Rekord-Tage für Bahnen

29. Dezember 2011 16:18; Akt: 30.12.2011 07:17 Print

Skiorte können sich vor Gästen kaum retten

von Antonio Fumagalli - Der starke Franken und die Wirtschaftskrise halten die Wintersportler offenbar nicht von den Pisten fern: Mehrere Skigebiete hatten noch nie so viele Gäste wie am Mittwoch.

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So wie hier in Flumserberg standen viele Wintersportler nicht selten über eine Stunde an den Skiliften an. Auch Leser-Reporter Diego Brunschweiler nervte sich über die langen Schlangen.

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Leser-Reporter Daniel H. traute seinen Augen nicht: «Auf Höhe des Brünigpasses hielt uns die Kantonspolizei an. Weil in Hasliberg alle Parkplätze belegt seien, sollten wir umkehren und in ein anderes Skigebiet fahren.» Daniel H. wollte aber für seinen Tagesausflug nach Meiringen-Hasliberg – und ignorierte die Empfehlungen der Beamten. «Völlig unverständlich» ist das Vorgehen der Polizei auch für Aline Blatter von den Bergbahnen: «Sie handelten nicht aufgrund von Hinweisen von uns. In Meiringen gab es sehr wohl noch freie Kapazitäten.»

Das Gästeaufkommen im Berner Oberland war aber in der Tat überdurchschnittlich – in Meiringen-Hasliberg sogar grösser denn je: «Der 28. Dezember war ein absoluter Rekordtag, die Bergbahnen haben rund 10 000 Gäste transportiert», so Blatter. Damit sei man in der Zwischenbilanz nun ungefähr auf gleicher Höhe wie letztes Jahr – und dies, obwohl die Saison erst einige Wochen später eröffnet wurde.

«Heute oder nicht mehr dieses Jahr»

Damit steht Meiringen-Hasliberg aber längst nicht alleine da: Wie eine unvollständige Umfrage von 20 Minuten Online zeigt, verzeichneten gestern mehrere Schweizer Skigebiete Rekordwerte. «So viele Gäste hatten wir noch nie an einem Tag auf den Pisten», sagt Edith Zweifel von Zermatt Tourismus. Damit stehe man im Vergleich zum verhältnismässig schneearmen letzten Winter sehr gut da, vor allem auch im Spätherbst habe man wegen der Schneesicherheit markant zulegen können. Ein Wermutstropfen sei einzig die Konsumentenstimmung im Dorf, man spüre, dass viele Gäste kostenbewusster einkauften. Entsprechend sei dieses Jahr mit leicht rückläufigen Umsätzen zu rechnen.

Einen neuen Besucherrekord verzeichnete auch das Skigebiet Pizol in den östlichen Voralpen. «Als klassische Tagesausflugs-Destination sind wir stark vom Wetter und den Schneebedingungen abhängig», sagt Simon Meyer von den Bergbahnen, «gestern spielte beides hervorragend zusammen.» Hinzu kam die durchzogenen Prognosen für den Rest der Woche. «Da sagten sich offenbar viele Gäste: Heute oder nicht mehr dieses Jahr.»

Frau Holle als Verbündete der Skigebiete

Die Kassen der Bergbahn-Betreiber haben in den vergangenen Tagen – traditionell ist die Altjahreswoche die umsatzstärkste des Jahres – also mächtig geklingelt. Und es kommt noch besser: Bereits sind wieder grosse Neuschneemengen prognostiziert. Die Lawinengefahr abseits der markierten Piste dürfte damit wieder ansteigen, für die Bahnbetreiber ist die weisse Pracht aber ein Segen: «Damit können wir längerfristig perfekte Pistenverhältnisse garantieren», sagt Roger Meier von den Bergbahnen Arosa.

