WEF-Start

20. Januar 2020 20:27; Akt: 20.01.2020 20:27 Print

So bereitet sich Davos auf Trumps WEF-Besuch vor

von Dominic Benz, Davos - Polizeikontrollen, Massen von Geschäftsleuten, Stau – Davos ist im Ausnahmezustand und wartet auf den US-Präsidenten. So sieht es vor Ort aus.

Davoser Landammann Tarzisius Caviezel im Gespräch mit 20 Minuten. (Video: DOB)
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Am Dienstag startet das World Economic Forum (WEF). Doch schon jetzt herrscht in Davos teils Chaos. 20 Minuten ist in der Bündner Stadt und liefert den Lagebricht.

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Bereits am Zürcher HB macht sich das WEF bemerkbar: Dutzende Geschäftsleute mit Koffern und Laptoptaschen besteigen den Zug. Die meisten sprechen Englisch. Sie alle haben ein Ziel: Davos. Erste Kontrollen durch die Polizei kann es am Bahnhof in Landquart geben. Beamte achten dort genau darauf, wer hier in die Rhätische Bahn nach Davos umsteigt. Auch wer mit dem Auto kommt, fährt kurz vor Davos an Kontrollposten vorbei.

Besucher

Schon vor dem offiziellen WEF-Start wimmelt es in Davos nur so Geschäftsleuten mit Badges für den Zugang ins Kongresszentrum um den Hals. Hier scheint jeder wichtig zu sein. Die WEF-Teilnehmer kommen aus aller Welt. Englisch ist in der WEF-Woche daher die Hauptsprache. So wird man auch im Kongresszentrum und an Security-Durchgängen in der Regel auf Englisch angesprochen.

Stimmung

In Davos dreht sich alles um Donald Trump. Doch am angekündigten Besuch des US-Präsidenten spalten sich die Geister. «Trump hat in Davos nichts zu suchen», sagt eine Einheimische zu 20 Minuten. Es sei problematisch, dass man einem solchen Provokateur hier in den Bergen eine Plattform biete. Überhaupt seien die Menschenmassen jeweils während des WEF ein grosses Problem. Man könne sich kaum mehr frei bewegen in der Stadt. Eine andere Davoserin nimmt den hohen Besuch gelassen. «Mir ist egal, ob Trump kommt oder nicht», sagt sie. Grundsätzlich findet sie da WEF eine gute Sache. «Davos kann davon nur profitieren.»

Schnee

Die Schneemassen halten sich in Grenzen. In Davos selber hat es rund einen halben Meter Schnee. Die beiden Hauptstrassen sind aber praktisch schneefrei. Anders sieht es auf den Nebenstrassen, Trottoirs und Spazierwegen aus: Unter der Schneeschicht hat es meist eine Eisschicht. Gutes Schuhwerk ist für WEF-Teilnehmer also Pflicht. Der grosse Schnee wie in den letzten beiden Jahren wird es in dieser Woche nicht geben. Für die ganze WEF-Woche ist sonniges Wetter angekündigt. Dafür liegen die Temperaturen vor allem in der Nacht teils deutlich im Minus.

So bereitet sich Davos auf Trumps WEF-Besuch vor

Verkehr

Auf den beiden Hauptstrassen durch Davos kommt es immer wieder zu Stau. Den Verkehr dominieren schwarze Limousinen und Minibusse für besonders wichtige Personen. Ebenso sind etliche Shuttlebusse im Einsatz, die die WEF-Teilnehmer quer durch Davos chauffieren. Die Stadt hat allerdings Massnahmen ergriffen, um den Verkehr in den Griff zu bekommen. «Wir versuchen, den Limousinen mehr Parkplätze zur Verfügung zu stellen», sagt der Davoser Landammann Tarzisius Caviezel zu 20 Minuten (siehe Video). So müssten die Limousinen nicht permanent in der Stadt ihre Runden drehen.

Sicherheit

Das Sicherheitsaufgebot ist immens. Die Polizei ist in Davos omnipräsent. Auch über der Stadt kreisen immer wieder Armeehelikopter. Auf den Dächern stehen in der Nähe des Kongresshauses einzelne Spezialeinheiten. Auch Scharfschützen sind bereits in Position. Insgesamt kostet die Sicherheit am diesjährigen WEF 9 Millionen Franken.

