Cambridge Analytica

21. März 2018 11:33; Akt: 21.03.2018 11:41 Print

Darum gehts beim Daten-Skandal um Facebook

von R. Knecht - Facebook steht am Pranger. Cambridge Analytica verschaffte sich 50 Millionen Datensätze vom sozialen Netzwerk – mittels einer Quiz-App.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein Datenskandal bei Facebook hat weltweit für Aufruhr gesorgt. Die britische Analysefirma Cambridge Analytica (CA) verschaffte sich über das soziale Netzwerk Zugriff auf Daten von Millionen von Nutzern. Dabei handelt es sich aber nicht um ein Datenleck im eigentlichen Sinne, sondern CA hat das App-System von Facebook ausgenutzt, um an die Daten zu kommen.

Umfrage
Wollten Sie Ihr Facebook-Profil schon mal löschen?

Dies geschah über eine Persönlichkeitsquiz-App. Aleksandr Kogan, Dozent an der Universität Cambridge, entwickelte die App namens Thisisyourdigitallife (das ist dein digitales Leben) und bot amerikanischen Facebook-Nutzern zwischen 1 und 2 US-Dollar an, wenn sie die App herunterladen und nutzen. Laut der «New York Times» haben dies etwa 270'000 getan.

Der Knackpunkt: Die App sammelte über die Facebook-Schnittstelle nicht nur die Daten des Nutzers, der sie heruntergeladen hatte, sondern auch von dessen über Facebook verbundenen Freunden. Darum kam Kogan an Daten von etwa 50 Millionen Benutzern, von denen die meisten gar nicht wissen konnten, dass ihre Informationen zugänglich waren.

CA erhält sämtliche Daten

Der Dozent gab die Daten an CA weiter. Das Unternehmen nutzte sie mit dem Ziel, die US-Wahlen 2016 zu beeinflussen. In Reaktion auf diese Enthüllungen sperrte Facebook CA von seinen Diensten, sodass diese Art, an die Daten zu kommen, dem britischen Unternehmen nun verwehrt bleibt.

Facebook betonte, dass es sich bei der Vorgehensweise von CA nicht um einen Hacker-Angriff oder Diebstahl handle. Trotzdem steht Facebook in der Kritik: Das Geschäftsmodell von Facebook basiere auf Überwachung, schreibt die «New York Times».

US-Investoren haben gegen Facebook eine Klage eingereicht. Die Aktionäre machen geltend, dass die Konzernführung sie über die Fähigkeiten in die Irre geführt hat, die Daten der Facebook-Nutzer zu schützen.

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tanja am 21.03.2018 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Gelöscht

    Habe das schon lange gemacht und mich immer wieder gefragt, wer dieses nutzlose Spionteil überhaupt noch braucht?!

    einklappen einklappen
  • gstar am 21.03.2018 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    was neues kommt

    Geht keine 5 Jahre mehr, dann wird Social Media in der Form wie wir es jetzt kennen ungefähr so wichtig sein wie eine Keule aus der Steinzeit. Nämlich garnicht ausser evtl. museumswürdig. Die Firmen gehen und irgend ein neuer Kram wird kommen.

    einklappen einklappen
  • Chris K am 21.03.2018 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt

    Absolut Richtg! So ein Saftladen

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Vorname/Name am 22.03.2018 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Titel

    Bleibe vorerst bei FB und vertraue den Rechtsstaat. Solang hier nicht irgendwelche Umstürzler und Wutbürger ein radikales Regime wählen, haben wir immernoch funktionierende Gesetze, ganz gleich was auf FB so manchmal von kleingeistern und ausländischen Fakeprofilen gepostet wird.

  • Eugman am 22.03.2018 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kleines Leck

    50 Mio. von den 2 Mrd. Usern?...da gehört doch keiner von uns dazu. Wir sind doch kein attraktiver Fb-Markt.

  • E.T. am 22.03.2018 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Problem?

    Wo liegt das Problem? Wenn die Amis sich ausspionieren lassen, liegt das wohl an den Betreibern. Die UK-Agentur hat nur genutzt, was nutzbar war. Zuckerberg ist der alleinige Schuldige, dem Trump viel zu verdanken hat. Vielleicht tut Trump nichts gegen Zuckerberg, weil die Beziehungen zu Israel viel zu wichtig für die USA sind.

  • adhd am 22.03.2018 07:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Manipulation

    Sollte ganz verboten werden, wer schon so leicht und locker mit Daten umgeht. Erst Wahlen Manipulieren, durch den Datenklau und das nächste mal überspitzt gesagt den 3 Weltkrieg anzetteln...

  • Meier am 22.03.2018 06:56 Report Diesen Beitrag melden

    facebook offline

    schon passiert, jetzt scheint es offline zu sein...