Protestaktion

08. Juli 2019 16:53; Akt: 08.07.2019 16:53 Print

Sind Banken wirklich die Klimasünder der Nation?

von Dorothea Vollenweider - Klimaaktivisten nennen die Credit Suisse und die UBS die grössten CO2-Schleudern der Schweiz. Stimmt das? 20 Minuten checkt die Fakten.

Auch Greenpeace Schweiz ist bei den Protesten mit dabei. Yvonne Anliker erklärt, was die Aktivisten fordern. (Video: 20 Minuten)
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Dutzende Klimaaktivisten besetzten am Montagmorgen die Eingänge der Hauptsitze der Grossbanken Credit Suisse (CS) in Zürich und der UBS in Basel. Die Demonstrierenden fordern vom Schweizer Finanzplatz den sofortigen Ausstieg aus allen Geschäften mit fossilen Energien wie Kohle, Öl und Gas, wie die international organisierte Klimabewegung Collective Climate Justice (CCJ) mitteilte. «Die Aktion wurde an diesen Orten durchgeführt, weil hier die CO2-Schleudern der Schweiz sitzen», schreibt das Kollektiv in einer Mitteilung.

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Sollten die Schweizer Banken nur noch klimafreundliche Projekte finanzieren?

Die Aktivisten beschuldigen die Schweizer Grossbanken, klimaschädliche Aktionen zu finanzieren. «Die CS und die UBS sind die Hauptverantwortlichen des Schweizer Finanzplatzes für die weltweite Klimakatastrophe», sagt CCJ auf Anfrage zu 20 Minuten. «Zwar wird hier kein Öl gefördert und keine Kohle verbrannt, aber von hier aus werden derartige Projekte finanziert und dadurch erst möglich gemacht.»

Studien geben Klimaaktivisten recht

Sind diese Vorwürfe berechtigt? Ja, sagt Umweltökonom Philippe Thalmann von der ETH Lausanne. «Diese Grossbanken sind wichtige internationale Player, wenn es um die Finanzierung von klimaschädlichen Kohlebergwerken, Ölplattformen, Pipelines und Raffinerien geht.» Laut Thalmann leihen die Grossbanken besonders viel Geld für klimaschädliche Anlagen aus. Nicht nur indirekt, wie die Schweizerische Nationalbank oder Pensionskassen, die einfach Aktien und Obligationen von klimaschädlichen Unternehmen halten, sondern direkt durch Projektfinanzierungen.

Laut einer Auswertung von Greenpeace Schweiz haben die UBS und die CS von 2015 bis 2017 insgesamt 12,3 Milliarden Dollar für 47 globale Firmen, die in ökologisch höchst problematischen Bereichen tätig sind, bereitgestellt. Die US-Bank JP Morgan Chase führt diese Liste mit knapp 196 Milliarden US-Dollar für die Finanzierung fossiler Brennstoffe an.

83,3 Milliarden Dollar für fossile Brennstoffe

Auf die CS entfiel 7,8 Milliarden Dollar – die Schweizer Bank belegt damit den 20. Rang unter 36 in die Untersuchung einbezogenen Grossbanken. Die UBS liegt mit ihren 4,5 Milliarden auf Platz 26. Im europäische Vergleich liegen die Schweizer Grossbanken immerhin auf Platz 4 und 8 der grössten Geldgeber besonders schwerer Umweltsünder.

Der neueste Report «Banking on Climate Change» des Rainforest Action Network zeigt zudem, dass die zwei Grossbanken zusammen zwischen 2016 und 2018 rund 83,3 Milliarden Dollar zur Finanzierung von fossilen Brennstoffen zur Verfügung stellten.

Der gesamte Finanzplatz Schweiz ist betroffen

Auch in einer Studie des Bundesamtes für Umwelt kommt der Schweizer Finanzplatz schlecht weg: Obwohl die Schweiz das Pariser Klimaabkommen ratifiziert hat und der Sonderbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) auf die Einhaltung von 1,5 Grad drängt, steuern wir aufgrund der Investitionen des Schweizer Finanzplatzes in die globalen Finanzmärkte auf eine Erderwärmung von 4 bis 6 Grad zu.

«Es geht aber nicht nur um diese Grossbanken», sagt Umweltökonom Thalmann. Der gesamte Finanzplatz Schweiz sollte auf Klimaschutz umgepolt werden, fügt er an. «Das ist der grösste Hebel, mit dem unser kleines Land etwas für das globale Klima tun kann.»

