Coronavirus

11. März 2020 11:37; Akt: 14.03.2020 18:48 Print

Kann ich die Italien-Ferien noch stornieren?

von F. Pöschl - Ganz Italien ist Sperrgebiet: Kann ich die Ferien noch annullieren, wenn ich aus Angst vor dem Virus nicht verreisen will? Und wann zahlt die Reiseversicherung?

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Wenn es um Italienferien geht, sind die Reiseanbieter kulant. Denn Italien ist abgeriegelt. Die italienische Regierung weitet die Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wegen der Coronavirus-Krise auf das ganze Land aus. Es gelte, keine Zeit zu verlieren, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Montagabend in Rom. Internationale Zug- und Flugverbindungen sowie der öffentliche Nahverkehr sollen nicht ausgesetzt werden. Polizisten kontrollieren Bürger und Touristen am Bahnhof von Venedig Santa Lucia, um sicherzustellen, dass sie nicht gegen die Quarantäne verstossen, bevor sie am 9. März in Venedig in die Züge steigen, um die Stadt zu verlassen. Polizeibeamte und Soldaten kontrollieren Passagiere, die am Montag, dem 9. März, vom Hauptbahnhof Mailand abreisen. Schulen, Universitäten und Kindergärten bleiben in ganz Italien bis mindestens 3. April geschlossen. Auch alle Sportveranstaltungen, eingeschlossen die Spiele der Serie A, werden ausgesetzt. Rund 60 Millionen Menschen sind von den Massnahmen betroffen. 9172 Infektionen wurden in Italien bis Montag erfasst. Das sind fast 1800 Fälle mehr als am Vortag, wie aus den Zahlen des Zivilschutzes hervorgeht. Die Zahl der Toten erhöhte sich von 366 auf 463, davon allein 333 in der Lombardei mit ihrer Metropole Mailand. 724 Patienten sind wieder genesen. Conte, der sich mit der EU-Kommission auf zusätzliche Defizitflexibilität in der Grössenordnung von 7,5 Milliarden Euro zur Eingrenzung der negativen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie auf die italienische Wirtschaft geeinigt hat, will von Brüssel noch mehr Spielraum fordern. Die öffentlichen Plätze sind wie leergefegt. (Bild: Venedig) Die Via della Longaretta in der Gegend von Trastevere – eine Strasse, die normalerweise am frühen Abend vor allem mit Touristen überfüllt ist. Der Palazzo Ducale und ein völlig leerer Markusplatz am 9. März in Venedig. Auf den Kanälen wurde ebenfalls der Betrieb eingestellt. Auch in Mailand herrscht Geisterstimmung: Die Galleria Vittorio Emanuele II, Italiens ältestes Einkaufszentrum. Auf den Strassen der Metropole sieht es ähnlich aus.

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Ferienreisen nach Italien sind derzeit für die meisten undenkbar. «Man kann niemanden mehr mit gutem Gewissen nach Italien schicken», sagt der Touristik-Ombudsmann Franco Muff zu 20 Minuten. Das Land ist wegen der massiven Ausbreitung des Coronavirus praktisch abgeriegelt.

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Was ist mit den gebuchten Ferien? Kann der Anbieter die Reise nicht durchführen, muss er sie erstatten. Er kann aber auch eine Alternative wie etwa eine Umbuchung auf einen späteren Zeitpunkt, eine andere Destination oder einen Gutschein anbieten, wie Muff weiter sagt.

Wer allerdings aus Angst vor dem Virus seine Ferien im bis jetzt weniger betroffenen Frankreich oder Spanien storniert, begeht eine einseitige Vertragsänderung und muss laut Muff die Kosten und anfallende Spesen zahlen. Muff empfiehlt darum verunsicherten Reisenden, mit den Anbietern zu sprechen und eine gemeinsame Lösung zu suchen.

Gelockerte Stornierungsbedingungen

Die Reiseanbieter zeigen sich aber meist kulant. In Zeiten, in denen Bilder von abgeriegelten Quarantäne-Hotels potenzielle Gäste verunsichern, haben viele Anbieter die Annullations- und Buchungsbedingungen gelockert. Damit wollen sie die Kunden zum Abschluss bringen. Je nach Veranstalter ist die Kulanz allerdings zeitlich beschränkt. Ausserdem kann sich das Angebot je nach Situation rasch ändern.

Reisebüros sind generell kulanter als Internetanbieter, wie Luc Vuilleumier, Präsident des Reisebüroverbands Swiss Travel Association, zu 20 Minuten sagt. «Wir werden seit Ausbruch des Coronavirus überrannt von Anfragen, weil die Kunden online keine Hilfe erhalten.»

TUI

Doch auch online findet sich Kulanz. Wenn Reisende ihren Trip aufgrund des Coronavirus nicht antreten wollen, können sie diesen bei TUI kostenlos stornieren, wie es auf der Website heisst. Das Angebot gilt für alle bis zum 18. April getätigten Buchungen der Marken TUI und Airtours und bis spätestens 14 Tage vor Abreise bis zum 30. April. Es gibt aber einige Ausnahmen. Bei bereits getätigten Buchungen oder bei Reisen mit Linienflügen gilt das Angebot beispielsweise nicht.

