Kundenzufriedenheit

08. August 2017 21:43; Akt: 09.08.2017 11:12 Print

So gut schneidet Ihre Krankenkasse ab

von S. Spaeth - Trotz stetig steigender Prämien gibt die Bevölkerung den Krankenversicherern erstaunlich gute Noten. Schlecht weg kommen einige Billigkassen.

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Bietet die Krankenkasse einen guten Service? Und wie lange muss man auf die Rückerstattung des Geldes warten? Das wollte der Vergleichsdienst Moneyland in einer repräsentativen Umfrage zur Kundenzufriedenheit wissen. Berücksichtigt wurden dabei zehn Faktoren, unter anderem auch Angaben zur Freundlichkeit oder Kulanz erhoben.

Umfrage
Sind die Krankenkassenprämien zu hoch?
84 %
13 %
1 %
1 %
1 %
Insgesamt 38465 Teilnehmer

Am besten schneiden im Ranking die Kassen der Swica-Gruppe ab, die rund 1,3 Millionen Versicherte zählt. Sie erhielt die Gesamtnote 8,4, wobei 10 «sehr zufrieden» und 1 «überhaupt nicht zufrieden» bedeutet. Auf Rang zwei landet die ÖKK-Gruppe mit 8,3, dahinter klassieren sich auf Platz drei die Kassen KPT, Agrisano und Concordia mit 8,1 Punkten. Ganz am Ende des Rangkings liegen die Günstigkasse Supra (6,5 Punkte) und die Assura (6,9). Assura zählt rund 937‘000 Versicherte, Supra rund 150‘000.

Guter Service dank Mutterkasse

Ist die Zufriedenheit bei Billigkassen am schlechtesten? «Bei der bekanntesten Billigkasse Assura trifft das zu», sagt Moneyland-Gründer Benjamin Manz zu 20 Minuten. Man dürfe aber nicht generalisieren. So haben verschiedene grosse Krankenkassen wie Sanitas (Compact) oder CSS (Arcosana) auch günstigere Tochterkassen, die bei der Zufriedenheit gut abschneiden. «Man kann vom Kundenservice der grossen Mutterkasse profitieren und muss trotzdem weniger Prämien zahlen», so Manz. Fazit: Die Höhe der Krankenkassenprämien korreliert nicht direkt mit der Kundenzufriedenheit.

Bei der schlecht klassierten Supra heisst es auf Anfrage, die Vertragsbearbeitung oder die Leistungsabteilung sowie alle kundenorientierten Prozesse würden ständig durchleuchtet und verbessert. Zudem sagt Unternehmenssprecher Yves Syedoux: «Wir garantieren eine durchschnittliche Rückzahlungsfrist von 15 Tagen.» Klar sei aber auch, dass es aus verschiedensten Gründen Verzögerungen geben könne, was zu Kundenzufriedenheit führe. Die Supra behandelt laut eigenen Angaben jährlich 2,1 Millionen Rechnungen.

«Viele Junge haben das Gefühl, Ältere finanzieren zu müssen»

Im Durchschnitt geben die Versicherten ihrem Anbieter die Note 7,7. «Das überrascht insofern, als dass man bei Krankenkassen im Schweizer Alltag vor allem an die hohen Prämien denkt», so Moneyland-Analyst Felix Oeschger. Allerdings sind die Resultate je nach Region und Altersgruppe höchst unterschiedlich. Der Grundsatz: Je jünger die Versicherten, desto unzufriedener sind sie. Personen im Alter zwischen 19 und 25 Jahren erteilen durchschnittlich 7,33 von 10 Punkten, während die 26- bis 49-Jährigen 7,66 Punkte und die über 50-Jährigen im Schnitt 8,33 Punkte geben.

Die jüngste Altersgruppe müsse zwar grundsätzlich weniger Prämien zahlen, die Beträge seien wegen des geringeren Einkommens aber bereits einschneidend, begründet Manz. Dazu kommt, dass Junge im Schnitt deutlich weniger Gesundheitskosten verursachen und weniger Leistungen beziehen. «Viele Junge haben deshalb das Gefühl, dass sie die Kosten der Älteren finanzieren müssen», so Manz.

Romands sind kritischer

Zudem zeigt sich, dass die Romands mit ihren Kassen unzufriedener sind als die Deutschschweizer. «Die Gesundheitskosten und Prämien sind in der Westschweiz höher. Der Frust über die Prämien wird teilweise auf die Kassen übertragen», sagt Moneyland-Chef Manz. Allgemein werde das ganze Krankenkassensystem in der Romandie schon seit Jahren skeptischer beurteilt. Viele Westschweizer Kantone hätten darum für die Einheitskasse gestimmt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruth am 08.08.2017 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer zahlt fuer wen ?

