David Hablützel

26. November 2019 10:34; Akt: 26.11.2019 10:34 Print

Snowboardstar produziert Socken aus Ozean-Plastik

von Philipp Hagen - Das Unternehmen Teal Project von Snowboarder David Hablützel sammelt zurzeit Geld auf Kickstarter. Das Ziel: Sportsocken aus Ozean-Plastik herstellen.

Bildstrecke im Grossformat »
Snowboardstar David Hablützel ist seit kurzem auch Unternehmer. Mit seiner Firma Teal Project stellt er Socken aus Ozean-Plastik her. So sehen die Socken aus. Das Polyestergarn wird aus Plastik hergestellt, das an der iberischen Küste aus dem Atlantik gefischt und vor Ort rezykliert wird. Mit seinen drei Freunden von Teal Project will Hablützel etwas gegen die Verschmutzung der Ozeane unternehmen. Zurzeit sammelt das junge Unternehmen auf Kickstarter Geld für sein Projekt. Am 10. Dezember muss das Finanzierungsziel von 15'000 Franken erreicht sein. Zurzeit steht man bei rund 6000 Franken. Dementsprechend wirbt der Snowboardstar aktuell fleissig auf Instagram für seine neuen Socken, die – wie er zum Bild schreibt – nicht nach Fisch stinken, auch wenn sie aus Ozean-Plastik bestehen. Sollte das Finanzierungsziel nicht ganz erreicht werden, müssten die vier jungen Unternehmer wohl mit Eigenfinanzierung weitermachen. 12 Franken soll das Paar Socken kosten. Sie eignen sich aufgrund des hohen Tragekomforts auch optimal für den Alltag. Die Socke ist aus antibakteriellen Materialien hergestellt und soll deshalb sehr wenig stinken. Teal Project will damit verhindern, dass Kleider zu oft gewaschen werden müssen. Hablützel und seine Freunde wollten mit einem Kleidungsstück beginnen, das jeder gebrauchen kann - Socken. In naher Zukunft sollen auch noch weitere Performance-Produkte folgen, etwa T-Shirts oder Shorts. Im Sommer 2018 kam Hablützel mit seinen Freunden beim Surfen auf die Idee, als sie den vielen Plastikmüll am Strand bemerkten. Im Februar 2020 werden die Socken nun ausgeliefert.

Zum Thema
Fehler gesehen?

David Hablützel ist einer der besten Snowboarder der Schweiz – und neu auch Unternehmer. Der Zürcher will mit seiner Firma Teal Project, die er mit drei Freunden gegründet hat, etwas gegen die Verschmutzung der Ozeane unternehmen. Ihre Lösung: den Müll rausfischen und Socken daraus herstellen.

Umfrage
Holst du dir Hablützels Socken?

«Ich und meine Freunde sind beim Surfen darauf aufmerksam geworden, dass immer mehr Müll an den Stränden herumliegt. Da wollten wir etwas dagegen unternehmen», so der Star-Snowboarder. Hablützel findet, Nachhaltigkeit mit Sport zu kombinieren, sei die ideale Lösung. Als berühmter Profisportler ist er das Aushängeschild der Kampagne und für das Marketing zuständig.

Plastik als Ressource verwenden

Nach dem Plan von Teal Project soll der Plastikmüll vor der iberischen Küste aus dem Atlantik gefischt und noch vor Ort rezykliert und Sportsocken daraus hergestellt werden. Als erfahrene Sportler wissen die vier Gründer von Teal Project, worauf es ankommt: «Die Socke ist sehr bequem, passt sich im Zehenbereich gut an und stinkt nur sehr wenig, da sie sehr antibakteriell ist», erklärt einer der drei Designer und Gründer des Unternehmens, der seinen Namen nicht in den Medien sehen will.

Da die Socke nicht schnell muffelt, muss sie nicht so oft gewaschen werden. Damit kann Wasser gespart und die Umwelt geschont werden. Das ist auch im Interesse der Marke Teal Project. Das Paar Sportsocken soll dabei 12 Franken kosten. Geliefert wird weltweit.

Warum Teal Project auf Socken gesetzt hat, ist schnell erklärt: «Socken sind ein Alltagsprodukt, das jeder braucht. So kann möglichst viel Plastik aus dem Meer gefischt werden», so der Designer. Sehr bald sollen aber noch weitere Produkte hergestellt werden, das Socken-Team denkt dabei an T-Shirts oder Shorts, die ebenfalls gut gelüftet werden können und deshalb wenig gewaschen werden müssen.