Diejenigen, die für den Geldsegen sorgen, sind jedoch nicht selten die Leidtragenden: Wie mehrere Leser-Reporter übereinstimmend berichten, waren in den vergangenen Tagen die Schlangen an den Skiliften teilweise unerträglich lang. Nikolaj Gensetter wartete in Laax gar geschlagene 90 Minuten, bevor er sich in den Sessellift setzen konnte. Auch Simon Meyer von den Bergbahnen Pizol erhielt «vereinzelte Klagen» von Gästen, die sich wegen der langen Wartezeiten um den Eintrittspreis geprellt fühlten. Das sei allerdings nicht zu verhindern. «Als mittelgrosses Skigebiet ist uns schlicht nicht möglich, unsere Infrastruktur auf absolute Spitzentage auszurichten.»


Die Wetterverhältnisse in den Bergen waren in den vergangenen Tagen traumhaft - entsprechend lang waren die Schlangen vor den Skiliften. Haben Sie sich darüber geärgert? Oder beim Anstehen gar neue Bekanntschaften gemacht? Schreiben Sie uns ihre Altjahreswoche-Story auf feedback@20minuten.ch

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • müler/marlise am 29.12.2011 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ostschweiz

    Wildhaus/Unterwasser - auch 90Min Schlange stehen am 28.12.11 - schlimm scllimm schlimm...

  • Phil am 29.12.2011 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    Die Betreiber jammern fast immer!

    Dabei brauchen Sie lediglich eine gute Woche um die Weihnachtszeit und die Schäfchen sind bereits im Trockenen...

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  • Jack am 29.12.2011 16:35 Report Diesen Beitrag melden

    Jammern......

    Zuerst jammern die Gebiete über keinen Schnee, dann über zuviel Schnee und jetzt auch noch über zuviele Gäste.... Hauptsache gejammert oder was ? Allfällige Unterstützungen sollten jetzt mit einem kleinen Plus zurückbezahlt werden !!! Auf eine Saison ohne Jammergesang....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • René Widmer am 30.12.2011 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Geldverschwendung vom Staat

    und warum macht man denn dem Tourismusbusiness noch ein Mehrwertsteuergeschenk????

  • Jörg Nyffeler am 30.12.2011 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Können sich fast nicht retten

    Ja ja, da redet nun keiner mehr von Luftverschmutzung Lärm und Energieverbrauch Hauptsache das Freizeit und Vergnügen stimmen. Kaum zu Hause wird dann wieder gejammert was für ein Verkehr, ja ja, dasselbe gilt auch für die fligenden Weihnachtsgäste, bloss nicht nach Hause kommen und wieder gegen Fluglärm reklamieren.

  • ristretto am 30.12.2011 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wucher

    "der starke Franken"..ich kanns nicht mehr hören! Vorher war der Euro stark, und es gab eine Zeit als der $ über Fr 4.00 kostete.Wir werden so oder so gerupft in der Schweiz und der Service ist oft mieserabel. Daran sollte die Gastronomie mal arbeiten. Kaffee über Fr 4.00 ist Wucher!

    • Hugo Maurer am 30.12.2011 15:38 Report Diesen Beitrag melden

      Wucher

      100% ig einverstanden. Immer diese klönerei.

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  • Moni am 30.12.2011 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toggenburg

    Wir waren in Wildhaus und mehr als 15 Min. haben wir nie gewartet. Die Restaurants waren zwar proppenvoll, aber das Essen trotzdem innert 10 Min. auf dem Tisch. an dieser Stelle; Respekt und ein großes Dankeschön an das Team im Bergrestaurant Chäserrugg. Ihr seid Spitze!

  • Nilo am 29.12.2011 23:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheiss drauf

    Deshalb gehe ich niiiie nur einen tag... Man kann glück haben und es hat nicht viele leute oder eben das gegenteil... Gehe immer gleich eine woche am stück man kann so den massen und dem schlechten wetter gut mit anderen aktivitäten ausweichen... Und wenn halt dann doch mal anstehen auf dem plan steht... Was solls ich liebe "meinen" skiort und nehme auch das mal in kauf...