Wintertourismus

07. November 2018 12:28; Akt: 07.11.2018 14:35 Print

Skigebiete verschenken 12'000 Abos für Kinder

von S. Spaeth - Schweiz Tourismus nimmt Familien ins Visier. Um Gäste anzulocken, verschenken die Touristiker 12'000 Wochen-Skipässe. Allein das Marketing kostet eine halbe Million.

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Alles fährt Ski? Das war einmal. Waren Wintersportferien früher Standardprogramm für viele Schweizer Familien, können oder wollen es sich viele heute nicht mehr leisten. Statt nach Klosters oder Sedrun fährt manch eine Familie in der Wintersaison lieber an die Wärme nach Ko Samui oder Sharm al-Sheikh.

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Diese Familien will Schweiz Tourismus nun mithilfe der am Mittwoch präsentierten Kampagne Kids4Free zurückholen und verlost dafür 12'770 Wochen-Skipässe für Kinder. Mit der Aktion fahren Kinder bis 12 Jahre sechs Tage lang kostenlos Ski. Die Skipässe sind während der gesamten Wintersaison 2018/19 gültig. Ab dem 7. November können Erwachsene auf MySwitzerland.com für ein Kind an der Verlosung teilnehmen.

Schweiz Tourismus gibt für die Umsetzung der Kampagne und fürs Marketing rund eine halbe Million Franken aus. Die Finanzierung der Skipässe ist Sache der teilnehmenden Bergbahnen.

44 Skigebiete machen mit

Analysen von Schweiz Tourismus und der Universität St. Gallen zeigen klare Chancen für den Wintertourismus, wie die Marketingorganisation in einer Mitteilung schreibt. «Eine tragende Rolle spielen dabei Familien.» Diese will die gesamte Branche nun für ihre Treue belohnen und darüber hinaus neue Gäste hinzugewinnen.

Bei der Kids4Free-Aktion machen 45 Skigebiete mit – von Adelboden-Lenk und der Jungfrau-Region bis zu Aletsch-Arena oder Zermatt. Es sind aber auch viele kleinere Skigebiete mit dabei, etwa Grüsch-Danusa oder Unterbäch. Um allen Skigebieten eine Teilnahme bei Kids4Free zu ermöglichen, wurde ein Verteilschlüssel angewendet. «Dieser richtet sich nach der wirtschaftlichen Bedeutung der Bergbahnunternehmen», heisst es bei Schweiz Tourismus. Will heissen: Kleinere Gebiete offerieren weniger Wochenkarten.

Bei der Jungfrau-Ski-Region sieht man die Kids4Free-Aktion einerseits als «beste Werbung für den Wintersport», andererseits als Investition in die Zukunft: «Wenn Kinder heute bei uns das Skifahren lernen, werden sie mit grosser Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsene bei uns Wintersport betreiben», sagt eine Sprecherin auf Anfrage. Kinder seien gerade im Hinblick auf die Zukunft entscheidende Gäste. Die Jungfrau-Ski-Region stellt 600 Wochenkarten zur Verfügung.

Gäste aus Deutschland fehlen

Der Schweizer Wintertourismus hat schwierige Jahre hinter sich. Nun scheint der Frankenschock überstanden. In der letzten Saison stiegen die Gästezahlen um 4,6 Prozent auf 16,5 Millionen Logiernächte. Auch in diesem Jahr solle es weiter aufwärtsgehen. Die Tourismusforscher gehen von einem Anstieg um 2,3 Prozent Prozent aus. Laut KOF-Direktor Jan-Egbert Sturm ist die Trendwende damit bestätigt. Diese guten Zahlen können aber nicht darüber hinwegtäuschen: Die Übernachtungen deutscher Gäste sind noch immer 22 Prozent unter dem Wert von 2013.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • llo am 07.11.2018 09:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Geld

    Wir können uns das Skifahren leider nicht mehr leisten. zu viel müssen wit für die Wohnung, Krankenkasse und das tägliche Leben bezahlen.

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  • Too much am 07.11.2018 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke

    Bsp.: familie mit 2 kindern und 4× tagespass kosten rund 210.- (2×76.-/2×29.-) auf dem rinerhorn. Da ist der Magen jedoch noch leer und die völlig überteuerten Speisen und Getränke (vielfach gepuncht) kosten noch einmal 100.- macht ca. 310.- fr. Pro tag! ich liebe die Berge und den Schnee (wohne auch in dieser Region) aber rechnet man das auf eine Woche aus, inkl. Unterkunft, so fliege ich lieber in den süden und geniesse min. 2 wochen sonne und meer. Und nein, nicht mit einer Billigflug-airline, wie sich versteht. Es ist traurig, und beschämend, wie die Touris hier abgezockt werden...

