Corona-Krise

06. März 2020 11:21; Akt: 06.03.2020 12:34 Print

Airlines könnten bald ums Überleben kämpfen

von B. Scherer - Das Coronavirus legt den Flugverkehr auf der ganzen Welt lahm, das könnte laut Experten für einige Airlines lebensbedrohlich werden.

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Weltweit leiden die Fluggesellschaften unter dem Coronavirus. Am Donnerstag musste die erste Airline ihren Betrieb sogar einstellen: Durch den Ausbruch des Coronavirus wurden beim britischen Regionalflieger Flybe etliche Buchungen storniert. Das war der Todesstoss für die bereits finanziell stark angeschlagene Airline.

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Dieses Schicksal könnte auch anderen Airlines drohen: «Die finanziellen Auswirkungen des Coronavirus könnten die Existenz vieler Fluggesellschaften ernsthaft gefährden», sagt ZHAW-Aviatik-Experte William Agius. Wie beispielsweise Cathay Pacific, die ihr Hauptgeschäft in China hat. Um die Krise zu umgehen, müssen die Airlines ihren Flugplan stark reduzieren. Nur so lassen sich die finanziellen Folgen in Grenzen halten.

Das hat der Lufthansa-Konzern, zu dem die Swiss gehört, bereits getan: Etliche Flüge wurden gestrichen. So teilte das Unternehmen am Donnerstag mit, dass 7100 Europa-Flüge im März wegfallen. Betroffen davon ist auch die Swiss, die bis zum 28. März die Flüge nach Tel Aviv aussetzt.

Personal muss weniger arbeiten

Als weiterer Schritt würden wohl die Mitarbeitenden aufgefordert, ihre Überstunden abzuarbeiten oder Ferientage zu beziehen, wie Michael Winkler, ZKB-Analyst für Airlines, erklärt: «Das ist eine der ersten Massnahmen, die ein Unternehmen ergreifen kann, wenn unklar ist, wie lange eine Krise anhält.»

So bietet die Swiss bereits dem fliegenden Personal die Möglichkeit an, unbezahlten Urlaub zu beziehen oder Teilzeit zu arbeiten, wie eine Mediensprecherin zu 20 Minuten sagt. Das sei keine sinnvolle Massnahme, findet Aviatik-Experte Agius: «Niemand will unbezahlten Urlaub beziehen, wenn man nirgends hinfliegen kann.» Agius geht deshalb davon aus, dass nur wenige Mitarbeiter Gebrauch von diesem Angebot machen werden. Teilzeitarbeit sei hingegen eine sinnvolle Lösung, um Kosten zu sparen.

Ticket-Preise könnten steigen

Dass die Airlines ihre Mitarbeiter entlassen, glaubt Winkler von der ZKB erst einmal nicht. Denn sobald sich die Lage verbessere, fehle das Personal sofort. «Und es ist sehr aufwendig, neue Leute einzuarbeiten, das würde sich finanziell nicht lohnen.»

Laut Agius könnte eine andauernde Corona-Krise aber dazu führen, dass die Preise der Tickets in die Höhe schiessen. «Im Moment fliegen beispielsweise nur noch Maschinen der Air China nach Festlandchina.» Damit habe die Airline das Monopol über den Ticket-Preis und könne diesen in die Höhe schrauben.

Erstes Quartal läuft immer schlecht

Noch sei eine schwere wirtschaftliche Krise abzuwenden, sagt Winkler. Denn: «Im ersten Jahresquartal schreiben nur wenige Fluggesellschaften schwarze Zahlen.» Im Sommer würden dann die meisten Flüge gebucht, daher machen Airlines im zweiten und dritten Quartal die meisten Gewinne.

Es werde darum erst prekär, wenn die Corona-Krise bis zum Sommer anhält. «Das würde grosse Löcher in den Umsatz der Fluggesellschaften reissen.» Dann müssten wohl weitere Massnahmen beim Personal getroffen werden und möglicherweise vermehrt Kurzarbeit eingesetzt werden. Bei der Swiss ist Kurzarbeit zurzeit aber kein Thema, wie eine Mediensprecherin sagt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frager am 06.03.2020 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Was ich nicht verstehe

    Da können Liebesdienerinnen, die vorher bis zu 16'000 Franken im Monat eingenommen haben, plötzlich ihre Miete nicht mehr zahlen, wenn mal zwei Wochen die Kunden ausbleiben. Was um Himmelswillen machen die mit dem Geld? So hoch ist ja der Materialaufwand nicht bei Liebesdienerinnen.

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  • Flugbegeisterter am 06.03.2020 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Angstmacher

    Welchen Mist wollen die Svhreiberlinge den Menschen verkaufen,die Flugtickets werden billiger ein Tag später heisst es diese werden verteuert was jetzt bitte.? Der ganze Hype verunsichert die Leute mehr durcheinander als Klarheit.

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  • Daniel am 06.03.2020 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Greta wird's freuen

    Das wird Greta und ihre Truppe ja dann immens freuen...man könnte jetzt behaupten, der Virus wäre von denen in Umlauf gebracht worden...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Holladihoo am 08.03.2020 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommentar möglich machen

    Leider hat es im Moment fast überall keine Kommentarfunktion, was ich nicht gut finde. Dort wo es eine hat wird diese nach kurzer Zeit geschlossen, was ich nicht gut finde. Wenn dann mal ein Kommentar verfasst werden kann dann wird er nicht veröffentlicht, was ich nicht gut finde. Gestern habe ich schon auf Mängel bei den Maskenvorräten kommentiert und kurze Züge außerhalb Stoßzeiten was dann auch Thema war in einem späteren Bericht ohne Kommentar.

  • KKTVCAM am 07.03.2020 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sichere Arbeitsplätze

    Vielleicht wäre es zusätzlich eine Option stark belastete Unternehmen dieses Jahr von der Steuerrechnung zu befreien... Nach der Rettung von Leben muss der Erhalt von Arbeitsplätzen eines der obersten Ziele sein.

  • pantau am 07.03.2020 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    na ja

    die Airlines sind nur die Erdbeeren auf der Torte, die eigentlichen grossen Pleitiers sitzen in der US Shaleindustrie die seit Jahren Negativ-Cashflow fahren und die jetzt beim WTI Preis von 41.5 $ /Barrel zussammen mit ihren Milliardenschulden durch den Kamin fliegen werden Der Traum von Energiemacht USA wird damit ausgeträumt sein. Armer Trumpi, ausgerechnet vor den Wahlen.

  • Martial2 am 07.03.2020 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Asiaten, TK und EasyJet sind Top...

    Es gibt immer noch zu viele Airlines. Die schwachen und schlechteren werden alle mit der Zeit verschwinden. Hingegen die guten mit vernünftigen Tarife werden's überleben!

  • drhg am 07.03.2020 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Der Flugverkehr ist auch ÖV

    Der Flugverkehr ist auch ÖV und arbeitet mit dünnen Margen nachfrageorientiert und selbttragend- im Gegensatz zur Bahn, die dank horrenden Subventionen tagsüber im Viertelstundentakt mit praktisch leeren Zügen herumkarren kann