Exklusive Zahlen

17. September 2019 10:04; Akt: 17.09.2019 10:04 Print

So pünktlich flog die Swiss im Sommer 2019

von S. Spaeth - Die Swiss hat ihre Zuverlässigkeit diesen Sommer laut eigenen Angaben verbessert. Ihr Ziel wird die Airline dennoch verpassen.

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Für Reisende ging 2018 als «Horror-Sommer» in die Geschichte ein. Das galt auch für die Swiss. Die Pünktlichkeitswerte der Premium-Airline waren so schlecht wie nie zuvor. Fürs Gesamtjahr 2018 wies die Swiss noch einen Wert von 73 Prozent aus. Die Antwort der Swiss auf die Pünktlichkeitsprobleme war eine Offensive namens «Precise». Nun zeigt sich, wie das Programm, für das die Airline einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag ausgegeben hat, wirkt. Wie die Swiss auf Anfrage von 20 Minuten bekannt gibt, konnte die Pünktlichkeit zwischen April und August 2019 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozentpunkte verbessert werden. Eine massive Steigerung gab es im August: Hier resultiert laut Swiss eine Verbesserung der Pünktlichkeit um 9,7 Prozentpunkte. Anders als die Swiss sieht Airhelp keine nennenswerte Verbesserung bei der Zuverlässigkeit. Auf dem weltweiten Swiss-Streckennetz resultiert laut Airhelp zwischen April und August 2019 sogar eine Verschlechterung: Die Pünktlichkeit sank gegenüber dem Vorjahr um 0,47 Prozentpunkte auf 69,5 Prozent Das offiziell von Swiss-Chef Thomas Klühr herausgegebene Pünktlichkeitsziel liegt bei 80 Prozent. Wird es 2019 noch erreicht? «Nein, vermutlich nicht», sagt Marcus Schnabel, Head of Operations Planning and Control bei Swiss. Die Pünktlichkeitswerte der Swiss in den Jahren (eigene Angaben) 2014: 79 Prozent 2015: 76 Prozent 2016: 78 Prozent 2017: 77 Prozent 2018: 73 Prozent Die Swiss testet seit dieser Woche ein neues System beim Einsteigen. Es nennt sich offiziell «Boarding by Groups». Eingestiegen wird in der Reihenfolge der Sitzkategorie Fenster, Mitte oder Gang. Damit entfällt, dass Passagiere sich zeitraubend aneinander vorbeiquetschen müssen, um zum Fenstersitz zu gelangen.

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Verspätungen, Ausfälle, Chaos an den Flughäfen: So war es im Sommer 2018. Für Reisende ging das Jahr als «Horror-Sommer» in die Geschichte ein. Das galt auch für die Swiss. Die Pünktlichkeitswerte der Premium-Airline waren so schlecht wie nie zuvor. Fürs Gesamtjahr wies die Swiss noch einen Wert von 73 Prozent aus. Will heissen: Mehr als jeder vierte Flug war verspätet oder fiel ganz aus. Im schlechtesten Monat, dem Juli 2018, betrug die Pünktlichkeit im ganzen Swiss-Streckennetz laut dem Fluggastrechte-Portal Airhelp noch knapp 66 Prozent.

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Die Antwort der Swiss auf die Pünktlichkeitsprobleme war eine Offensive namens «Precise». «Wir haben das Programm gestartet, damit sich die Situation aus dem Sommer 2018 nicht wiederholt», sagt Marcus Schnabel, Head of Operations Planning and Control bei Swiss. Nun zeigt sich, wie das Programm, für das die Airline einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag ausgibt, wirkt: Wie die Swiss auf Anfrage von 20 Minuten bekannt gibt, konnte die Pünktlichkeit zwischen April und August 2019 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozentpunkte verbessert werden. Eine massive Steigerung gab es im August: Hier resultiert laut Swiss eine Verbesserung der Pünktlichkeit um 9,7 Prozentpunkte.

Mehr als 15 Minuten Verzögerung gelten als Verspätung

Die Ausgangsbasis für die Steigerung gibt die Swiss «aufgrund der starken Volatilität der Werte» nicht bekannt und kommuniziert nur auf Jahresbasis. Einen Hinweis gibt wiederum die Auswertung von Airhelp: Demnach konnte die Swiss ihre Pünktlichkeit im gesamten Netz im August nur um gegen 4 Prozentpunkte auf etwas über 71 Prozent steigern. Ein Flug gilt in der Statistik als verspätet, wenn er mehr als 15 Minuten in Verzug ist.

Zu den 40 Massnahmen des «Precise»-Programms, mit dem die Swiss ihre Pünktlichkeit verbessert hat, gehören etwa zusätzliche Crews, mehr Reserveflugzeuge sowie die Verlängerung der Bodenzeiten an den Destinationen. «Gewisse Massnahmen bedürfen einer längeren Projektphase und werden erst im nächsten Jahr ihre Wirkung zeigen», sagt Schnabel.

