Kaufkraft gestiegen

22. August 2016 07:59; Akt: 22.08.2016 07:59 Print

Sie haben heute viel mehr Geld als Ihre Eltern

Der Wohlstand in der Schweiz ist klar grösser als vor 30 Jahren. Essen, Kleider oder Mieten kann man sich eher leisten. Für die Zukunft sieht es aber düster aus.

Bildstrecke im Grossformat »
Schweizern geht es besser als vor 30 Jahren. Ihr Wohlstand - zumindest der materielle - ist gewachsen. Das zeigt eine Studie der UBS, die für 20 Minuten durchgeführt wurde. Um sich eine komplette Herrengarderobe kaufen zu können, musste ein Zürcher aufgrund des Lohnniveaus Mitte der 1980er-Jahre rund 51 Stunden arbeiten. Heute sind es noch 29 Stunden. Das hat die UBS für 20 Minuten berechnet. Für eine Damengarderobe aus Zweiteiler, Blazer, Jupe, Strumpfhose und einem Paar Schuhe musste man früher knapp 30 Stunden arbeiten gehen. Heute sind es noch knapp 18 Stunden. Um sich die Miete für eine unmöblierte 3-Zimmerwohnung leisten zu können, musste ein Zürcher 1985 noch gut 70 Stunden schuften. Heute sind es gut 62 Stunden. Bei den Mietwohnung ist die Abnahme eher gering. Grund dafür ist die hohe Nachfrage nach Wohnungen in der Region Zürich. Im Bild: Wohnungssuchende bei der Besichtigung einer Musterwohnung der Wohnungssiedlung Kronenwiese in Zürich. Für einen Warenkorb mit insgesamt 39 Produkten, darunter Brot, Milch und Pouletfleisch, mussten Schweizer 1985 noch 30 Stunden arbeiten. Heute sind es nur noch 17,7 Stunden. Lebensmittel sind gemessen an der Kaufkraft also deutlich günstiger geworden. Das Motto «Unsere Kinder sollen es einmal besser haben» wurde in den letzten 30 Jahren erfüllt. Ob das auch in Zukunft noch so sein wird, ist hingegen fraglich. Laut einer Studie von McKinsey werden in Zukunft viele Menschen weniger verdienen. Das Lachen könnte ihnen somit vergehen. Ausserdem rechnen 53 Prozent der Schweizer damit, dass sie über das 65. Lebensjahr hinaus berufstätig sein werden. Das zeigt eine Studie des Personalvermittlers Manpower. Es wird somit beständig härter im Job.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Schweizern geht es besser als vor 30 Jahren. Ihr Wohlstand – zumindest der materielle – ist gewachsen. Das zeigt ein Vergleich, den die UBS für 20 Minuten vorgenommen hat. Dabei errechnete die Grossbank, wie lange ein Zürcher im Durchschnitt heute arbeiten muss, um sich gewisse Waren oder Dienstleistungen kaufen zu können. Dieselbe Rechnung machte die UBS für einen Arbeiter vor 3o Jahren. Basis dafür bildeten Daten aus der alle drei Jahre publizierten UBS-Studie «Preise und Löhne».

Umfrage
Haben Sie Angst vor einem sozialen Abstieg?
65 %
22 %
13 %
Insgesamt 4217 Teilnehmer

Dass sich die Schweizer heute mehr leisten können, zeigt sich zum Beispiel bei den Kleidern: Um sich eine komplette Herrengarderobe – bestehend aus Anzug, Blazer, Hemd, Jeans, Socken und einem Paar Strassenschuhen – kaufen zu können, musste ein Zürcher aufgrund des Lohnniveaus Mitte der 1980er-Jahre rund 51 Stunden arbeiten. Heute sind es nur noch knapp 29 Stunden.

Dasselbe gilt für Frauen: Für eine Damengarderobe aus Zweiteiler, Blazer, Jupe, Strumpfhose und einem Paar Schuhe musste man früher knapp 30 Stunden arbeiten gehen. Heute sind es noch knapp 18 Stunden.

