Ölpreis auf dem Zenit

23. Februar 2013 08:29; Akt: 23.02.2013 10:28 Print

Sinkt nun der Preis fürs Benzin?

von Laurina Waltersperger - Nachdem der Ölpreis in den letzten Monaten stark gestiegen ist, sehen Experten nun das Ende des Aufwärtstrends. Können Autofahrer jetzt mit fallenden Benzinpreisen rechnen?

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Schieferöl: In den USA herrscht zurzeit ein Förder-Boom. Dadurch steigt die Angebotsmenge und die Preise könnten sinken. (Bild: Keystone)

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Das Barrel Öl (Brent) kostet zurzeit rund 114 Dollar. Das entspricht sieben Prozent mehr, als noch Mitte Dezember (106.60 Dollar). Ein Aufwärtstrend, der bald ein Ende haben könnte – sagen Experten.

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Der Trend sei vor allem von einer Wachstumseuphorie getrieben, die Stimmung an den Finanzmärkten beinahe schon zu positiv, sagt Rohstoffexperte Carsten Menke bei Julius Bär. «Nach unserer Erfahrung ist das meinst ein Zeichen, dass der Trend bald kippt.»

Auch ein Blick auf die Fördernationen zeige, dass die Erdölpreise wieder fallen könnten: In den USA werde so viel Schieferöl gefördert wie noch nie. Dadurch erhöht sich die Angebotsmenge und die Preise könnten sinken. Die weltweit grösste Fördernation Saudi Arabien habe ihre Produktion in den letzten Monaten heruntergefahren - weil sie nicht ausreichend Käufer fanden, wie Menke sagt. Und in Europa sei die Nachfrage nach Erdöl aufgrund der Rezession nach wie vor sehr schwach.

Bei der Erdöl-Vereinigung Schweiz erwartet Präsident Rolf Hartl ebenfalls eine Preis-Beruhigung: «Im Moment sieht es so aus, als wäre der Aufwärtstrend bald vorbei.» Gerade auch die OPEC habe kein Interesse an zu hohen Ölpreisen. Denn immer mehr Produzenten aus Nicht-OPEC-Staaten würden neues Öl auf den Markt bringen. Das verstärkt den Konkurrenz- und Preisdruck.

Öl- und Benzinpreis sind zweierlei

Über fallende Ölpreise können sich die Automobilisten jedoch kaum freuen. Denn: Der Benzinpreis setzt sich aus drei Faktoren zusammen, bei denen der Marktpreis des Erdöls nur bedingt eine Rolle spielt.

Zurzeit machen die Beschaffungskosten des Benzins 43 Prozent des Tankstellenpreises aus. Hier ist der Einkaufspreis zentral, der direkt durch den Erdölpreis bestimmt wird. Hinzu kommen die Wechselkursverhältnisse und Frachtkosten.

Einen weitaus grösseren Teil des Benzinpreises machen staatliche Abgaben wie Mineralölsteuer, Importabgaben und Mehrwertsteuer aus. Transportkosten und Verkaufsmargen kommen noch dazu.

Regionale Preisunterschiede

Bei den Tankstellen-Betreibern besteht ein gewisser Handlungsspielraum: «Gerade regional gibt es teilweise markante Preisunterschiede», schreibt die Erdöl-Vereinigung in einer Publikation. So sind die Sprit-Preise im Oberengadin teurer als in Zürich, weil in der Stadt der Preisdruck unter einer Vielzahl von Anbietern grösser ist. Auch an Tankstellen auf Autobahnen und in Grenznähe zahlt man deutlich mehr.

Die Webseite benzin-preis.ch macht den Vergleich: So kostet der Liter Sprit im Kanton Zürich beispielsweise zwischen 1.749 und 1.895 Franken. Am günstigsten ist er zurzeit im Zürich-Affoltern, am teuersten bei Shell in Wald (ZH).

Aber nicht jede Fahrt zur günstigsten Zapfsäule in der Nähe lohn sich. Hier gilt die Faustregel: Pro Rappen Preisunterschied lohnt sich lediglich ein zusätzlicher Weg von zwei bis drei Kilometern.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin am 23.02.2013 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Benzinpreis egal

    Mir ist der Bezinpreis Wurscht, denn ich tanke immer für 30 Franken.

