Achtelfinalspiele am Nachmittag

01. Juli 2018 10:57; Akt: 01.07.2018 10:57 Print

Machen Sie blau wegen der Fussball-WM?

Blaumachen, um das WM-Spiel nicht zu verpassen: Das klingt verlockend, ist für Arbeitgeber aber ärgerlich. Darum halten Firmen Massnahmen parat.

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Ein hartgesottener Fussballfan will weder den WM-Achtelfinal Brasilien – Mexiko noch das Spiel der Nati am Dienstag verpassen. Und am Freitagnachmittag gehts dann auch schon mit den Viertelfinals los.

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Blaumachen ist ...

Das Problem: Einige Spiele beginnen um 16 Uhr – für viele noch während der Arbeitszeit. Da könnte es dem einen oder anderen in den Sinn kommen, nach der Mittagspause eine Migräne vorzutäuschen. Oder sich gleich schon am Morgen wegen angeblicher Magen-Darm-Grippe beim Chef krank zu melden.

Täuschen Sie eine Krankheit vor, um das Nati-Spiel am Dienstag nicht zu verpassen? Oder was tun Sie, um während der WM keine Spiele zu verpassen, welches sind Ihre besten Ausreden beim Chef? Verraten Sie uns Ihre Tricks.

Kurzabsenzen sind teuer

Ingesamt blieben die Schweizer im letzten Jahr während rund 215 Millionen Stunden wegen Krankheit oder Unfall ihrem Arbeitsplatz fern. Das zeigen Zahlen des Bundesamts für Statistik. Wie viele Stunden dem Blaumachen geschuldet sind, ist naturgemäss nicht ersichtlich.

«Es ist ja nur für einen Tag», könnte der Gedankengang bei den Blaumachern lauten. Doch auch solche Kurzabsenzen kosten die Arbeitgeber viel Geld: Es kommt zu Produktionsausfällen, Arbeit bleibt liegen, die Teamkollegen müssen büssen und Mehrarbeit für den Job-Schwänzer leisten.

Die Verhinderungsstrategien

Um sich diesen Ärger möglichst zu ersparen, haben sich viele Firmen Verhinderungsstrategien ausgedacht. Hier eine Auswahl:

Anwesenheitsbonus
Dieser Bonus – auch Gesundheitsprämie genannt – winkt, wenn man übers ganze Jahr gesehen nie krankheitshalber gefehlt hat. Welche Belohnung die stetig anwesenden Mitarbeiter bekommen, ist je nach Firma unterschiedlich. Beim Energie-Unternehmen Eniwa in Aarau gibt es nach einem Jahr ohne Absenz 300 Franken, nach dem zweiten 400 Franken und nach dem dritten 500 Franken, wie Personalchefin Silvia Joost erklärt. «Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht und die Zahl der Kurzabsenzen deutlich gesenkt.»

Ärztliches Attest ab dem ersten Tag
Normalerweise verlangen Schweizer Firmen bei Krankheit erst ab dem dritten, vierten oder fünften Tag ein Arztzeugnis als Beweis. Für manchen Blaumacher dürfte das wie eine Steilvorlage erscheinen: Wer nur einen Tag fehlt, muss kein Attest vorweisen. Es gibt für Arbeitgeber aber die Möglichkeit, ein Arztzeugnis schon ab dem ersten Krankheitstag einzufordern: «Das kann im Arbeitsvertrag so festgelegt werden», erklärt Arbeitsrechtsexperte Roger Rudolph. Sinnvoll finde er das aber nicht. Vernünftiger sei, dass man beispielsweise bei der Attestpflicht ab drei Tagen bleibe, der Arbeitgeber sich aber vertraglich das Recht ausbedingen könne, im Einzelfall schon ab dem ersten Tag ein Zeugnis zu verlangen.

• Rückkehrgespräch
Aus Sicht des Blaumachers tritt der Idealfall ein, wenn sein «freier Tag» bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz am nächsten Tag kommentarlos akzeptiert wird. Hier setzt das Rückkehrgespräch an: Viele Firmen haben es mittlerweile fest implementiert und besprechen jeweils mit dem Mitarbeiter, warum er gefehlt hat und ob es ihm wieder gutgeht. Für notorische Job-Schwänzer ist dieses Gespräch so abschreckend – schliesslich müssten sie dem Chef gerade ins Gesicht lügen –, dass sie das Blaumachen in Zukunft ganz sein lassen.

• Goodies
Um die Zahl der Kurzabsenzen möglichst gering zu halten, müssen Mitarbeitende unter dem Strich vor allem eins sein: motiviert und loyal gegenüber ihrer Firma und den Kollegen. Um sie auf das Thema Gesundheit zu sensibilisieren, bieten mittlerweile viele Unternehmen Anreize wie eine kostenlose Ernährungsberatung oder ein Fitnessabo.

(vb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ricky85 am 01.07.2018 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nötig..

    Arbeite bei einer CH-Versicherungsagentur und unser Chef hat uns alle eingeladen im Büro das Spiel gemeinsam anzuschauen, inklusive Aperò und alles was dazu gehört. Das nenne ich gesunde und fördernde Teamkultur.. Danke Chef!

  • wiedi60 am 01.07.2018 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    daumen drücken

    freue mich riesig und nehme ganz offiziell frei und geniesse das spiel mit reinem gewissen und daumen drücken. hopp schwiiiz!

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  • David Basler am 01.07.2018 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ich finde...

    Wenn die Arbeit trotzdem gut verrichtet wird, finde ich sollte doch dies jeder Chef gönnen :-), sofern möglich natürlich

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sarah am 03.07.2018 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Mag kein Fussball

    Ich mache nicht blau, aber weil alle in der Firma das Spiel sehen werden, mache ich mich um 15.30h auf den Heimweg und arbeite noch ein paar Stunden im Homeoffice.

  • Lady Lancelott am 02.07.2018 23:12 Report Diesen Beitrag melden

    Unfair

    Find blau mache echt schlimm. Vorallem für die wo ächt Migräne oder Magedarm hend. So wird ah de Glaubwürdigkeit zifled und me wird de nurno belächlet wenn me das würkli hed.

  • Michu am 02.07.2018 23:02 Report Diesen Beitrag melden

    Muss nicht blaumachen

    Mein Chef (ich selber) hat mir für die schweizer Spiele freigegeben ;)

  • Overlord44 am 02.07.2018 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    Spass am Arbeiten

    Nein. Arbeiten macht mehr Spass als Fussball schauen.

  • Marco S am 02.07.2018 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Blaumachen

    Sicher nicht Blaumachen. Wenn man das Spiel unbedingt sehen will, kann man doch mit dem Chef reden, ob man früher gehen darf. Geht sicher nicht an allen Orten. Einkaufsläden oder allgemein öffentliche Betriebe kann man ja nicht deswegen schliessen. Aber vielleicht lässt sich auch dort eine Lösung finden wenn man mit den entsprechenden Leuten redet. Blaumachen geht gar nicht.