Online-Marktplatz

09. Mai 2016 15:44; Akt: 09.05.2016 16:17 Print

Siroop stolpert über eigene Werbe-Türvorleger

Die definitive Version des Online-Marktplatzes Siroop geht heute Montag online. Die Werbeaktion dazu kam nicht überall gut an.

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In Basel, Bern und Zürich wurden am Sonntag jeweils 500 Siroop-Werbeteppiche vor lokalen Geschäften ausgelegt. Im Bild: Die Fussteppiche vor Geschäften in der Basler Altstadt. Mit Slogans wie «Wir sind mehr so der Beziehungstyp» oder ... «Nicht klopfen. Klicken» will Siroop auf den Start seiner definitiven Online-Version aufmerksam machen. Das gefiel offenbar nicht allen Anwohnern und Ladenbesitzern. In Basel haben sie die Teppiche teils entfernt und auf dem Rümelinsplatz oder ... ... am Gemsberg platziert. Im Moment boomt das Online-Shopping. Der Marktplatz Siroop von Coop und Swisscom will langfristig der beliebteste Online-Marktplatz der Schweiz sein. Das ist eine Kampfansage an Amazon. Im Bild: Amazon-Chef Jeff Bezos. Ein Konkurrent der neuen Coop-Plattform ist auch Galaxus. Das digitale Warenhaus ist schon seit 2010 am Start und gehört der Migros. Über den digitalen Marktplatz Siroop werden neben Waren aus der Coop-Gruppe auch Produkte von Drittfirmen verkauft. «Auch gute Migros-Produkte könnte ich mir auf Siroop.ch vorstellen», sagte Coop-Chef Joos Sutter in einem Interview mit der «Handelszeitung». Bereits im Sommer hatten Coop und Swisscom das gemeinsame Projekt eines digitalen Marktplatzes erstmals bestätigt. Damals war der Name noch geheim. Die von Schweizern bei Amazon bestellten Waren kommen oft aus Deutschland: Im Bild das Distributionszentrum in Bad Hersfeld. Im Logistikzentrum von Amazon sind viele Arbeitsschritte automatisiert. In Siroop integriert haben die beiden Partner Swisscom und Coop ihre jeweiligen Kernkompetenzen: Coop jene aus Handel, Vermarktung und Logistik, Swisscom jene aus dem Bereich Digitalisierung und E-Commerce. Hinter dem Deal der zwei bekannten Schweizer Firmen steht vor allem Hansueli Loosli. Er ist sowohl bei Coop ... ... als auch bei Swisscom Verwaltungsratspräsident.

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Der Online-Händler Siroop hat ehrgeizige Ziele: Das Unternehmen will laut eigenen Angaben zum «beliebtesten und relevantesten» Internet-Marktplatz der Schweiz werden. Am Montag endet die Pilotphase, die «Version 1.0» geht nach einer mehrmonatigen Beta-Phase online.

Zu diesem Anlass macht Siroop ordentlich Werbung, unter anderem mit einer Guerilla-Marketingaktion in drei Schweizer Städten. In Basel, Bern und Zürich wurden am Sonntag jeweils 500 Fussteppiche vor lokalen Geschäften ausgelegt. Ziel waren Läden, die bereits auf dem Online-Marktplatz präsent sind. Aber auch vor Geschäften, die ihre Waren nicht auf Siroop verkaufen, wurden die Teppiche platziert.

«Das ist eine Frechheit»

Die Teppiche zierten Slogans wie «Wir sind mehr so der Beziehungstyp» oder «Nicht klopfen. Klicken». Letzterer sorgte für einigen Unmut. «Das ist eine Frechheit», schreibt etwa ein 20-Minuten-Leser-Reporter, «es kann doch nicht sein, dass ein Online-Shop Werbung vor Geschäften macht, die sowieso schon genug mit dem Frankenschock und dem Einkaufstourismus zu kämpfen haben.»