Booking
Bei Booking.com findet sich kein Hinweis zum Coronavirus. Wer nach Unterkünften in Mailand sucht und sich ein Angebot anschaut, bekommt stattdessen den bei Booking üblichen Hinweis, dass in den vergangenen Stunden eine bestimmte Anzahl Personen dasselbe Hotel gebucht haben. Eine Anfrage dazu an Booking wurde bis zum Abschluss des Berichts nicht beantwortet.

Airbnb

Beim Unterkunftsvermittler Airbnb können Gäste, die eine Wohnung in einer vom Coronavirus stark betroffenen Gegend gebucht haben, ohne zusätzliche Kosten stornieren. Der Gast erhält eine vollständige Rückerstattung inklusive der Gebühren, wie es auf der Website von Airbnb heisst. Das gilt auch für Gastgeber, die Gäste aus betroffenen Gegenden erwarten. Airbnb erstatte sämtliche Gebühren. Kostenlose Stornierungen sind auch in anderen Fällen möglich, etwa aufgrund von offiziellen Reisebeschränkungen oder wenn die Anreise vom Flug- oder Bodentransportanbieter gestrichen wurde. Wie lange das Angebot gilt, schreibt Airbnb nicht.

SBB

Die bei der SBB gekauften Billette nach Italien werden vollumfänglich erstattet. Die Sonderregel gilt vorderhand bis Mitte März, wie Sprecher Raffael Hirt zu 2o Minuten sagt. Anliegen zu Reisen in der Schweiz oder in andere Nachbarländer prüfe die SBB individuell.


«Zahlt meine Reiseversicherung, wenn ich nicht nach Italien reisen will?»
Epidemien oder Pandemien, wie es beim Coronavirus der Fall ist, wie auch behördliche Massnahmen und Anordnungen sind etwa bei der Allianz-Versicherung explizit ausgeschlossene Ereignisse. Das Unternehmen verkauft keine «Coronavirus-Versicherung», sagt ein Sprecher zu 2o Minuten. Alle anderen Leistungen einer Reiseversicherung würden aber selbstverständlich erbracht. Aus Kulanz übernimmt das Unternehmen aber bestimmte Leistungen, etwa wenn ein Reisender in Italien am Virus erkrankt ist, wie auf der Website des Unternehmens steht. Die Visana hingegen übernimmt die Annullierungskosten für Italienreisen. Reiseversicherungen können bei der Visana aber auch nicht mehr abgeschlossen werden, wenn das versicherte Ereignis bereits eingetroffen ist.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Francesca am 11.03.2020 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Booking.com

    Ich arbeite bei Booking.com Im Moment kann jede Buchung die über unsere homepage gebucht wurde kostenlos storniert werden in ganz Italien wenn die Einreise zwischen dem 23 Feb. Und dem 3. April liegt. Einfach den Kundenservice anrufen, die können weitere Auskunft geben.

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  • Domino am 11.03.2020 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Abgesehen von Italien

    ... gibt es keinen Grund, die Ferien zu stornieren. Die Ansteckungsgefahr ist im Ausland eher kleiner als in der Schweiz. Etwas egoistisch bin ich schon, vielleicht hat es Dank Corona an bestimmten Destinationen so wenig Touristen wie vor 15 Jahren.

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  • Nino de Angelis am 11.03.2020 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    We pray for Italy

    Wir schaffen es auch diesmal... Forza Amici

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Werner am 12.03.2020 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Läceherliches Problem.

    Haben die Leute keine anderen Probleme mehr?

  • beat graf am 12.03.2020 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    keine Stornierung

    Bis September dauert es noch ein bisschen. Man wird sehen.

  • Carlo am 12.03.2020 06:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Ihr müsst nicht meinen zuerst so arrogant Ferien zu buchen und jetzt, wo ein ein paar Kranke gibt, gleich wieder das ganze Geld zurück zu bekommen.

  • Kein booking.com für mich am 11.03.2020 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    Kein booking.com für mich

    Wie immer: booking.com sackt nur das Geld ein. Der Kundendienst ist katastrophal und geholfen wird überhaupt nicht.

    • I Chumme Drus am 12.03.2020 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kein booking.com für mich

      Dann buche einfach in Zunkunft eine Stornierbare Buchung. 20 Franken mehr und abgesichert und 24 Stunden vor Antritt stornierbar. Gruss von einer Hotelrezeptionistin

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  • B. Kerzenmacher am 11.03.2020 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Virus

    Empfehlenswert:: Keine Hamsterkäufe Wenn man keine Seife für andere Leute im Regal übrig lasst, können die sich nicht die Hände waschen und dann nützen die eigenen gewaschenen Hände gar nichts.

    • Serdi Bozkurt am 11.03.2020 18:02 Report Diesen Beitrag melden

      Ja Boris ist gut..

      .. Danke für deine Weise Empfehlungen. Ohne dich wären die Leute nie darauf gekommen.

    • War ja klar am 12.03.2020 16:46 Report Diesen Beitrag melden

      Panik Prepper vs echte Prepper

      Und genau die sind es, die die "gestörten" Prepper vor wenigen Monaten noch verspotteten- und nun sind sie selber welche, aber keine echten halt.

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