Chef anflunkern

03. Juli 2018 05:41; Akt: 03.07.2018 06:58 Print

So machen Leser für den Nati-Match blau

von Dominic Benz - Der Schweden-Knüller ist mitten am Nachmittag. Leser von 20 Minuten verraten ihre Tricks, um nicht arbeiten zu müssen.

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Am Dienstag um 16 Uhr steht der nächste WM-Knüller an: Die Schweizer Nati spielt gegen Schweden. Dumm nur, dass zu diesem Zeitpunkt viele Fans noch am Arbeiten sind. Mitfiebern mit Bier und Freunden ist dann nur schwer möglich. Ausser man macht blau. So wie ein Leser von 20 Minuten: «Ich muss in meinem Job körperlich arbeiten. Daher werde ich wahrscheinlich ein verletztes Knie vortäuschen. Das ist einfach: Ich reibe mir so lange mein Knie, bis es rot ist. Das zeige ich dann meinem Vorgesetzten.» Viele haben derzeit nur Fussball im Kopf: Schweizer Fan beim Spiel Schweiz – Costa Rica. Auch den Achtelfinal wollen so gut wie alle live verfolgen ... ... beim entscheidenden Gruppenspiel schauten zeitweise knapp zwei Millionen Deutschschweizer zu. Beim Achtelfinal dürften es mindestens genauso viele sein. Auch so geht WM-Schauen während der Arbeitszeit: Taxifahrer aus Zug haben sich beim Taxistand am Bahnhof Zug einen Fernseher aufgestellt ... ... so bekamen sie die Tore beim Spiel Schweiz – Costa Rica mit. Wie bei den Gruppenspielen wollen Millionen Schweizer auch beim Achtelfinal mitfiebern ... ... die Veranstalter der Public Viewings hoffen auf viele Gäste – wie in der Winti Arena in Winterthur. Die Schweden mit Emil Forsberg stehen in St. Petersburg ... ... der Schweiz mit dem torgefährlichen Xherdan Shaqiri gegenüber. Das Team von Vladimir Petkovic muss sich nach dem 2:2 im letzten Gruppenspiel gegen Costa Rica steigern, um erstmals an einer WM (mit Achtelfinals) den Sprung unter die besten acht Mannschaften zu schaffen. Der Gegner tankte mit einem 3:0-Erfolg über Mexiko viel Selbstvertrauen.

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Die Schweiz ist im Fussball-Rausch: Am Dienstag um 16 Uhr spielt die Nati im Achtelfinal gegen Schweden. Die meisten Berufstätigen sind dann allerdings noch am Arbeiten. Zeit also, um den üblen Durchfall vorzutäuschen? Oder die Migräne?

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Damit Berufstätige nicht blaumachen müssen, appelliert die Gewerkschaft Unia an die Unternehmen: Sie sollen Nachsicht walten lassen und es ihren Angestellten ermöglichen, das Spiel zu schauen.

Doch so grosszügig dürften sich nicht alle Arbeitgeber geben. Daher bleibt vielen Angestellten nur noch das Blaumachen übrig, wenn sie das Spiel in voller Länge sehen wollen. Leser von 20 Minuten erzählen, mit welchen Tricks sie ihre Chefs anflunkern:

«Ich habe Migräne»
Roger*: «Anfangs hatten wir in unserem Pausenraum eine Leinwand aufgestellt. Nach drei Spielen hat der Chef uns aber das Schauen verboten. Jetzt werde ich für den Achtelfinal schwänzen. Ich werde zuerst ins Büro gehen und dann ein paar Stunden vor dem Anpfiff sagen, dass ich Migräne habe. Ich bin offiziell ein Migräne-Patient, das ist vom Arzt bestätigt. Darum ist diese Ausrede glaubwürdig. Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht. Mein Chef ist ja selber schuld. Sollte erneut ein wichtiges Spiel am Nachmittag stattfinden, werde ich wieder Migräne haben – oder ich lasse mir was anderes einfallen.»