Das sagen die Banken dazu

Die Credit Suisse will die Aktion selbst nicht kommentieren. Zu den Vorwürfen der Klimaaktivisten nimmt CS-Sprecher Sebastian Kistner auf Anfrage Stellung: Die CS anerkenne ihren Teil der Verantwortung, die Herausforderungen des Klimawandels anzugehen. «Zusammen mit anderen Banken sind wir daran, Methoden zur Ausrichtung von Kreditportfolios am Klimaabkommen von Paris zu entwickeln.» Man prüfe zurzeit Strategien, wie die Bank die Kunden aus den betroffenen Sektoren bei diesem Übergang unterstützen könne.

Die UBS nimmt zu den Klimavorwürfen in einem Faktenblatt Stellung. Sie hält die oben genannte Auswertung von Greenpeace Schweiz für falsch und irreführend. «Wir haben klare Kriterien für Geschäfte, welche wir nicht finanzieren. Beispielsweise sind wir bei Palmöl-Firmen so zurückhaltend, dass wir seit Jahren keine Finanzierung mehr vorgenommen haben.» Die Bank finanziere auch keine neuen Kohlekraftwerke, steht dort weiter. Die UBS hat laut eigenen Angaben die Finanzierung von Firmen, die das Klima negativ belasten, seit 2017 um 60 Prozent reduziert.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Schnitzler am 08.07.2019 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man kann

    die Banken für vieles verantwortlich machen, aber nicht generell für die Klimaveränderung.

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  • Sandra am 08.07.2019 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Schluss jetzt mit diesem Klimaterror

    Angst in der Bevölkerung zu erzeugen und Legitimation für die absurde und ruinöse Klima-Politik zu erhalten, wie etwa ständig neue und höhere Umwelt- und Ökosteuern, Mauterhöhungen, Dämmrichtlinien, Emissionsabgaben, CO2-Zertifikatehandel, Dieselverbote und Elektroautounsinn verändert unser Klima nicht. Wacht endlich auf!

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  • H. Sch am 08.07.2019 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klimasünder

    Dann ist jeder der eine Oelheizung hat (und zu denen gehöre ich auch) Ein Klimasünder.., nur die Frage ist wer zahlt mir eine neue Heizung ???sicher keiner von denen die am Montagmorgen zeit haben zum demonstrieren. Von denen zahlen die wenigsten Steuern so dass ich vielleicht noch vom Staat einen Zustupf an eine neueHeizung bekomme. Also hört auf mit den Demos packt an und arbeitet was.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • OliverR. am 09.07.2019 23:12 Report Diesen Beitrag melden

    Vergesslich

    Irgendwie scheinen schon alle die diversen Klimagipfel vergessen zu gaben oder aktiv zu verdrängen. Am welchen ganz klar und unmissverständlich kommuniziert wurde: "Wenn wir jetzt nichts machen bzw. keine Lösung finden, haben wir den Point of no return überschritten". Dieser Punkt haben wir schon ein vielfaches überschritten oder will jemand behaupten Politiker/Medien lügen?

  • Frühling Und So am 09.07.2019 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    The truth

    Bezahlte Demonstranten das selbe wie "influencer"... und ein paar "infizierte" die mitmachen... moderne wirtschaftliche Kriegsführung...

  • Luzifer am 09.07.2019 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klimaquatsch

    Ich weis nicht, wie lange es noch dauert bis der letzte verstanden hat; dass die CO2 Kurve bewusst mit der Temperaturkurve vertauscht wurde. Co2 isoliert nicht, ist betreffend Temperatur auf der Erde ABSOLUT IRRELEVANT! Es steigt immer ERST die Temperatur und dann zieht der CO2 Gehalt langsam nach... Zu Zeiten der Dinosaurier war der CO2 Wert viel höher. Der Mensch und fossile Brennstoffe haben kaum eine Auswirkung. Alles andere ist erlogen! Punkt!

  • Tom Seiler am 09.07.2019 20:33 Report Diesen Beitrag melden

    Ursprünglich

    liegts wohl an der Wettermanipulation der Amis, Chinesen, usw. Das führte dazu, dass das Wetter eine Eigendynamik annahm. Eingestehen will es sich keine Regierung, so wurde dieser Teil der Klimaveränderung anders dargestellt. Ein Sündenbock muss her. Eher Schuldig sind die Banken am Zinssystem usw.

  • Lilly Schüpbach am 09.07.2019 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Klimaschutz

    Es ist richtig, das diese Leute in Haft sind !! Sie stehlen uns Ruhe und Frieden und nützen gar nichts! Blödelei!!