60 Prozent weg

15. Mai 2018 12:42; Akt: 16.05.2018 14:56 Print

So sähe ein Supermarkt ohne Bienen aus

von R. Knecht - Was wäre, wenn es keine Bienen mehr gäbe? 60 Prozent der Produkte wären aus den Läden verschwunden.

Leere Regale: In diesem Laden fehlen alle Produkte, die von Bienen abhängig sind. (Video: 20M)
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Bis auf ein paar Bananen und Ananas, die nicht von Bienen, sondern von anderen Tieren bestäubt werden, ist die Früchteabteilung leer. Auch die Regale in anderen Abteilungen sind karg bestückt. So würde der Supermarkt nach dem Bienensterben aussehen. Die deutsche Kette Penny hat zur Demonstration einen ihrer Läden ausgeräumt. 1500 Artikel, das sind rund 60 Prozent der Produkte, verschwanden aus dem Geschäft.

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Mathias Götti Limacher, Zentralpräsident des Imkervereins BienenSchweiz, glaubt, dass die Regale in der Schweiz nach dem Bienensterben ähnlich leer aussehen würden wie in Deutschland. Was die Vielfalt angehe, würden etwa 80 Prozent der Nahrungsmittel von Insekten bestäubt, sagt er zu 20 Minuten.

Ernährung würde einseitig und mangelhaft

Ob sich allerdings eine Hungersnot anbahnen würde, wenn Honig- und Wildbienen ausstürben, ist laut Götti Limacher schwierig zu beantworten. Kalorienmässig würde nur ein Drittel der Lebensmittel verschwinden. Die Konsequenz wäre aber, dass unsere Ernährung noch einseitiger und dadurch womöglich mangelhaft werden könnte.

Das Bienensterben hätte zudem massive Auswirkungen, die wir nicht nur beim Lebensmittelkauf spüren würden: Einerseits gibt es viele Produkte, etwa Kosmetikartikel, die von Bienen abhängige Stoffe enthalten und in dieser Form nicht mehr zu kaufen wären. Andererseits würde vor allem die fehlende Bestäubung die Biodiversität unserer Ökosysteme stark beeinträchtigen.

Man könnte mehr tun

Immerhin steht das Bienensterben noch nicht unmittelbar bevor: Laut Götti Limacher gibt es in der Schweiz noch viele Honigbienen. Sie werden hierzulande auch aktiv geschützt, wobei der Verbandspräsident einräumt, dass es viele zusätzliche Massnahmen gäbe, die bisher nicht umgesetzt wurden.

Bei den Wildbienen ist Götti Limacher allerdings etwas weniger optimistisch: Ihnen fehle in der Schweiz zunehmend das Nahrungsangebot und die Nistgelegenheiten. Das habe mit dem Bau und der Landwirtschaft zu tun.

Der Experte glaubt zudem, dass die Schweizer Reinlichkeit ein Faktor ist, der den Wildbienen das Leben schwer macht. Ein toter Baum etwa werde sofort weggeräumt und jeder Parkplatz bis in die letzte Ecke zugeteert. «Den Bienen zuliebe könnte man Grünflächen und Gärten ruhig etwas mehr verwildern lassen», so Götti Limacher. Das würde den Wildbienen wieder mehr Lebensraum verschaffen.

So leer ist der Supermarkt nach dem Bienensterben

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Imker 48** am 15.05.2018 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Imker sei Dank....

    Wann merkt der letzte Mensch, dass wir ohne Natur nicht, die Natur aber ohne Menschen leben kann...

  • Sämi am 15.05.2018 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie viele male noch

    Solange das Gesetz nicht geändert wird geht nichts bei der Pharmaindustrie Gewisse Wirkstoffe gehören seit Jahrzehnten verboten. Das gewisse Damen und Herren in Bern nun halt auch ein stück Kuchen wollen... Geniesst das Leben so lange es geht

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  • sämi am 15.05.2018 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sieht

    toll aus, vielleicht würden die Menschen wieder mal schätzen was sie haben. Heute macht man wegen allem ein Gejammer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • plastiksäckli am 09.06.2018 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fragen über fragen

    wie sieht ein supermarkt , ohne palmöl aus? dass nähme mich wunder. oder kunstdünger oder......

  • Eigene Nummer am 17.05.2018 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Bienensterben

    Der Mensch richtet sich selbst zu Grunde. Chemie Lobysten ,Geld und Macht Immer mehr und mehr! Fortschritt bedeutet für Alle Rückschritt!

  • Woody am 17.05.2018 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CH

    Unvorstellbar dass eine Migros oder COOP nur für Demonstration der Gefahr vom Bienensterben ihre Regale für ein paar Fotos (wie die deutsche Penny) leer räumen würde. Der monetäre Verlust wäre schwer, wenn nicht sogar unmöglich zu verkraften ...

  • Mina Gg am 17.05.2018 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So oder so einseitig

    Die industrialisierte Lebensmittelproduktion ist auch mit Bienen einseitig. Fast alles was abgepackt ist, ist voll mit Konservierungsstoffen, raffiniertem Zucker, Transfetten und noch einiges mehr an nicht gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen. Also was solls. Es sollte sich mal die ganze Welt darüber Gedanken machen, was man eigentlich will. Vielleicht sollte es wirklich mal für ein- zwei Jahre keine Bienen mehr geben. Dieses Geschrei überall, das wäre was. Wäre aber gut für ein Top-Gleichgewicht auf unserer Erde. Wichtig ist dann nur noch Essen, Dach überm Schädel und Wärme im Winter.

  • Sack Zement am 17.05.2018 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bienen werden überbewertet

    Ein Kollege hat besonders wertvollen Obsbäume gegen Feuerbrand schützen wollen. Feuerbrand ist eine Krankheit, welche von Bienen überträgt wird. Er hat die Bäume mit Insektenschutznetz eingehüllt, so dass keine Insektenbestäubung möglich war. Er war erstaunt, dass die Befruchtungrate ähnlich hoch war wie bei den nicht eingehüllten Bäumen.

    • Sack Mehl am 17.05.2018 11:26 Report Diesen Beitrag melden

      Bienen sind wichtig

      Leider hast du nicht so viel Ahnung von diesem Thema wie man merkt. Es können auch Vogel, Kleinsäugetiere und Käfer und vieles mehr das Bakterium vom Feuerbrand verbreiten. Und nicht nur die Bienen bestäuben die Blüten. Ein Teil übernimmt auch der Wind Ich hoffe die Nachhilfe hat dir gefallen.

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