Neues Boarding-System

So testet die Swiss seit dieser Woche ein neues System beim Einsteigen. Es nennt sich offiziell «Boarding by Groups». Eingestiegen wird in der Reihenfolge der Sitzkategorie Fenster, Mitte oder Gang. Damit entfällt, dass Passagiere sich zeitraubend aneinander vorbeiquetschen müssen, um zum Fenstersitz zu gelangen. «Die Tests auf den Kurzstrecken haben am Montag begonnen und dauern zwei Wochen», heisst es bei der Swiss. Betroffen sind etwa die Flüge nach Berlin, London oder Palma de Mallorca.

Anders als die Swiss sieht Airhelp keine nennenswerte Verbesserung bei der Zuverlässigkeit. Auf dem weltweiten Swiss-Streckennetz resultiert laut Airhelp zwischen April und August 2019 sogar eine Verschlechterung: Die Pünktlichkeit sank gegenüber dem Vorjahr um 0,47 Prozentpunkte auf 69,5 Prozent. In Zürich reduzierte sich der Wert um 0,8 Prozentpunkte auf 68,3 Prozent. Erfreulich ist laut Airhelp-Schweiz-Chef Philippe Strässle, dass sich die Werte der Swiss in Genf um 5 Prozentpunkte auf 75,5 Prozent verbessert haben.

80 Prozent als Ziel

Das offiziell von Swiss-Chef Thomas Klühr herausgegebene Pünktlichkeitsziel liegt bei 80 Prozent. Wird es 2019 noch erreicht? «Nein, vermutlich nicht», sagt Schnabel. Jedoch sei es wichtig, zu betonen, dass sich die Swiss gegenüber dem Vorjahr trotz nochmals schwieriger Rahmenbedingungen deutlich verbessert habe.

Gemeint sind damit die Probleme am Swiss-Heimat-Hub in Zürich: So stösst der Flughafen aufgrund der Pistananordung je nach Windrichtung an seine Kapazitätsgrenze, zudem gilt eine strengere Nachtflugsperre als andernorts. Weil die Swiss bedingt durch ihr Hub-Modell auf Zubringerflüge und Anschlusspassagiere angewiesen ist, fallen die Einschränkungen bei ihr stärker ins Gewicht als bei anderen Airlines.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Problem Flugplatz am 17.09.2019 06:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abflug Kloten

    Die meisten Verspätungen sind auf überlastete Lufträume und in Kloten vor allem auf das restriktive Anflugregime Deutschlands zurückzuführen. Selten der Ausfall einer Maschine der Swiss

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  • Alfred A. am 17.09.2019 05:41 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit hat oberste Priorität

    Ginge es nicht nur im Flugwesen, sondern auch bei allen anderen Transportsystemen in erster Linie um die Sicherheit, würden wohl einige Transportsysteme überhaupt nicht weg- oder ankommen.

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  • Tom am 17.09.2019 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    Pünktliche Ankunft

    Wieso wird ständig die Abflugzeit als Referenz hergezogen? Entscheidend ist doch die Ankunftszeit! ... und die ist sehr gut.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ESEREF am 18.09.2019 18:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorfälle bei der SWISS?

    Über andere Airlines liest man erst bei einem Unfall etwas in den Medien. Warum? Weil alles andere niemanden interessiert.

  • pp am 17.09.2019 23:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zürich, nicht swiss

    ich verstehe nicht was das immer mit swiss zu tun hat. die meisten Verspätungen verursacht der jeweilige Flughafen

  • Geissenpeter am 17.09.2019 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so sicher ist die Swiss

    man sollte sich eher die Frage stellen wie sicher die Swiss fliegt und nicht wie pünktlich sie ist. In den letzten Monaten gab es leider viel zu viele Meldungen über Pannen, Fehler und Defekte. Das kratzt etwas am Image der SWISSness.

  • ESEREF am 17.09.2019 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pünktlich.

    War eben in New York mit SWISS. Hin und zurück. Pünktlich.

  • Margrit Wagner am 17.09.2019 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Pünktlich

    Also mein Mann flog gestern Abend um 22:00 mit der Swiss nach Kairo. Pünktlich auf die Minute war der Start, Landung sogar 15 Min. vor gesetzter Zeit. Klar, der Flug war ausserhalb der Stosszeit. Jede Destination kommt an ihre Grenzen während derHochsaison.

    • Herr Max Bünzli der Echte beim EDA am 17.09.2019 17:19 Report Diesen Beitrag melden

      genau kein Wunder!

      nach Kairo fliegt nach den Anschlägen keiner mehr hin!

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