Siroop bietet lokalen Händlern ohne eigenen Webshop die Möglichkeit, sich auf dem Online-Marktplatz zu präsentieren. Für sie tritt die Plattform als Vermittlerin auf. Das sei offenbar teils noch nicht ganz verstanden worden, sagt Siroop-Marketingchef Christian Hauth zu 20 Minuten. Mit der Launch-Aktion habe man Händler aller Grössen darauf hinweisen wollen, dass sie auf Siroop willkommen seien. «Sollte die Aktion jemandem sauer aufgestossen sein, tut uns das leid», so Hauth – denn genau den kleinen Händlern wolle Siroop die Chance geben, ihren Kundenkreis auszuweiten.

Teppiche wieder eingesammelt

Diese Botschaft scheint nicht überall angekommen zu sein. Einige Ladenbesitzer und Anwohner in Basel haben sich offenbar so über die Fussteppich-Aktion geärgert, dass sie sie eingesammelt und woanders platziert haben. So wurden die Teppiche etwa am Gemsberg über Geländer gehängt oder auf dem Rümelinsplatz zu Haufen gestapelt.
Die Situation entschärfte sich allerdings am Abend wieder: Siroop liess die Teppiche allesamt wieder einsammeln.

Grosse Ambitionen

Der digitale Marktplatz Siroop ist ein Gemeinschaftsprojekt von Swisscom und Coop. Gewinne verspricht sich Siroop in Form von Kommissionen, die die Plattform bei jedem Verkauf von den Händlern kassiert. Derzeit sind rund 80 Händler auf Siroop präsent. «Unsere Ambition ist es, bis Ende 2016 unsere Händleranzahl zu verdreifachen», so Marketingchef Hauth.

(vb)

sentifi.com

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • LS am 09.05.2016 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ziel erreicht

    Mit diesem Artikel hat das Unternehmen das Ziel doch bestens erreicht! Tausende kennen es jetzt! War dieser Artikel eigentlich gesponsort?!?

    einklappen einklappen
  • Leser am 09.05.2016 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Geld und kein Anstand

    Haben Coop und Swisscom, oder wieso würde man sonst als Miliardenkonzern sich Werbeflächen sparen aber die eingänge von KMU als "Werbestand" missbrauchen...

  • Swisscom MA am 09.05.2016 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz klar:

    "Kampfansage an Amazon". Witz des Jahres.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • der Bürger am 10.05.2016 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Behörden sind da gefragt

    Wie hoch war nochmal die Strafe für Littering?

  • Jane38 am 10.05.2016 08:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bar

    ich kaufe lieber im laden den so merke ich gleich wen ich zuviel ausgeben möchte und überlege mir so mehr ob ich es brauche

  • Scorpion am 10.05.2016 00:41 Report Diesen Beitrag melden

    Günstiger?

    Nicht unbedingt günstiger. Bei SIROOP würde ich für EdT von Azzaro 50 ml : 57.70Fr. bezahlen. Bei OTTO`s im Webshop zahle ich gerade mal 34.90Fr. Der Rest ist wohl im Moment selbsterklärend

  • Berner am 09.05.2016 22:04 Report Diesen Beitrag melden

    Siroop

    Tut mir leid, aber bei "Siroop" kommt mir immer nur Sirup in den Sinn und kein Marktplatz. Und ich bleibe Amazon treu.

  • martin am 09.05.2016 21:46 Report Diesen Beitrag melden

    Epic Fail

    wo soll ich anfangen? 1. Der Name er ist extrem verwechselbar wer ihn nicht kennt findet es nicht mal auf Google weil erst x100 Sirup Hersteller und co kommen. 2. Nach mehrfachem darauf Hinweisen auf falsche Kategorieneinordnung wurde immer noch nichts korrigiert obwohl angeblich zugesagt. Das Produktangebot ist massivst eingeschränkt. Ein Erfolg ist bei solch grottiger Umsetzung nicht zu erwarten.