Nahrungsmittel deutlich günstiger

Um sich die Miete für eine unmöblierte 3-Zimmerwohnung leisten zu können, musste ein Zürcher 1985 noch gut 70 Stunden schuften. Heute sind es gut 62 Stunden. Eine eher geringe Abnahme, die sich wohl durch die in den letzten Jahren stark gestiegenen Mieten in der Region erklären dürfte.

Besser sieht es bei den Nahrungsmitteln aus. Für einen Warenkorb mit insgesamt 39 Produkten, darunter Brot, Milch und Pouletfleisch, mussten Schweizer 1985 noch 30 Stunden arbeiten. Heute sind es nur noch 17,7 Stunden. Lebensmittel sind gemessen an der Kaufkraft also deutlich günstiger geworden. Analog dazu kann man sich heute auch eher eine Übernachtung im Hotel, einen Besuch beim Coiffeur oder den Eintritt für ein Fussballspiel leisten, wie der Vergleich der UBS zeigt.

Auch Österreichern geht es besser

Ähnlich wie in der Schweiz präsentiert sich die Situation auch in Österreich, wie Berechnungen des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag der Zeitung «Der Standard» belegen.

Für den Kauf der meisten Produkte und Dienstleistungen muss in Wien heute im Vergleich zu vor 30 Jahren weniger lange gearbeitet werden. Grosse Ausnahme: die Mieten. Für eine 100-Quadratmeter-Wohnung müssen Wiener Angestellte heute 50 Stunden arbeiten, 1986 waren es noch 45.

Schlechte Aussichten für die Zukunft

Die Regel «Unsere Kinder sollen es einmal besser haben» könnte künftig aber veraltet sein. Das zeigt eine andere Studie, die das Beratungsunternehmen McKinsey in 25 entwickelten Ländern, darunter auch die Schweiz, durchgeführt hat. Das Fazit: Bei zwei Dritteln aller Haushalte könnte das reale Einkommen in Zukunft stagnieren oder sogar zurückgehen. Ein Trend, der sich bereits vor zehn Jahren abzuzeichnen begann.

Das bedeutet für heute 18-Jährige, dass ihnen im Vergleich zu ihrer Kindheit ein sozialer Abstieg droht. Betroffen sind hiervon keineswegs nur Gruppen am Rand der Gesellschaft, sondern auch die Mittelschicht. Wie die Studie von McKinsey zeigt, gibt es dabei allerdings grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. Im stark von der Wirtschaftskrise betroffenen Südeuropa dürfte der Abstieg fast die ganze Gesellschaft betreffen, im reichen Skandinavien hingegen bloss etwa 20 Prozent der Bevölkerung.

(kwo)

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jack M. am 22.08.2016 08:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aha...

    Mein Vater konnte als Strassenbauer alleine eine 4-köpfige Familie versorgen. Wir gingen jährlich in Sommer- und Skiferien, hatten ein Auto...kurz: es hat uns nichts gefehlt. Heute muss der/die Ehegatte/in mindestens 50% mitarbeiten um das gleiche zu haben. Ja wir verdienen mehr...aber es gibt weniger dafür. Dafür macht man heute um so mehr Schulden.

    einklappen einklappen
  • Klaus Basler am 22.08.2016 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Merkwürdige Studie

    Früher konnte man als Mann mit einem handwerklichen Beruf die ganze Familie ernähren und noch Geld auf die Seite legen. Warum geht das heute nicht mehr? Wie teuer war die Krankenkasse anno 1986?

    einklappen einklappen
  • Der Zweifler am 22.08.2016 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Klar sieht es düster aus ...

