Bakterien und Pilze

11. Januar 2019 05:49; Akt: 11.01.2019 05:49 Print

So dreckig sind Schweizer Touchscreens

von Raphael Knecht - Wer öffentliche Touchscreens benutzt, sollte sich danach die Hände waschen. Die Bildschirme sind auch in der Schweiz voller Keime und sogar Fäkalbakterien.

Auf welchen öffentlichen Touchscreens finden sich die meisten Bakterien und Pilze? (Video: rkn Musik: Bush Week by Nihilore https://soundcloud.com/nihilore Creative Commons — Attribution 3.0 Unported — CC BY 3.0)
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Wer im Restaurant das Essen per Touchscreen bestellt, fragt sich vielleicht, wie sauber diese Flächen sind. Schliesslich hat man nicht immer die Gelegenheit, sich noch die Hände zu waschen, bevor man das Besteck oder sogar das Essen selbst in die Finger nimmt.

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Mittlerweile gibt es in allen möglichen öffentlichen Bereichen Touchscreens. Tausende Personen nutzen die Geräte täglich, hinterlassen ihre Hautkeime und verschleppen die vorhandenen Bakterien sowie Pilze. Diese Keime sind mit blossem Auge nicht erkennbar, können aber Auslöser für verschiedene Krankheiten sein.

20 Minuten wollte es genau wissen und hat Stichproben an mehreren öffentlich zugänglichen Touchscreens gemacht und auf Keime untersuchen lassen (siehe Video). Die Ergebnisse zeigen, dass auch Schweizer Touchscreens sehr dreckig sind. Immerhin waren nur auf wenigen Flächen Fäkalbakterien nachweisbar.

Mit über 300 Bakterien und 45 Schimmel- und Hefepilzen pro 25 Quadratzentimeter fand 20 Minuten auf einer Validierungsstation der Universität Zürich, an der Studenten ihren Studienausweis aktualisieren können, die meisten Keime. Seitens der Universität heisst es, die Bildschirme würden täglich gereinigt. «Nichtsdestotrotz können wir damit natürlich nicht verhindern, dass jede erneute Nutzung zu Verschmutzung und Verkeimung führt, genauso wie dies bei jeder Türfalle im öffentlichen Raum, bei Bedienungsknöpfen im Lift oder bei Restaurantstühlen der Fall ist», sagt eine Sprecherin zu 20 Minuten.

Weniger häufig werden die Ticketautomaten des Verkehrsbunds Zürich (VBZ) gereinigt, bei denen 20 Minuten ebenfalls über 300 Bakterien und knapp 30 Pilze fand. Laut VBZ werden die Geräte in einem Zyklus von neun Wochen komplett gesäubert. Es gebe aber zusätzliche Kontrollen und Reinigung nach Bedarf, sagt eine Sprecherin zu 20 Minuten.

Hände waschen wegen Krankheitserregern

Die Bildschirme sind also alle nachweisbar dreckig – unter den Keimen könnten sich auch Krankheitserreger befinden. Was können Benutzer tun, um sich vor allfälligen Infektionen zu schützen? Gerade in der Grippezeit sollte man die Hände öfter waschen, sagt Patrizia Ascone, Leiterin Diagnostik beim Referenzlabor Microstech, das die Proben für 20 Minuten analysiert hat.

Auch Beda Stadler, Immunologe an der Universität Bern, rät angesichts der Ergebnisse dazu, sich öfter die Hände zu waschen. Dass solche Bildschirme schmutzig sind, sei zu erwarten. Solange die Haut intakt sei, müsse man sich aber keine grossen Sorgen machen: «Man müsste mit den Händen nachher in den Mund oder die Augen, damit es gefährlich werden könnte.» Wer seine Hände also reinigt, bevor sie mit offenen Stellen in Kontakt kommen, ist auf der sicheren Seite.

Handy-Bildschirm noch dreckiger

Noch dreckiger als die Touchscreens im öffentlichen Raum dürfte der Bildschirm des eigenen Handys sein, sagt Stadler zu 20 Minuten. Das treffe wohl vor allem bei denjenigen zu, die das Smartphone mit aufs WC nehmen.

Im Gegensatz dazu muss man sich bei manchen Bildschirmen im öffentlichen Raum etwas weniger Sorgen machen. Am besten schneiden der Self-Checkout von Coop und der Ticketautomat der SBB ab: Die Keimzahl auf 25 Quadratzentimetern bleibt bei diesen Bildschirmen im maximal zweistelligen Bereich. Überall sonst fand 20 Minuten über 100 koloniebildende Einheiten von Bakterien oder Pilzen.

Angesichts der vielen Keime wollte 20 Minuten von den zuständigen Unternehmen wissen, wie oft die Geräte geputzt werden. So sehen die Reinigungspläne der getesteten Bildschirme aus:

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tttk am 11.01.2019 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Übertiebene Hygiene

    Übertriebene Hygiene schadet unserem Immunsystem. Das Immunsystem muss auch immer was zu tun haben, sonst wirkt es nicht mehr, wenn man es mal braucht. Und Bakterien, Pilze etc. sind sowieso überall. Wieso diese Paniknachung hier?

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  • Biker am 11.01.2019 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit Absicht

    Und dann gibt es noch solche, welche die Automaten absichtlich verschmutzen. Sie Schweine zu nennen, wäre beleidigend für die Tiere.

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  • Anton Keller am 11.01.2019 06:12 Report Diesen Beitrag melden

    Die Sieger

    Bakterien und Pilze sind überall. Sie sind die wahren Sieger der Evolution.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Besserwisser am 14.01.2019 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    ÜBERALL BAKTERIEN

    und wie sieht es mit den Türklinken aus ? oder mit den Handläufen bei den Treppen ? oder die Haltestangen im Bus ? oder die Knöpfe im Lift ? überall Bakterien !!!

  • Nico Laus am 14.01.2019 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Handrücken

    Ich benutze in Restaurant den Fingerrückseite, um eingaben am Touchscreen zu machen. Allfällige Keime landen so nicht in meiner Verdauung

  • Technik zum Durchschiss am 14.01.2019 06:51 Report Diesen Beitrag melden

    Eugenik lässt grüssen

    Geschweige denn bei MC Donalds bestellen. Dort holt man sich am Touchscreen zuerst Herpes und friss das Ganze dann noch mit einem Stück Fett und Eugenikfood.

  • Hugo am 12.01.2019 23:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toti

    In schweiz sind dich strassen sauber aber Rest ist das trekigste Land im Eu für mich auch dich Menschen

  • Reinigungsteam am 12.01.2019 22:24 Report Diesen Beitrag melden

    Reinigung einwandfrei

    Die Berührungsbildschirme werden regelmässig gereinigt bzw. desinfiziert. Kunden verschmutzen sie aber laufend wieder mit unsauberen, ungewaschenen Händen.

    • Jasmin am 16.01.2019 14:59 Report Diesen Beitrag melden

      Putzlappen

      Womit? Dem Putzlappen, der schon den ganzen tag für alles mögliche verwendet wurde?

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