«Wir brauchen einen Push»

Zurzeit sammelt das Unternehmen auf Kickstarter Geld für sein Vorhaben. Das Finanzierungsziel: 15'000 Franken sollen bis zum 10. Dezember in der Kasse landen. Diese würden die Kosten für die erste Lieferung decken. Aktuell haben die vier Freunde rund 6000 Franken gesammelt. Hatten sie anfangs noch sehr schnell Fortschritte gemacht, kam die Sammlung zuletzt aber etwas ins Stocken. «Es muss noch etwas gehen, wir brauchen einen Push», so Hablützel.

Ab Februar werden die vier Freunde bereit zur Auslieferung sein – auch wenn das Finanzierungsziel nicht ganz erreicht werden sollte: «Notfallpläne sind geschmiedet», erklärt einer der Mitbegründer. Auch Hablützel zeigt sich kämpferisch: «Ich finde, das Projekt ist genial, man muss es unbedingt weiterverfolgen.»

Allgemein ist das Unternehmen gut vorbereitet: «Wir wussten, dass mit solchen Crowdfunding-Aktionen relativ schnell viel Geld zusammenkommt.» Deshalb habe sich das Team viel Zeit mit dem Aussuchen des geeigneten Materials und der richtigen Produzenten gelassen, ehe es damit startete.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sara Ryffel am 26.11.2019 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Lösung des Problems?

    Dass sich Mikroplastik aus dem Stoff löst beim Waschen, ist ja auch egal.

    einklappen einklappen
  • Simon am 26.11.2019 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Null Weitsicht

    Die Mehrheit der Kommentare ist bedenklich. Dieses Projekt nimmt sich einem Problem an: Dem Plastikmüll im Meer. Und nun kommt ihr mit "Und das Schweröl von den Schiffen?" und so weiter. Das sind andere Baustellen. Es gibt andere Projekte, die daran arbeiten, Schiffe umweltfreundlicher zu machen. Soll man mit dem Plastik rausfischen nun warten, bis die soweit sind? Und die, die Schiffsmotoren verbessern wollen, müssen zuerst warten bis z.B. Lithiumbatterien umweltfreundlicher gewonnen werden? Sorry Leute, aber so wie ihr argumentiert, erreicht man nie Fortschritt.

    einklappen einklappen
  • Martin Hess am 26.11.2019 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umweltschutz

    Eigentlich einfach, Plastik und Müll gehören nicht ins Meer und wer es trotzdem macht, gehört gehörig gebüsst.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Motorradfahrer am 27.11.2019 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Ansatz ...

    ... aber insbesondere Socken sollten Wolle enthalten; diese ist antimikrobiell und mindert/stoppt darum Fussgeruch.

  • Tim am 27.11.2019 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hopp

    Wieso gibt es so viele Negative Kommentare. Es denken sehr viele kurzsichtig. Die Firma startet bei Socken und mit dem daraus entstehenden Know How wird viel Gutes gesehen. Nicht nur für ihre Firma sonder für den ganzen Wirtschaftsstandort Schweiz.

    • struppilu am 27.11.2019 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tim

      Mag ja sein, aber Plastik ist nun mal nicht gut für den Körper, weder innen noch aussen.

    einklappen einklappen
  • Bio Cotton am 27.11.2019 15:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee

    Finde die Idee sehr gut! Schade dass ich nur Baumwollsocken trage.

  • Evi am 27.11.2019 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Waschen?

    und mit dem Waschen geht das Plastik wieder in den Ozean. Der Typ sollte einfach Snowboarden oder noch besser am Strand Müll sammeln.

    • Lars am 27.11.2019 12:39 Report Diesen Beitrag melden

      Einfach beim Austeilen.

      Und was trägst Du bei?

    • struppilu am 27.11.2019 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Evi

      Psst, das wollen doch die Klimajünger nicht hören, geschweige lesen.

    einklappen einklappen
  • Mario Keller am 27.11.2019 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Kann es nicht mehr hören

    UNd wohin gehen die Typen surfen? Bestimmt nicht in der Schweiz. Was für eine Doppelmoral.