    Die jungen bezahlen nicht fuer die Aelteren ! Sondern die Gesunden fuer die Kranken. Schliesslich hat nicht jeder dass grosse Glueck gesund zu sein.

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  • Ziegler am 08.08.2017 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Bin zurzeit noch bei der Assura Eine reine Katastrophe

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  • Fellaini am 08.08.2017 22:24 Report Diesen Beitrag melden

    Assura

    Aufgrund meiner hohen Franchise und niedrigen Krankheitskosten bezahle ich eh alles selber...somit erübrigt sich die Umfrage für mich!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Edi Vischer am 12.08.2017 21:56 Report Diesen Beitrag melden

    Sympany

    Dass Sympany bei den Schlusslichtern ist, wundert mich nicht. Ich bin nämlich dabei.

  • Zufriedener am 12.08.2017 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Assura "günstig" und gut

    Ich bin schon seit Jahren bei der Assura und mit vielen Krankheiten wie Krebs, Herz, Augen, Arthrose konfrontiert und habe bis heute noch nie eine Reklamation anbringen müssen. Leute, die von "reinen Katastrophen" berichten, hätten sicher auch mit anderen Versicherern ihre "Probleme". Aber sie haben ja die Qual der Wahl!

  • alma am 10.08.2017 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bin zufrieden

    sanitas ist Top, nie probleme gehabt...preiswerte prämien.

  • W.Schmid am 10.08.2017 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorher überlegen

    Was sollen solche Umfragen. Wir haben eine Einheitskrankenkasse an der Urne abgelehnt. Selber schuld. So wollen halt alle KK schwarze Zahlen schreiben, die "Kaderleute" wollen alle viel Geld verdienen. Dies hätte alles eingespart werden können. Aber das Volk liess sich wieder einmal mehr über den Tisch ziehen. Macht euch vor jeder Abstimmung die eigene Meinung. Auch bei der kommenden AHV Abstimmung, ihr seid alle schulgebildet. Alle Staat, KK, Banken etc. wollen immer Geld, vergesst das nie. AHV Daher NEIN

    • Thomas Inäbnit am 10.08.2017 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @W.Schmid

      Wer nach wie vor an das Märchen einer günstigen Einheitskasse glaubt, hat das System nicht verstanden. Eine Einheitskasse verursacht mehr Kosten und liefert einen schlechteren Kundenservice, da keine konkurrenz mehr vorhanden ist. Alleine die EDV-Umstellung würde Milliarden kosten, was eine SP natürlich verschweigt.

    • Asterix am 10.08.2017 12:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas Inäbnit

      Bei einer staatlichen Einheitskasse hätten wir als Stimmbürger aber die Möglichkeit, korrigierend einzugreifen, was aktuell nicht möglich ist.

    • Thomas Inäbnit am 10.08.2017 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Asterix

      Auch bei einer Einheitskasse wäre dies nur über ein Referendum möglich. Es wird immer vergessen, dass die obligatorische Grundversicherung KEIN Gewinn machen darf und für alle gleich ist. Zudem wird vergessen, dass die Kostentreiber NICHT die Kassen sind. Die Kassen sind dem BAG unterworfen und dürfen Entscheide ausbaden, welche andere Bürokraten entschieden haben. Zudem muss auch das eigene Konsumverhalten hinterfragt werden. Wenn man wegen einem Schnupfen in den Notfall geht, muss man sich nicht verwundern, dass die Kosten explodieren.

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  • René S. am 10.08.2017 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dumme versicherung

    Die Visana ist auch nicht gerade die schlauste versicherung, hat mir zwar bisher alles bazahlt was sie auch müssen, aber dass eine mal habe ich doch gestaunt. Da ich ein Hausarztmodell als versicherung habe, bin ich erst zum Hausarzt und hab mich an einen Ohrenarzt überweisen lassen. Darauf habe ich beide Rechnungen zusammen der Visana gesendet worauf diese den Ohrenarzt nur aus Kulanz und weil es dass erste mal war bezahlte. Da soll doch noch einer schlau werden, wie soll man sich denn bitte richtig verhalten???? Ich weiss ja dass ich immer zuerst zum Hausarzt muss...

    • Thomas Inäbnit am 10.08.2017 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @René S.

      Beim Hausarztmodell benötigt es eine Überweisung, wenn man zu einem Spezialisten geht. Wird dies der Krankenkasse nicht entsprechend mitgeteilt, kann diese auch nicht korrekt abrechnen.

    • Thomas Inäbnit am 10.08.2017 10:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @René S.

      Wer nach wie vor an das Märchen einer günstigen Einheitskasse glaubt, hat das System nicht verstanden. Eine Einheitskasse verursacht mehr Kosten und liefert einen schlechteren Kundenservice, da keine konkurrenz mehr vorhanden ist. Alleine die EDV-Umstellung würde Milliarden kosten, was eine SP natürlich verschweigt.

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