Kurzarbeit

25. März 2020 18:10; Akt: 28.03.2020 00:50 Print

So hart trifft der Shutdown kriselnde Shoppingcenter

Die Corona-Krise führt zu happigen Umsatzeinbussen bei den Schweizer Einkaufszentren. Für manchen Retailer und Gastronomen sei das der Todesstoss, sagt ein Experte.

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Die Corona-Krise führt bei den Schweizer Shoppingcentern zu happigen Umsatzeinbussen. Weil in den 191 Einkaufszentren des Landes (ohne Bahnhöfe und Flughäfen) der Grossteil der rund 5000 Läden und Restaurants bis 17. April geschlossen ist, verlieren die Zentren schätzungsweise 39 Millionen Franken Umsatz pro Tag. Das schreibt das Beratungsunternehmen Stoffelzurich in einer Mitteilung von Mittwoch.

Der Umsatzverlust hängt laut Branchenexperte Marcel Stoffel überwiegend vom Angebots- und Branchenmix der einzelnen Shoppingcenter ab. Kleinere Zentren, bei denen Lebensmittelgeschäfte die meiste Fläche beanspruchen, leiden weniger unter Umsatzschwund, denn die Läden mit Waren des täglichen Bedarfs sind bekanntlich weiterhin geöffnet.

«Shoppingcenter sind nicht in Existenz bedroht»

2018 erzielten die Shoppingcenter in der Schweiz einen Umsatz von 17,35 Milliarden Franken. Das ist fast ein Fünftel des gesamten Detailhandelsumsatzes. Für dieses Jahr sehen die Prognosen deutlich schlechter aus. Wie sich die aktuelle Umsatzsituation auf den Jahresumsatz auswirken wird, ist noch ungewiss. Doch die Zentren leiden ohnehin schon etwa unter der Onlinekonkurrenz und dem Einkaufstourismus.

Drohen nun bald Schliessungen von Shoppingcentern? Nein, sagt Marcel Stoffel zu 20 Minuten: «Die Eigentümer der Shoppingcenter sind nicht in ihrer Existenz bedroht.» Das bestätigen die CEO der Einkaufszentren Shoppingcenter Tivoli und Glatt auf Anfrage.

«Überschaubarer Schaden»

«Weil die Läden bis 17. April geschlossen haben, fehlt uns dieser Monat. Aber zum Glück sind wir in der Frühlingssaison und nicht im Weihnachtsgeschäft, so ist der Schaden überschaubar,» sagt Glatt-CEO Rageth Clavadetscher zu 20 Minuten. Shoppi-Tivoli-CEO Patrick Stäuble sagt auf Anfrage: «Ich kann den Schaden derzeit noch nicht beziffern, aber das Shoppi Tivoli wird dank Kurzarbeit und hoffentlich auch mit Unterstützung der Eigentümer weiter existieren.»

Bedroht sind dafür die Mieter, also die Shops. Der grösste Teil ihrer Kosten sind laut Clavadetscher die Löhne und Mieten. Die Mieten sind oftmals nicht an den Umsatz gebunden, wie Stoffel sagt. Deshalb werden die Einkaufszentren nun wohl einige Mieter verlieren. «Die Corona-Krise ist der Todesstoss für manchen Retailer und Gastronomen», sagt Stoffel. Gefährdet seien vor allem Händler aus Branchen, die es wegen der Onlinekonkurrenz schon vorher schwer hatten. Besonders gross ist der Onlineanteil etwa beim Verkauf von Unterhaltungselektronik, Kleidern und Schuhen.

Neuausrichtung zu Services, Dienstleistungen und Treatments

Den Eigentümern der Shoppingcenter dürfte es nicht egal sein, wenn ihre Mieter für immer schliessen müssen. «Die Abhängigkeiten sind gross. Zudem ist es schlecht fürs Image, wenn es im Einkaufszentrum leere Verkaufsflächen gibt», sagt Stoffel. Shoppi-Tivoli-CEO Stäuble hofft denn auch, dass die Schweizer Konsumenten nach der Krise wieder den Schweizer Detailhandel unterstützen und nicht im Ausland einkaufen.

