Zu wenig Schreibtische

31. Januar 2019 12:14; Akt: 04.02.2019 15:39 Print

So muss man bei der UBS um den Büroplatz kämpfen

von Dominic Benz - Die UBS setzt auf Desk-Sharing. Doch oft gibt es zu wenig Arbeitsplätze. Um dennoch einen Tisch zu ergattern, müssen die Banker tricksen.

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Bei der UBS gibt es viele Abteilungen, in denen es flexible Arbeitsplätze gibt. Die Banker haben also keine eigenen Pulte. Das setzt einige Mitarbeiter unter Stress, wie Leser von 20 Minuten berichten. Denn sie müssen jeden Tag von Neuem einen Platz suchen. Doch es gibt an manchen Tagen weniger Pulte als Mitarbeiter. Die Banker müssen also tricksen, um sich einen Platz zu ergattern. Manche Banker stehen extra früher auf, um sich einen Platz zu sichern. Wer dann auf dem Arbeitsweg die potenzielle Platz-Konkurrenz sieht, sollte sich beeilen. «Viele beschleunigen dann ihren Schritt», sagt ein Leser. Oder man personalisiert den ergatterten Platz mit der Wasserflasche, Kaffeetasse oder sonstigem Krimskrams. Das lässt man dann abends liegen und erklärt am nächsten Morgen: «Ich musste gestern schnell los und hatte keine Zeit, alles wegzuräumen.» So gehts auch: Der Banker klebt eine Notiz an den Computer. Darauf steht, dass ein wichtiges Programm läuft, das man nicht unterbrechen darf. Der Trick ist effektiv, funktioniert aber nur ein- oder zweimal. Danach ist er unglaubwürdig. Die UBS beschwichtigt: Es gebe grundsätzliche immer genügend Arbeitsplätze. «In Ausnahmefällen kann es vorkommen, dass der bevorzugte Arbeitsplatz nicht zur Verfügung steht und daher auf einen Arbeitsplatz in der Nachbarschaft oder in der naheliegenden Umgebung ausgewichen werden muss», sagt eine Sprecherin auf Anfrage. Klar ist: Vom Desk-Sharing profitieren vor allem die Unternehmen. Denn geteilte Arbeitsplätze sind billiger. Experten schätzen, dass sich rund 30 Prozent der Infrastrukturkosten mit geteilten Flächen sparen lassen.

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Flexible Arbeitsplätze gelten als modern. Das sogenannte Desk-Sharing bieten Konzerne wie AXA, die Post oder die Swisscom an. Auch bei der UBS haben viele Mitarbeiter kein eigenes Pult mehr und müssen jeden Tag aufs Neue einen Platz suchen. Die Bank nennt das «Workplace Now».

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Doch das Konzept verärgert UBS-Angestellte. Wie Leser von 20 Minuten berichten, muss man sich einen Arbeitsplatz regelrecht erkämpfen. «Die Bank geht davon aus, dass nicht alle Mitarbeiter zur gleichen Zeit im Büro sind», sagt ein Leser. Die Rechnung gehe oft nicht auf. So habe es an bestimmten Tagen weniger Pulte als Mitarbeiter. Dann müsse man sich an Hochtischen auf einen Barhocker setzen, was niemand wolle. «Die Platznot ist belastend», meint ein anderer Leser.

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Um dennoch einen Platz zu ergattern, greifen die Banker laut Lesern zu folgenden Tricks:

Der Frühaufsteher-Trick

«De Schnäller isch de Gschwinder.» Die Methode ist simpel, aber effektiv: Am Morgen einfach früher als die Kollegen aufstehen. Wer dann auf dem Arbeitsweg die potenzielle Platz-Konkurrenz sieht, sollte sich beeilen. «Viele beschleunigen dann ihren Schritt», sagt ein Leser.

Der Fokus-Trick

Alles, was zählt, ist ein guter Platz. Daher unbedingt alles andere ausblenden. Im Büro angekommen, begibt sich der Banker daher direkt zum gewünschten Pult. Erst die Jacke aufhängen, den Kaffee holen oder aufs WC gehen liegt nicht drin.

Der Personalisierungstrick

Der Trick ist ein Klassiker, ist aber laut UBS-Hausregel verboten: Den ergatterten Platz mit der Wasserflasche, Kaffeetasse oder sonstigem Krimskrams personalisieren. Das lässt man abends liegen. Am nächsten Morgen hat man für den stutzigen Kollegen eine Ausrede parat: «Ich musste gestern schnell los und hatte keine Zeit, alles wegzuräumen.»

Der Software-Trick

Um den hart erkämpften Platz behalten zu können, klebt der Banker eine Notiz an den Computer. Darauf steht, dass ein wichtiges Programm läuft, das man nicht unterbrechen darf. Der Trick ist effektiv, funktioniert aber nur ein- oder zweimal. Danach ist er unglaubwürdig.