    ... zumindest für die Meisten. Als logische Konsequenz verschiebt sich systembedingt das Vermögen von unten nach oben während die Unteren immer einen grösseren Anteil ihres Einkommens zu Gunsten der Allgemeinheit abgeben müssen. Könnte man eigentlich ändern, wollen aber die Entscheidungsträger nicht und das Stimmvolk liess sich zumindest in der Vergangenheit immer in die "richtige" Richtung stossen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • malve am 23.08.2016 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlerteufelchen

    Ihr Titel: "Sie haben heute viel mehr Geld als Ihre Eltern" - Woher wollen Sie wissen, wie viel Geld meine Eltern haben? Oder müsste es heissen: "Sie haben heute viel mehr Geld als ihre Eltern"? Ich vermute es mal, nein sorry, ich weiss es :)

  • Lehmann Brothers am 23.08.2016 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieviel wird heute auf Pump gekauft?

    Was mich dabei am meisten interessiert, wieviel heute auf Kredite/Leasing etc. gekauft wird im Gegensatz zu früher. Wo hingegen unsere Eltern das Geld zur Seite legen konnten und sich dann erst was erlaubt haben. Was mich an der Auswertung nicht wundert das die von der UBS kommt. Wo der Computer die ganze Arbeit macht. Der Computer errechnet wieviel ein Kunde ins negative gehen kann,und die Bankster darauf hin keinen Einfluss mehr haben.

  • Gutverdiener am 23.08.2016 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    So lässt sichs leben

    ich kaufe sowieso NICHTS mehr in der Schweiz ein.

  • Igel am 23.08.2016 05:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nie mehr solche Zeiten!

    Wir die ( sogenannten Alten) können uns besser auf schlechte Zeiten einstellen als die heutigen Jungen. Weil wir haben die sehr harten Nachkriegsjahre erlebt. Alles was Heute so einfach und normal erscheint wurde von Uns ( den Geldsüchtigen in Augen von Jungen) bereit gestellt. Wer das nicht erlebt hat gottseidank drücke Daumen runter.

  • Martial Kohler am 22.08.2016 22:50 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Lohn = mehr Auslagen...

    Vor 40 Jahre hatte man für viel weniger Geld, mehr im Warenkorb. Heute wenn man genug Ware im Körbli für weniger Geld will, muss man über die Grenze einkaufen gehen. In der Schweiz trotz die "tolle Aktionen und Super Preise", bringt's nicht viel. Die Löhne sind ein bisschen höher als bei den Nachbarn. Bringt nix, die allgemeine Auslagen sind viel zu hoch...!

    • Nico Meier am 23.08.2016 07:19 Report Diesen Beitrag melden

      Ansprüche

      Es wird hier immer behauptet, das Wohnen sei teurer geworden. Natürlich bezahlt man mehr Miete wenn man mehr Komfort und mehr Fläche möchte. Meine Grosseltern haben mit zwei Kindern in einer 3 Zimmer Mietwohnung gelebt auf 60qm mit kleiner Küche und einer Nasszelle mit Badewanne und Toilette. Wer will heute als vierköpfige Familie auf 60qm in drei Zimmern leben?

    • jasmin am 23.08.2016 07:31 Report Diesen Beitrag melden

      also.....

      also das wohnen ist teurer geworden NICO MEIER man kann natürlich auch alles verleugenen. vor der PFZ annahme 4 ZW 100 qm 2 nasszellen 1 tiefgaragenplatz 1300 inkl. nebenkosten also hören sie auf mit ihren unwarheiten.

    • Nico Meier am 23.08.2016 09:08 Report Diesen Beitrag melden

      @jasmin

      Liebe Jasmin ich weiss nicht wo Sie diese 4 Zimmer Wohnung mit 100qm, zwei Nasszellen und Tiefgaragenplatz für 1'300 gesehn haben. Aber mir fällt auf, dass heute nur noch Wohnungen mit mindestens zwei Nasszellen gebaut werden, dies obwohl jeder weiss, dass jede zusätzlich Nasszelle die spätere Miete verteuert!

    einklappen einklappen