«Ich reibe mir mein Knie rot»
Martin*: «Ich muss in meinem Job körperlich arbeiten. Daher werde ich wahrscheinlich ein verletztes Knie vortäuschen. Das ist einfach: Ich reibe mir so lange mein Knie, bis es rot ist. Das zeige ich dann meinem Vorgesetzten. Bei einem Kollegen hat der Trick auch schon funktioniert. Er hat dann ein paar Tage frei gekriegt. Eine Verletzung ist zudem viel besser als eine Krankheit. So kann man immer noch ans Public Viewing gehen. Eine Magen-Darm-Grippe ist ja nicht gerade glaubhaft, wenn man in der Öffentlichkeit gesehen wird. Skrupel habe ich beim Blaumachen keine. Ich habe sowieso zu viele Überstunden, die ich sonst wegen Personalmangel nicht abarbeiten kann.»

«Ich brauche nicht mal ein Arztzeugnis»
Anatol*: «Die WM ist für mich einmalig. Daher will ich bestimmte Spiele unbedingt sehen. Fussball ist in diesem Moment einfach wichtiger als die Arbeit. Ich habe schon oft Durchfall oder Kopfschmerzen vorgetäuscht. Fürs Achtelfinal werde meinem Chef aber sagen, dass ich an einem wichtigen Gesprächstermin von meinem Sohn teilnehmen muss. Dafür brauche ich nicht einmal ein Arztzeugnis. Das wird bei uns schon am ersten Tag verlangt. Mein Chef wird mir meine Lüge sicher abkaufen. Das hat er bis jetzt immer getan. Dass ich fehle, ist nicht so schlimm. Es hat genügend Leute am Arbeitsplatz.»

*Namen der Redaktion bekannt

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • P4trick am 03.07.2018 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich werde um 15:00 gehen

    und sagen ich schaue mir das Spiel zuhause an. warum kompliziert wenns einfach geht?

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  • heidi am 03.07.2018 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    match

    Wie wärs mit Frage. Oder eine Ferien tag nehmen

  • Flo am 03.07.2018 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krass

    Krass wieviele Menschen einfach so lügen können (wegen banale Sachen wie Fussball) ohne rot zu werden. Bin wirklich entsetzt, was passiert erst wenn es um ernste Sachen notwendige geht, wie weit würdet ihr da gehen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • lola am 04.07.2018 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    arme Gesellschaft

    Wieso fragt man seinen Chef nicht einfach? Man kann ja vorher intern schon nach einer Lösung schauen und diese dann dem Chef vorschlagen?

  • mrLee am 04.07.2018 06:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohne Lügen

    ich habe ganz banal gefragt ob ich früher gehen darf. seine Antwort: " wenn es die Arbeit erlaubt dann schon"

  • Homer am 03.07.2018 21:09 Report Diesen Beitrag melden

    Heute war es richtig angenehm!

    Kurz nach drei Uhr hatte man bald seine Ruhe. So konnte ich noch bis halbs sechs seelenruhig ein bisschen Überzeit machen. Welche dann morgen oder an einem anderen schönen Nachmittag wieder abgebaut wird. Da geh ich doch lieber baden und schaue mir die Frauen in den knappen Bikinis an, als das grottenlangweilige Gekicke der Schweizer Fussballnati!

  • Hmm am 03.07.2018 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An die

    "Nur weil es Fussball ist, ist plötzlich Ausnahmezustand" denker... Wenn Hockey/Tennis/Curling/Schwingen/Segeln/Fischen oder einfach nur still auf einem Stuhl sitzen ein milliarden (indirekt billionen(?) Business wäre, dann würde sich halt alles darum drehen.

  • Chef am 03.07.2018 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kündigen

    Als chef würde ich diesen Brätzelibueben kündigen!

    • Angestellter am 04.07.2018 01:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chef

      Und wer kündigt unserem Bundesfinanzminister? Er ist ja auch ein gewählter Staatsangestellter. Er ist sogar nach Russland gereist. Wer bezahlt ihm die Reise? Na ja er kann sich ja aus seiner Bundeskasse selbst bedienen. Es merkt eh niemand davon, erst in 10 Jahren.

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