Die Eigentümer müssen nun mit ihren Mietern schnell Lösungen finden, fordert Stoffel. Etwa mit einem Aufschub der Miete könnten die Vermieter den Läden und Restaurants etwas Luft verschaffen. Das Shoppi Tivoli und das Glattzentrum wollen situativ Lösungen mit ihren Mietern Lösungen finden, wie es auf Anfrage heisst.

Die Eigentümer sind künftig aber auch zu einer Neuausrichtung ihrer Einkaufszentren gezwungen, wie Stoffel sagt. Gefragt seien etwa kosmetische und medizinische Behandlungen. «In Einkaufszentren kann man in Zukunft mehr Services, Dienstleistungen und Treatments erleben. Ich kann zum Zahnarzt und anschliessend noch ins Yoga gehen», sagt Stoffel.

(fpo)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ohnesorgen am 25.03.2020 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jammer jammer

    Gejammer auf hohem niveau! Wenn jeder Bürger der dieser Tage arbeitslos wird oder ist, so jammern würde, dann bekämen wir alle Ohrenschmerzen vom Lärm. Ja, es ist schlimm, aber für alle.

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  • sparklingvoss am 25.03.2020 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    falsches Bild

    Das 1. Bild ist aus dem Siglcity und nicht wie im Glattzentrum

  • Anonym am 25.03.2020 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SIHLICTY!

    das ish sihlcity und nöd de glattzentrum

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Die neusten Leser-Kommentare

  • A.m am 30.03.2020 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Krise

    Ich gseh dah kommentare vo de lüt wo 0 ahnig hend es git ned nur grossi unterehme wo gnueg geld hend chli unternehme hend ned so eh grossi reserve in millione höhe vorallem au familie betrieb mieti sind 5-7 tusig franke dazue chunnt allmögliche köste dazue wer verdient jede monat vo nüd 10 tusig franke dazue chunnt wohnigsmieti Versicherige mit was bezahlsch jede monat 15 tusig franke für das muss en chli betrieb jede monat reingewinn vo 20 tusig erziehle und wenn das 3 monat gah wür weri das 45 tusig franke so eifach isches ned jede hett laufendi köste kredit leasing hypotheke usw.

  • Kapitalismusbekämpferin am 29.03.2020 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wird immer besser

    Corona, I'm loving it!

  • 807687 am 28.03.2020 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    etwas stösst mir da sauer auf:

    sie hoffen, dass der Konsument nach der Krise wieder iin der Schweiz einkaufen wird. Nach der Krise ist zu spät. Jedes Einzelunternehmen, KMU und Kleinstunternehmen hat eine Webseite, eine Telefonnummer und eine Mailadresse, wo man sich als Konsument erkundigen kann, wie man bei ihm die benötigten Sachen bekommt. Ich habe auch ein Kleinstunternehmen, und habe aus der Not nun eine "Briefkastenfirma" gemacht (Briefkasten ist die neue Verkaufstheke) und biete Versand gegen Rechnung an. Wenn man das nicht macht, sind die Kleinen tot.

  • Alex. Sutter am 28.03.2020 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Egoismus gier und nur ich ich

    Ja jammern für 1 Monat der geschlossene ist ihr habt genug Geld gemacht all die Jahre Geiz ist geil dir Schweiz ist kein armes Land es gibt andere die sind wirklich arm dran schämt euch es gibt genug Arne Leute die hungern oder auf der Strasse leben Egoismus pur

    • 807687 am 28.03.2020 13:34 Report Diesen Beitrag melden

      Das Problem liegt bei den Kleinen

      Die haben kein Geld gemacht, keine finanziellen Polster anlegen können, sondern leben von der Hand in den Mund. DIE muss man jetzt unterstützen, indem man weiterhin bei ihnen kauft, auch wenn sie geschlossen haben. Jedes KMU hat eine Telefonnummer, eine Mailadresse und eine Webseite, wo man sich erkundigen kann, wie man zu den Gütern kommt (Deponieren, Versenden, usw.)

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  • Passer am 26.03.2020 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Staatskredite

    Jeder unternehmer der jetzt staatskredite bekommt sollte per unterschrift für den kredit auch privat haften wenn seine firma (extra) in den konkurs verschwinden lässt und den kredit durch rechnungen verschwinden lässt!