Kundendienst

30. November 2018 17:40; Akt: 30.11.2018 17:51 Print

«Ich habe nach dem Telefonat geweint»

«Täglich Geheule von Jammerlappen» oder «Sie beschimpfte mich als Kuh» – Leser erzählen von ihren Streitigkeiten beim Kundenservice.

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Auf Twitter verlor ein DHL-Sprecher kürzlich die Nerven, nachdem sich ein Kunde in unhöflichem Ton über die Lieferzeit der Speditionsfirma beschwert hatte: «Die einzige Scheisse hier ist Ihr Rumgeheule», lautet der Beginn des Antwortposts.

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Zwischen Service-Mitarbeitern und Kunden gibt es immer mal wieder Streit. Davon erzählen auch unsere Leser. Das sind ihre Geschichten:

«Sie wissen, dass wir uns nicht wehren können»
Verkäufer Luca (26): «Ich arbeite im Verkauf. Es kommt ein Kunde an die Fischtheke und ich grüsse ihn. Sein erster Satz: ‹Finden sie noch Kleider in ihrer Grösse?› Dann frage ich ihn, was es denn sein dürfe. Er antwortet: ‹Sie müssten sicher das ganze Buffet essen, damit sie satt werden.› In diesem Moment habe ich eine Arbeitskollegin gerufen, die dann weiterbediente. Am liebsten hätte ich dem Kunden alle Schande gesagt. Aber diese Leute wissen, dass wir uns nicht wehren können, da wir sonst eine Kündigung riskieren.»

«Acht Stunden Geheule von Jammerlappen»
Angestellter Max (18): «Ich arbeite im Kundenservice bei einem grossen Transportunternehmen. Dort anzurufen, ist nicht annähernd so schlimm, wie dort zu arbeiten. Acht Stunden am Tag hab ich Geheule von irgendwelchen Jammerlappen am Ohr. Und da erwartet man noch eine höfliche Stimme am Telefon?»

«Sie beschimpfte mich als Kuh»
Kundin Mel (40): «Eine Callcenter-Mitarbeiterin rief mich auf meinem Pikett-Handy vom Job an. Ich bat sie, doch bitte diese Nummer zu löschen, denn es handle sich um eine Leitung, die für Notfälle von Patienten frei sein sollte. Sie beschimpfte mich als Kuh und sagte, meine Patienten täten ihr leid. Ich war geschockt und fragte nach ihrem Vorgesetzten. Da legte Sie einfach auf.»

«Der Wortwechsel war abnormal»
Kunde Müller (49): «Mein Massagegerät ist explodiert, vermutlich innerhalb der Garantiezeit. Als ich anfragen wollte, ob ich noch Garantie darauf hätte, hiess es, ich solle es mal einsenden, dann werde man sehen. Ich weiss bis heute nicht, ob ich eine Garantie gehabt hätte, denn der Wortwechsel danach war einfach abnormal. Und ich bekam nie eine gescheite Antwort.»

«Sorry, ich bin nicht zuständig»
Leserin Brileineken: «Die neu gekaufte Kaffeemaschine funktioniert bereits nach einem Monat nicht mehr. Also habe ich den Kundendienst angerufen. 1. Versuch: Gespräch zwar angenommen, aber ohne Erklärung sofort aufgelegt, ohne sich überhaupt zu melden. 2. Versuch: Dasselbe, nur dass man sich wenigstens gemeldet hat vor dem Auflegen. 3. Versuch: Endlich geht jemand ran und hört sich mein Anliegen an. Schliesslich hiess es dann: Tut mir leid, da kann ich Ihnen auch nicht weiterhelfen, dafür bin ich nicht zuständig. Toller Kundendienst!»

«Ich bin nicht die Einzige, die weinte»
Angestellte Emma (21): «Ich arbeite im Kundendienst eines Schweizer Onlineshops, und es ist wirklich kein Zuckerschlecken. Darf es wirklich sein, als Schlampe beschimpft zu werden, nur weil der Chef gerade nicht zu sprechen ist? Ich bin nicht die einzige Mitarbeiterin, die schon nach Telefonaten geweint hat.»

(dob/rkn)

sentifi.com

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefaniesli am 30.11.2018 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Sterneintrag

    Also gegenüber Callcentern die mit gebrochenen Deutsch irgenwas von Krankenkassen Schweiz faseln bin ich sehr ungehalten und beleidige sie nach Strich und Faden. Ich habe einen Sterneintrag im Telefonbuch und wer ihn willentlich missachtet kommt von mir was zu hören

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  • Dumby am 30.11.2018 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frust abladen wo er hingehört

    Diesen Job möchte ich nicht haben. Was da viele Leute an eigenem Frust an diesen Mitarbeitern auslassen ist schlicht nicht normal!

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  • Y.M. am 30.11.2018 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kundendienst

    Ich arbeite im Kundendienst (Haushaltgeräte) Was wir uns etwa 80 mal am Tag anhören müssen (pro Mitarbeiter) grenzt teilweise schon an Körperverletzung. Dann erwartet man noch eine freundliche Stimme...Rechnungsbeschwerden, Garantiebeschwerden, wieso ist das Gerät bereits nach 6 Jahren defekt?, Beleidigungen etc. Tag für Tag solche Telefonate... Manche Leute haben wohl keine anderen Hobbys und denken man müsse telefonisch andere beleidigen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Achmet am 03.12.2018 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Achmet nix DHL. Nur fahren richtigen M3

  • Lana Del Rey am 03.12.2018 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sie brauchen es

    Persönlich fühle ich mich schlechter, wenn ich weiss, ich habe unangebrachtes/ungezügeltes Verhalten an einen anderen Menschen ausgelassen. Diese Kranken Versager geniessen aber genau DAS wohl. Ihr Leben ist ohne Wut auf fremde auslassen leer und sinnlos. Erbärmlich.

  • Anna am 03.12.2018 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Kragen geplatzt - Kunde fühlte sich schlecht

    Arbeite selbst im Kundendienst und letzthin ist mir der Kragen geplatzt. Das lustige war, dass, als ich ihn ungehalten ermahnte, bitte etwas netter zu sein, dies auch geschah. Bekam sogar ein "Ade" am Schluss. Und wenn ich nun mal für etwas nicht zuständig bin bedeutet das, dass ich nun mal fast nichts darüber weiss.

  • Franz K. am 03.12.2018 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wie Einstein denken

    Albert Einstein wurde am Anfang seiner Karriere von Kollegen oft übel beschimpft. Auf die Frage, ob ihm das denn nichts aus mache, sagte er: "Gott schuf mich Esel und gab mir ein dickes Fell".

  • Yellow am 03.12.2018 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Der Gelbe Riese

    Nach meiner Ausbildung arbeitete ich für 7 Monate im Kundendienst der CH Post...wie viel Frust die Schweizer haben, unglaublich! Lange hält man's da kaum aus...ich hatte Hochachtung vor all denen, die seit Jahren dort waren!