitsbrei der grossen Ketten (H&M, McDonalds, Migros, COOP, etc.). Es gibt keine Abwechslung hier!! Schweizer, Ihr müsst umdenken!!

  • Seppl am 02.06.2011 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Zoll

    Duty free heisst ja nur Zollfrei, MwSteuer wird trotzdem gezahlt. Also nur bei Zigis und etwas Alkohol lohnt sich duty free und genau dort ist ja allso so treng limitiert in der Menge.

    • levon obsidian am 11.08.2011 20:01 Report Diesen Beitrag melden

      billiger in d

      sehr oft sind alkoholika in deutschland oder beim denner billiger als im dutyfree auf dem flughafen und die auswahl ist erst noch grösser. ein preisvergleich drängt sich auf jeden fall auf.

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  • Miriam am 01.06.2011 22:15 Report Diesen Beitrag melden

    Zu viel von allem

    Ich frage mich halt, warum man glaubt, dass eine Stadt mit nicht mal 200'000 Einwohnern 7 H&Ms, 8 Dosenbachs und 10 Interdiscounts braucht. Es ist einfach unnötig. Gerade in Basel, da ist alles zu Fuss erreichbar. In Zürich hätte es das Sihlcity auch nicht gebraucht, weil ja eh fast alle in die Stadt gehen. Oder er hat keinen Bock auf Stadt und geht ins Glatt. Die Schweiz mag eine Konsumgesellschaft sein, aber das Land ist viel zu teuer, um die aus dem angrenzenden Ausland anzuziehen (auch bei schwachem Franken) und für ein paar Leute pro Stadt braucht man einfach keine x Einkaufszentren.

  • patrik am 01.06.2011 20:42 Report Diesen Beitrag melden

    ZRH viel zu teuer

    Der Zürcher DutyFree Shop ist ohnehin der teuerste, der mit jemals untergekommen ist, selbst in der Schweiz (der in Basel ist deutlich billiger!). Da ist es mir dann egal, ob ich dort beim Abflug oder bei der Ankunft nichts einkaufe. Senkt lieber die Flughafengebühren, als noch und noch und noch mehr Shops einzurichten, die keiner braucht.