SP droht mit Initiative

24. März 2019 12:48; Akt: 24.03.2019 12:48 Print

So bekam der SBB-Chef sein Millionensalär

Die Cheflöhne mehrerer Unternehmen geben einmal mehr zu reden. Die SP droht nun eine Volksinitiative an.

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Die SBB beharrten darauf, dass ihr Chef Andreas Meyer für das Jahr 2020 einen Vergütungsrahmen von knapp über einer Million Franken erhält. Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, wurde dabei die Regierung unter Druck gesetzt. Man habe damit gedroht, dass Meyer das Unternehmen verlassen könnte, sollte er den beantragten Lohndeckel nicht erhalten. Mit Erfolg. Und dies, obwohl SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga vorsah, Meyers Maximallohn um 4 Prozent zu kürzen.

Auch in der Privatwirtschaft sorgten die – deutlich höheren – Millionenlöhne der Chefs für Gesprächsstoff. Am Freitag wurde bekannt, dass Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam trotz stark sinkenden Aktienkurses 12,7 Millionen Franken oder 30 Prozent mehr Lohn erhält.

Neue 1:12-Initiative?

Nun droht die SP eine Volksinitiative an, um die Gehälter der Topmanager zu deckeln, schreibt die «SonntagsZeitung». «Eine Neuauflage der 1:12-Initiative ist nicht ausgeschlossen», sagt der Aargauer SP-Nationalrat Cédric Wermuth.

Vor gut fünf Jahren war ein Volksbegehren der Jungsozialisten abgelehnt worden, das forderte, dass niemand mehr als zwölfmal so viel verdienen darf wie die schlechtestbezahlten Mitarbeiter im selben Unternehmen. Wermuth sagt, Gespräche mit Vertretern von SP und Grünen über eine Neuauflage seien am Laufen. «Auch die AHV, das Frauenstimmrecht und der UNO-Beitritt benötigten mehrere Anläufe.»

Bonus-Malus-System gefordert

Das Unverständnis über die hohen Löhne ist auch auf der bürgerlichen Seite gross. Der Schaffhauser Ständerat Thomas Minder, Vater der 2013 angenommenen Abzockerinitiative, fordert die grossen öffentlichen Anleger wie die Pensionskasse des Bundes und den AHV-Fonds auf, aktiver zu werden und offensiver ihre Rechte als Aktionäre auszuüben.

Löhne wie jene von Thiam und UBS-Chef Sergio Ermotti müssten sie ablehnen und das auch öffentlich machen. Vor dem Hintergrund, dass der UBS in Frankreich eine 5-Milliarden-Busse droht, fordert Minder «ein echtes Bonus-Malus-System und eine Haftung, die wehtut, wenn im Nachhinein grosse Verluste entstehen.»

(roy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rolf am 24.03.2019 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na und?!

    Was soll das bitte für eine leere Drohung sein?! Soll er doch gehen!! 1) Die Züge würden genau gleich weiter rollen, schliesslich sind die im Tagesgeschäft in den Händen der kompetenten Mitarbeiter!! 2) Auch den Kerl kann man ersetzen!! Da findet sich sicher schnell jemand der/die das Unternehmen leiten würde!! Ich bin es leid, dass die Obersten Etagen ihren Job nur für einen absolut irsinnig, übertrieben hohen Lohn ausführen!! Es soll endlich mal jemand die Leitung übernehmen, welche andere Motivationen als viel Geld mitbringt!!

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  • Klaus am 24.03.2019 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SBB Chef Meyer

    Spart lieber bei Mitarbeiter Löhnen. Jedoch nicht bei seinem Lohn, Bonus. 10 Jahre keine Lohnerhöhung für Mitarbeitende. Der Bund muss da hart durchgreifen. Der Steuerzahler zahlt den SBB Betrieb.

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  • M.B. am 24.03.2019 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Einziger Mensch der die SBB führen kann!

    Ist Herr Meyer der einzige Mensch, der die SBB führen kann? Ein Uebermensch, ein Tausendsassa, absolut unersetzlich. Darum das viele Geld. Verspätete Zugsablieferungen, Zugsverspätungen, schlechter Unterhalt am Netz, das alles sind die grossen Taten von Herrn Meyer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • S. Klave am 25.03.2019 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Albtraum in der Chefetage

    Was hat eigentlich Meyer erreicht? 4500 Chefstellen, 40 Mio. Beraterhonorare, Jobs unten abgebaut, Jobs outgessourced, Temporärstellen aufgebaut, viele Leute in die Frühpensionierung geschickt, bezahlt von uns Aktiven. Meyer, Ribar und die gechasste Pilloud, ein Traumtrio!

  • Bruno am 25.03.2019 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weg mit dem

    Je schneller der verschwindet, je besser fürs Personal! Grinsen und leere Worte! Sonst kommt nichts von dem!

  • ÖV-Fan am 25.03.2019 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch mehr Geld?

    Bei Weibel war der Kunde der König. Heute gibt es nur noch einen.

  • Zabareni am 25.03.2019 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sauerei

    Ich finde es beschämend, er bringt nichts und aber nichts. Ferien bezahlt und das auf kosten der Steuerzahler.

  • HB am 25.03.2019 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lohn

    Naja,Wenn ich Chef wäre würde ich diesen Lohn auch nehmen Wer würde sagen : 1 Million nee eine halbe genügt mir:-)