Orange-Verkauf

19. Dezember 2014 14:24; Akt: 19.12.2014 17:26 Print

Sinken bei Swisscom und Co. jetzt die Preise?

von Kaspar Wolfensberger - Milliardär Xavier Niel übernimmt Orange. In Frankreich konnte er die Mobilfunk-Tarife stark drücken. Schafft er dies auch in der Schweiz?

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Der französische Milliardär Xavier Niel ist der neue starke Mann bei Orange. (Bild: Keystone/AP/ian Langsdon)

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Er ist eine schillernde Persönlichkeit und gilt als Enfant Terrible unter den französischen Wirtschaftskapitänen. Die Rede ist vom Geschäftsmann Xavier Niel, der die Schweiz am Donnerstag mit der Übernahme des Telekomanbieters Orange überraschte. Nachdem er es bereits 2011 einmal versucht hatte, scheint sein Plan im zweiten Anlauf zu gelingen. Die von ihm kontrollierte NJJ Capital kauft Orange für 2,8 Milliarden Schweizer Franken.

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In seinem Heimatland Frankreich hat Niel den Markt für Telekomdienstleistungen gehörig durcheinandergewirbelt. Dank einer aggressiven Preisstrategie wurde sein Anbieter Free Mobile in den letzten fünf Jahren zu einem der wichtigsten Player am Markt. Die Anzahl Kunden stieg von 2 Millionen im Jahr 2011 auf heute 9 Millionen. Alle Anbieter mussten die Preise massiv senken.

Preiskampf in der Schweiz?

Können die Kunden nun auch in der Schweiz mit tieferen Handy-Tarifen rechnen? Experten bezweifeln das. Die Analysten der Bank Vontobel schreiben in einer Mitteilung: «Wir glauben nicht, dass ein ähnlicher Preiskampf in der Schweiz möglich ist. Die Kunden hierzulande sind bereit für Qualität und Service mehr zu bezahlen.» Als Sunrise 2007 bis 2008 versuchte einen grösseren Preiskampf zu lancieren, habe dies primär dem Konzern selbst geschadet. Der Grund: Nicht genug Kunden entschieden sich für einen Wechsel.

Telekom-Experte Ralf Beyeler vom Vergleichsdienst Comparis sieht dies ähnlich. «Der Schweizer Markt ist träge, die Kunden sind wechselfaul.» Bereits jetzt seien die meisten Anbieter günstiger als Swisscom, trotzdem blieben die Kunden dem Marktführer treu. «Viele Leute könnten mit einem Wechsel locker fünfzig Prozent sparen, trotzdem verzichten sie darauf», so Beyeler.

Würde Orange in der Schweiz die Preise massiv senken, dann würde dies primär den eigenen Umsatz schmälern, lautet daher sein Fazit. Eine Möglichkeit, den Gewinn zu steigern, sieht Beyeler eher bei den internen Prozessen des Konzerns. «Hier gibt es noch Optimierungs- und Sparpotenzial.»

Auch Dschungelkompass-Experte Oliver Zadori glaubt nicht an einen intensiveren Preiskampf in der Schweiz: «In den letzten Monaten haben verschiedene Anbieter sehr günstige Angebote lanciert, die monatlich zwischen 30 und 40 Franken kosten. Da dies schon sehr günstig ist, ist nicht mehr ein sehr grosser Spielraum übrig.»

Strategie unklar

Welche Strategie Niel in der Schweiz in Zukunft verfolgen möchte, ist somit unklar. Orange selbst möchte sich zum Thema nicht äussern. Mediensprecherin Therese Wenger erklärt: «Wir können heute noch keine Aussagen zu allfälligen Strategieanpassungen von Orange Schweiz machen.»

Und auch die Konkurrenten Swisscom und Sunrise halten sich bedeckt. Es sei zu früh, Vermutungen darüber anzustellen, was die Übernahme für sie bedeuten könnte.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Müller am 19.12.2014 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwaches netz

    Es ist doch ganz simpel. Bin vor einigen wochen von orange zu swisscom übergelaufen. Der einzige grund war das netz. Während ich in der agglo von zürich bei swisscom mit 4g rumlaufe, hatte ich mit orange zeitweise nicht einmal netz geschweige denn internet. Solange orange keine grobe überarbeitung ihres mobilnetzes vornimmt, wird swisscom immer führend bleiben.

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  • Monopole am 19.12.2014 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Swisscom Zurückbinden

    Solange der Quasimonopolist Swisscom dank staatlicher Protektion Schalten und Walten kann wie er will, wird sich nie was ändern. Der einzige Weg wäre das Netz zu verstaatlichen und allen Anbietern zu gleichen Konditionen abzugeben.

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  • Lukas Paron am 19.12.2014 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wechselfaul ?

    Nicht wechselfaul, nur sind Sunrise & Orange zwar günstiger aber was Qualität betrifft im Vergleich schlecht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dadeldi am 20.12.2014 15:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Orange nuzt das Netz von Swisscom

    und muss dafür einiges an Mammon abdrücken. Wenn Swisscom nicht so viel verlangen würde hätte auch Orange die bessere Abdeckung bzw. ein besseres Netz (weil man sich die netzpunkte nicht strategisch aussuchen müste sondern einfach das ganze Netz zur Verfügung hätte)

  • Mirjam K. am 20.12.2014 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Schluss mit Abzockerei

    Bei den Schweizer Preisen für Telefondienste wäre es super, wenn sich etwas ändert. Im Vergleich zu Angeboten in Deutschland ist das hier eine reine Abzockerei.

    • Andrea am 20.12.2014 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      typisch Schweizer

      kannst ja ausreisen und dort zu einem viel tieferen Lohn arbeiten. für iPhone legen tausende 800 oder mehr auf den Tisch und dann wegen 30 Franken jammern

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  • der Zufriedene! am 20.12.2014 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Swisscom Netz mit M-Budget Preisen

    für alle die das swisscom netz bevorzugt. wechselt zum m-budget one für 29 fr/monat. bis anhin zahlte ich 75 fr für das infinity s mit 1mb download geschwindigkeit. jetzt geniesse ich das swisscom netz mit 42mbit. wieso mehr bezahlen wenn es dieses abo gibt? macht euch mal schlau und spart eures hart verdientes geld

  • Gute Eltern am 20.12.2014 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft

    Über 16000 vollzeitstellen bei swisscom! Bei Orange und Sunrise sind ganze Einheiten wie das Callcenter nach Portugal oder Ungarn ausgelagert. Falls ihr Kinder habt überlegt wer mehr für die Zukunft macht!

  • Burki84 am 20.12.2014 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abo im Ausland günstiger für CH-Gespräche

    Ich hoffe die Preise fallen, denn heute telefoniert man mit gewissen ausländischen Abos bereits günstiger in die Schweiz als mit dem besten CH-Tarif.