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  • Sehnsucht 6 7 am 07.11.2018 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine gute Idee.

    Alles wird gemacht nur nicht runter mit den überteuerten Preisen. Was bringt das ? Gar nichts. Die Skigebiete sollten mal ins benachbarte Ausland schauen und deren Modell studieren statt auf diese Preispolitik zu beharren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lucie Lou am 08.11.2018 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach zu teuer...

    Unsere einzigen Ferien im Jahr sind Skiferien. Da mein Mami nahe an einem kleinen Skigebiet wohnt, kostet es uns keine Unterkunft. Eine Saisonkarte für die Familie lohnt sich ab 7 Tagen für 500.- Bisher hatten meine Kinder eine Saisonmiete für Ski/Snowboard. Da mein Sohn (13) bereits 175cm gross ist und Schuhnummer 44 trägt darf er keine Kinder Skimiete mehr haben sondern für Erwachsene. Skifahren ist leider sehr teuer. Skilager von der Schule kostet pro Kind 450.-Fr. kein Wunder gehen immer weniger in die Lager und immer weniger auf die Ski. Es ist ein Luxus für Büetzerfamilien!

  • Skilift-Kurt am 08.11.2018 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Statt Ski-FERIEN - Tagesausflüge ...

    Hoi Allersiits ... Warum muss es immer etwas 'Grosses' sein, brauchen ALLE Mega-Skigebiete ? Ein Tagesausflug z.B. von ZH aus kostet einen Bruchteil in ein überschaubares Skigebiet, z.B. Mythen-Region Brunni-Alpthal, Ibergeregg, Sattel-Hochstuckli, Neusell, SL Nollen Unterägeri, ZH-Oberland Fischenthal, usw. Oft mit wirklich günstigen Familien-Tageskarten, Picknick-Möglichkeiten, Familien-Kinder-freundlich. Und nochwas - in kleineren lokalen Skigebieten = Charme + freundliche einheimische Gastgeber bei Skiliften und in den Beizlis - statt grosse 'Ski-Ferien' - Tagesausflüge, mein Tipp ...

  • Bruno am 07.11.2018 23:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    halber Wochenlohn für Gondelfahrt

    Ich finde es wirklich schade, dass eine Tageskarte so dermassen teuer ist. Hört endlich mit dem Kunstschnee auf, dann können wir normalen Bürger und das auch mal leisten.

  • Lauberhorn zum 90sten am 07.11.2018 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht etwas überspitzt:

    1970 hatte die Schweiz knapp 6,5 Mio Einwohner, davon fuhren 5 Mio Ski. Heute leben nahezu 9 Mio Menschen im selben Land und allenfalls ist Skifahren noch für 2 Mio überhaupt ein Thema. Wohin wohl die Reise geht...?

    • Gross Maul am 07.11.2018 20:55 Report Diesen Beitrag melden

      @Lauberzorn zu letzten

      Von den 6.5 Mio hatten 5 Mio. niemals Geld fürs Skifahren anno 1970, Wintersport können sich heutzutage mehr Leute in unseren Breitengraden leisten als noch vor 20 oder 30 Jahren auch wenn hier das Gegenteil verbreitet wird.

    • Bruno am 07.11.2018 23:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gross Maul

      Da habe ich nicht die selben Erfahrungen gemacht wie Sie, wir hatten nicht viel, aber Skifahren gehörte zum Winter so wie die Ovi

    • Max Meister am 08.11.2018 10:55 Report Diesen Beitrag melden

      Geht noch heute ...

      Wir haben Material so lange wie möglich genutzt, Essen und Trinken selber mitgebracht und oft mit Punktekarten statt Tageskarten gefahren. Das hat für 1 Erwachsenes und 3 Kids so gereicht. Aber nicht an jedem Wochenende ... und nicht in Zermatt usw.

    • Ernst am 08.11.2018 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gross Maul

      Es kommt darauf an ob man, in den 70grr einen Skilift benutzte oder nicht.

    • klein Maul am 08.11.2018 17:47 Report Diesen Beitrag melden

      @all

      Coop Skiexpress oder so, aber billig war das auch nicht, es gab keine Ausrüstung zu mieten wie heute, selbst der billig Ski mit Bindung kostete so um die 600 Fr., Schuhe noch dazu. Karte und Futter war billiger der Rest nicht.

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  • Bianca am 07.11.2018 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Rest ist teuer

    Der Skipass ist noch der kleinste Budgetposten. Überteuerte Unterkunft, Materialmiete, Anreise, Verpflegung ... das schlägt wirklich zu Buche bei einer fünfköpfigen Familie.