Preise

Im Gegensatz zu den Hotels haben die meisten Restaurants haben ihre Preise nicht erhöht. So ist auch der Kaffee oder das Bier gleich teuer wie sonst unter dem Jahr. Teuer hingegen ist eine Fahrt mit dem Uber-Taxi. Das Unternehmen bietet seine Dienste in Davos nur während des WEF an. Im Angebot sind nur einige Uber-Black-Limousinen. Die fast vier Kilometer lange Fahrt von Davos Platz nach Davos Dorf kostet daher knapp 41 Franken.

Geschäfte

Viele Läden in Davos machen in der WEF-Woche Rekordumsätze. Auch die Sportgeschäfte profitieren vom WEF. «Spikes für die Schuhe sind derzeit der Renner», sagt eine Verkäuferin. Vor allem Leute mit ihren ledrigen Business-Schuhen würden die Spikes für 29.90 Franken kaufen. Ebenfalls gefragt seien Handwärmer für 3.90 Franken.

Hotels

Freie Betten gibt es in Davos praktisch keine mehr. Das nutzen viele Hotels und private Mieter aus und verlangen wie jedes Jahr zum WEF hin teils absurde Preise. Für gewisse Hotelzimmer musste man für vier Nächte mehrere Tausend Franken hinblättern. Ein privater Anbieter vermietete seine 3-Zimmer-Wohnung auf Booking.com gar für 64'524 Franken.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maria R. am 20.01.2020 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chapeau

    Ich ziehe den Hut vor den Leuten, die in der Saukälte draussen stehen müssen, um für die Sicherheit zu sorgen. Ein Dank an jeden Soldaten, Polizisten, Sani und natürlich den Kollegen und Kolleginnen der Feuerwehr. Macht euch warme Gedanken und haltet durch.

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  • Frau am 20.01.2020 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gastland

    Warum hält von der Leyen mit Schwab die Eröffnungsrede? Und niemanden von unseren Bundesräten. Schliesslich ermöglicht die Schweiz die WEF . Auch sind wir dass Gastland und kommen auch für diverse Kosten und Umtriebe auf!

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  • Mäxxli am 20.01.2020 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ich frag mich einfach:

    Warum so ein Schauspiel? Die massgebenden Dinge werden ja eh hinter verschlossenen Türen festgelegt. Auch die jetzige Weltsituation auch mit der Migrantenflut nach Europa - alles geplant... Solche Anlässe sind nur noch da für Propaganda und Werbung. Auch bei Sportanlässen haben sich die Sportler den Sponsoren zu beugen, sind also ein Spielball... Man muss schon ziemlich verblendet sein, dies nicht zu erkennen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Diamondcobra am 21.01.2020 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
    • Carlotta am 21.01.2020 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Diamondcobra

      wenn Sie ab jetzt pro Woche einen neuen Buchstaben lernen, dann können Sie bis Mitte Jahr das ganze Alphabet. Nicht aufgeben, Sie schaffen es.

    • Danke am 21.01.2020 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Carlotta

      Schmunzel! Der war aber richtig gut!

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  • C.H. am 21.01.2020 07:06 Report Diesen Beitrag melden

    WEF-Teilnehmer SIND das Problem

    Der grösste Teil der Teilnehmer rechnen nicht in Stunden sondern in Millionen Dollar. Der grösste Teil der WEF-Teilnehmer sind ein grosses Sozial- und Klimaproblem.

  • Rônin am 21.01.2020 04:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WEF , und warum?

    Videokonferenz ginge doch auch. Das gesparte Geld könnte so sinnvoller eingesetzt werden.

  • Mauro A. am 21.01.2020 02:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich profitier davon...

    Stellt euch vor: ohne WEF müsste ich den Mietzins meiner Wohnung selbst berappen. Was für ein Unding!

  • Erwino am 21.01.2020 01:36 Report Diesen Beitrag melden

    Passt bloss gut auf

    Die Iraner wollen Trumps Skalp.

    • Toni K. am 21.01.2020 02:15 Report Diesen Beitrag melden

      @Erwino

      Da muss er vor der Eu wohl eher Angst haben, diese überlegen einem Militär Einsatz in Libyen um ihre Häfen am laufen zu halten.

    • Denise am 21.01.2020 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Erwino

      Nun, dann drücken wir ihnen die Daumen.

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