Gesucht wird

21. April 2019 19:43; Akt: 21.04.2019 19:43 Print

So schräg sind Schweizer Jobinserate

von S. Spaeth - Unklare Jobtitel oder lustige Vertipper von «Verkackungsindustrie» bis «Weiberbildung»: Unter Schweizer Inseraten gibt es viele witzige Perlen.

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Gesucht wird ein «attraktiver Bauführer», ein «007 des Verkaufs» oder ein «Jäger des verlorenen Schatzes». Alles klar? Fühlen Sie sich angesprochen? In Jobinseraten auf Schweizer Firmenwebsites haben sich etliche schräge Formulierungen, Tippfehler oder wirre Berufsbezeichnungen eingeschlichen. Aufgefallen sind sie dem Team der Firma Jobchannel, die daraus ein Buch gemacht hat.

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Jobchannel betreibt eine Reihe spezialisierter Job- und Fachplattformen. Dazu scannt eine Software 24 Stunden am Tag Firmenwebseiten nach offenen Stellen und stellt sie in den entsprechenden Rubriken dar. «Unser Roboter stösst ab und zu auf Fehler oder Unklarheiten, etwa weil er den Job aufgrund einer zu kreativen Bezeichnung nirgends zuordnen kann», sagt Projektleiterin Carole Kläy zu 20 Minuten. Hier komme dann der Mensch ins Spiel, der Inserate interpretieren könne. Jobchannel greift offene Jobs bei mehreren Tausend Unternehmen ab.

Nur anonymisierte Angaben

Für Jobchannel ist das Buch «Skurrile Stellenanzeigen und wie man es richtig macht» einerseits ein Marketinginstrument. «Andererseits wollen wir aufzeigen, wie wichtig ein ansprechendes Jobinserat im Rekrutierungsprozess ist», so Kläy. Stelleninserate sind so etwas wie die Visitenkarte eines Unternehmens – Fehlerfreiheit ist darum das A und O: «Schon ein kleiner Tippfehler kann Unprofessionalität ausdrücken und Bewerber abschrecken», heisst es denn auch in der Einleitung.

Die Firmennamen sind im Buch anonymisiert, alle Inserate sind aber tatsächlich so erschienen (siehe Diashow). «Wir wollen niemanden an den Pranger stellen oder uns über jemanden lustig machen. Es geht uns darum, aufzuzeigen, wie man es besser macht», sagt Kläy. Die Projektleiterin hat die schrägen Inserate während der letzten zwei Jahre gesammelt. Die eigentliche Buchproduktion begann im vergangenen September. Das Buch kann über die Website von Jobchannel ab sofort bestellt werden.

Steigt die Fehlerquote?

Hat die Qualität der Jobinserate in den letzten Jahren zu- oder abgenommen? Darauf hat Kläy keine Antwort, weil dies nicht gemessen worden sei. Klar sei aber, dass die Zahl der Stelleninserate in den letzten Jahren wegen des Fachkräftemangels zugenommen habe. «Dadurch steigt automatisch die Anzahl weniger idealer Stelleninserate», so Kläy.

Schon fast abschreckend wirken in gewissen Inseraten die hohen Anforderungen an die Bewerber. «Ein Unternehmen möchte immer den perfekten Kandidaten finden. Das ist aber ein Idealtyp und meist nicht sehr realistisch», sagt Expertin Kläy und spricht von einer Gratwanderung für die Firmen. Wenn die Anforderungen zu tief seien, würden sich zu viele Leute mit unpassenden Fähigkeiten bewerben. Für Jobsuchende gilt die Faustregel: Eine Bewerbung lohnt sich, wenn man 80 Prozent der Anforderungen erfüllt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manatee11 am 21.04.2019 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist Euch langweilig?

    Mir auch, deshalb lese ich diesen obsoleten Artikel.....

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  • N.D. am 21.04.2019 20:18 Report Diesen Beitrag melden

    Boykott

    20-25 steht im einten Inserat. Wie kommt man eigentlich auf diese 5 Jahre Zeitspanne? Hat das nicht zufälligerweise damit zu tun, dass die Leute in diesem Alter keine PK zahlen müssen? Solche Firmen sollte man echt boykottieren!!

  • ~BlaueMauritius am 21.04.2019 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön uns gut..

    Ist ja alles schön und gut aber am Ende wollen alle Unternehmen das selbe.. Jahrelange Berufserfahrung, aber dennoch am liebsten von der Uni (Zielkonflikt)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • dr. pepper am 22.04.2019 14:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    genau

    aber kosten soll die wollmilchsau dann lieber doch nix. aber auspressen lassen wie ne zitrone soll sie sich. und mit 4 wochen urlaub im jahr soll sie gefälligst zufrieden sein. ihr könnt mir bleiben wo der pfeffer wächst!

  • Tatortreiniger, Sebastian am 22.04.2019 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    crime scene cleaner

    Meine Berufsbezeichnung ist auch crime scene cleaner.

    • IV-Bezüger Burim am 22.04.2019 14:47 Report Diesen Beitrag melden

      @ Tatortreiniger

      Hut ab, dass Sie einen solchen Job machen, ich könnte das nicht.

    • Murat am 22.04.2019 14:52 Report Diesen Beitrag melden

      @ Burim

      Auch als IV-Bezüger kann man sich umschulen lassen.

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  • Spassvogel am 22.04.2019 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schräg? Nein kreativ

    Ich finde die meisten Inserate sehr kreativ Einheitsbrei gibt es schon genug.

  • Francesco S. am 22.04.2019 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Oberpeinlich

    sondern im höchsten Masse unprofessionell! Und wenn ich in den ersten 2 Sätzen des Stelleninserats bereits 5 Grammatik- oder Ortographiefehler finde, dann weiss ich ja mit wem ichs zu tun habe. Verzichte Dankend!

    • Arbeitgeber am 22.04.2019 15:15 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht besser

      Selbst in Ihrer Überschrift hat es einen Fehler. Einen solchen Arbeitnehmer würde ich nie wollen.

    • Xavier P. am 22.04.2019 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Francesco S.

      ... ausserdem heisst es Orthografie... sorry, Fehler unterlaufen allen. Aber wer andere für Fehler kritisiert, die er selbst begeht, hat sehr, sehr rasch ein Glaubwürdigkeitsproblem.

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  • Bewerber mit Humor am 22.04.2019 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    was wohl passiert (o;

    wenn man genauso wie im Inserat antwortet? z.B. kann zwar noch keine Eier legen aber im Dauerbrüten bin ich absolut Spitze oder als fleissiges Bienchen suche ich eine Dauerstelle, tauge im Akutfall nicht als Eintagsfliege... vielleicht steche ich ja so heraus und bekomme manchen Job auch ohne alle nötigen Qualifikationen. Man soll sich ja als Bewerber von den 100 anderen abheben (o:

    • Rolf Müller am 22.04.2019 19:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Bewerber mit Humor

      Gute Idee, gefällt mir. Aber wenn man auf die 60 geht wird auch das kaum helfen. Ich persönlich muss mich zum Glück nirgends mehr bewerben. Selber angefangen und es läuft gut.

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