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  • Horst Bronner Benidorm Esp. am 23.02.2013 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Benzinpreis

    Ich gehe viel zu fuß,ist auch gesünder und man bleibt fit.warum streiken die Autofahrer nicht einmal vielleicht an Sonntagen wegen jedem Mist wird gestreikt ich glaube die Autofahrer sind selber Schuld.Streiken,Streiken und nochmals Streiken das wäre dass vernünftigste und beste.Viele Grüße an alle die mehrmals das Auto stehen lassen.Morgen ist Sonntag lässt das Auto stehen und geht zu Fuß.

  • Zlottl am 23.02.2013 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Immer das gleiche

    Wie die Industrie immer argumentiert, sinkende Ölpreise hätten nur einen verzögerten, geringen Effekt auf die Benzinpreise. Wenn der Ölpreis aber steigt, steigen die Spritpreise immer gleich mit.

Die neusten Leser-Kommentare

  • marianne broennimann am 26.02.2013 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Mal Hirn einschalten!

    Für jeden Yoghurtbecher ins Einkaufszentrum fahren, wie man es oft beobachten kann, statt die Einkäufe zu notieren und mal eine grössere Ladung zu holen, könnte auch sparen helfen. Nicht jeder ist clever! Wir haben noch bäuerliche Vorratshaltung gelernt und wieviel man selber daraus herstellen kann!

  • Christine am 25.02.2013 21:38 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocker!

    Der Treibstoff Mafia fällt garantiert etwas ein, um die Benzinpreise genau so hoch zu halten, oder sie sogar noch zu erhöhen. Irgendeine Krise im Ausland lässt sich bestimmt finden und wenn nicht, bald ist Ostern und wenn alles in die Ferien fährt, gehen die Preise immer hoch, dass ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

  • Peter Lüthi am 25.02.2013 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Fakt ist, Öl wir unter Preis abgegeben!

    Und das heisst, der Ölpreis wird massiv steigen!

  • M. Meyer am 24.02.2013 22:00 Report Diesen Beitrag melden

    Trend

    Der Treibstoffpreis wird nicht sinken. Die Nachfrage am Rohstoffmarkt und die Raffgier der Anleger, also auch die von Hinz und Kunz, wird dafür sorgen, dass der Trend gegen Ostern wieder steil nah oben schiessen wird.

  • J. Meyer am 24.02.2013 21:49 Report Diesen Beitrag melden

    Mineralölsteuer

    Habe mich schon sehr oft gefragt, mit welchem Recht sich der Staat eine Mineralölsteuer erhebt? Es gibt ja auch keine Kaffeesteuer, oder Konfisteuer, usw.! Nichts produziert der Staat selbst, oder inversiert in Produkte, um diese zu verkaufen, aber beim Sprit gibt es eben nicht nur die MwSt, sondern auch die Ölsteuer, also doppelte Steuer. Nun soll mir keiner sagen, das diene dem Verkehrsnetz/-unterhalt, etc.! Die Vignette soll ja auch mangels Geld deswegen erhöht werden.Wo ist all das Geld also geblieben?

    • H.Frey am 25.02.2013 14:01 Report Diesen Beitrag melden

      Mineralölsteuer

      Das Geld fliesst wie immer in den grossen Staatstopf, der keinen Boden hat.

    • C. Z. am 25.02.2013 15:19 Report Diesen Beitrag melden

      Das Geld der Autofahrer...

      ... steckt im ÖV!! Aber dort die Ticketpreise auf ein selbsttragendes Niveau zu erhöhen wäre ja für all die Pendler und ÖV-Benützer eine absolute Zumutung! Also schröpft man weiterhin die Autofahrer. Ohne uns Autofahrer müsste sich der Staat die Subventionierung des ÖV neu überlegen ...

    • Thomas am 25.02.2013 21:32 Report Diesen Beitrag melden

      Es ist am falschen Ort.

      Tja Herr Meyer, fragen Sie mal diejenigen, die es bekommen. ÖV, SBB und Konsorte. Auch Velowege werden damit finaziert und manch Grünzeug mehr.

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