Der Teamleiter-Trick

Als Teamleiter kann man einen bereits besetzten Platz für sich beanspruchen. Das geht mit folgendem Satz: «Ich muss in der Nähe des Teams sitzen.» Die Banker machen dem Ranghöheren den Platz kaum mehr streitig. «Auch bei geteilten Arbeitsplätzen gibt es eine Hackordnung», erklärt ein Leser.

Der Einschleim-Trick

Gewisse Teams müssen in separaten und abgesicherten Räumen ihre Arbeit erledigen. So schreibt es das Bankengesetz vor. Wer in Ruhe in einem solchen Raum einen Platz haben will, muss die richtigen Leute kennen. Ein Leser erklärt: «Wer sich beim Team einschleimt, hat gute Chancen auf einen ruhigen Arbeitsplatz.»

Die UBS beschwichtigt: Es gebe grundsätzliche immer genügend Arbeitsplätze. «In Ausnahmefällen kann es vorkommen, dass der bevorzugte Arbeitsplatz nicht zur Verfügung steht und daher auf einen Arbeitsplatz in der Nachbarschaft oder in der naheliegenden Umgebung ausgewichen werden muss», sagt die Sprecherin auf Anfrage.

Auf «Workplace Now» setzt die UBS auch bei neuen Standorten wie an der Europaallee in Zürich. Das Konzept ermögliche den Mitarbeitenden, zwischen verschiedenen Arbeitsumgebungen auszuwählen und damit optimal auf die jeweilige Tätigkeit auszurichten.» Dabei werden weniger Plätze als Mitarbeiter benötigt. Der Grund: Laut Statistiken seien mehr als ein Fünftel der Arbeitsplätze aufgrund von Ferien, Krankheit, Militär, Geschäftsreisen und Mutterschaftsurlaub nicht besetzt, so die Sprecherin.

Klar ist: Vom Desk-Sharing profitieren vor allem die Unternehmen. Denn geteilte Arbeitsplätze sind billiger. Experten schätzen, dass sich rund 30 Prozent der Infrastrukturkosten mit geteilten Flächen sparen lassen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris am 31.01.2019 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Trotz hoher Gebühren

    Eklig jeden Tag ne andere Tastatur benutzen.. aber da frag ich mich wieso ich so hohe Gebühren bezahle, wenn nichtmal die Angestellten nen festen Platz haben. Ich denke da wird es Zeit die Bank zu wechseln.

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  • Antonio Giovenni am 31.01.2019 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Auch bei uns

    auf 20 Personen 17 Plätze. Ich kenne Leute in der UBS die teilen sich zu zweit ein Büro wo locker 6 Personen platz fänden aber das ist halt in der "Teppich" Etage

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  • Ruedi Müller am 31.01.2019 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    SBB zieht nach

    Das ist ja wie bei der SBB :)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • unternehmer am 01.02.2019 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    Realität

    das nennt sich evizient arbeiten die arbeit zählt und nicht einfach dasein so macht man das mit angestellten

  • unternehmer am 01.02.2019 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Pro Unternehmen

    Unternehmen sind so cool, wir sollten sie für sowas beglückwünschen und ihnen die Steuern senken! Wem Unternehmen wichtig sind, der wählt auch 2019 bürgerlich!

  • Grau Sam am 01.02.2019 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Das nenne ich mal "Arbeitsplätze" abbauen... Grausam. Könnte nie irgendwo arbeiten, wo ich mich nicht wohl und "heimlig" fühle.

  • Pieper am 01.02.2019 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Das Problem der UBS - nicht meines

    Ich würde das locker sehen. Ich komme pünktlich zur Arbeit, stemple ein und beginne mit arbeiten, sobald dies technisch möglich ist. Der Rest ist das Problem meines Arbeitgebers und nicht meines. Ein Schreiner kann auch erst dann sägen, wenn sein Arbeitgeber im eine Säge zur Verfügung stellt, und er muss sich nicht selber darum kümmern.

    • Pato Padulo am 01.02.2019 17:59 Report Diesen Beitrag melden

      Ziele trotzdem zu erreichen

      Man merkt dass Sie nie in einer Bank gearbeitet haben...

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  • miss_butterfly am 01.02.2019 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Kalter Kaffee

    Hier wird wieder etwas unnötig aufgebauscht. UBS hat dieses Konzept vor über 5 Jahren schon eingeführt. Ich weiss nicht wo das Problem sein soll auch musste ich noch nie "herumirren" und gesundheitliche Probleme deswegen habe ich auch keine.

    • Bif Jerki am 01.02.2019 22:11 Report Diesen Beitrag melden

      Hoppla

      Scheint als ob Sie in einem dieser ominösen 2 Sitz Zimmer sitzen, Mr. middle/upper Management.

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