Leser-Geschichten

25. Juli 2018 10:20; Akt: 25.07.2018 10:20 Print

«Franz Carl Weber ist nicht mehr das, was er mal war»

von R. Knecht - Der Franzki ist wieder in Schweizer Hand. So erinnern sich die Leser an Franz Carl Weber und ihre Kindheit im Spielwarengeschäft.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Franz Carl Weber (FCW) hat den Besitzer gewechselt. Damit ist der Spielwarenladen nach über zehn Jahren nun wieder in Schweizer Händen. Eine Investorengruppe um FCW-Chef Yves Hugo Burger hat den Spielwarenhändler von der angeschlagenen französischen Ludendo-Gruppe gekauft. Ausser Burger sitzen im Verwaltungsrat Marcel Dobler, FDP-Politiker und Digitec-Mitgründer, sowie Florian Sieber, der die deutsche Simba Dickie Group vertritt.

Umfrage
Wirds mit Franz Carl Weber jetzt bergauf gehen?

Für viele Leser steht das Schweizer Traditionshaus für wunderbare Kindheitserinnerungen. Vom heutigen FCW sind allerdings nicht alle noch gleich überzeugt. Eine Sammlung von Leser-Geschichten:

«Heute gehe ich mit den Kindern»
Karolina S.*: «Ich bin überglücklich, dass FCW wieder schweizerisch ist. Als Kind war ich oft dort, sei es, um Geschenke zu kaufen oder einfach zum Träumen. Ich fand immer etwas, was mir Spass machte. Nun bin ich 40 und habe selbst drei Kinder. Wir waren auch schon oft im FCW und irgendwie war der Zauber immer dabei. Das sind einfach nur schöne Erinnerungen.»

«FCW ist so gut wie tot»
Marius N.*: «Die Marke FCW bedeutet mir schon lange nichts mehr. Solche Spielwarengeschäfte sind in Zeiten von Amazon so gut wie tot. Früher war es ein Highlight, wenn der FCW zu Weihnachten in Zürich schön dekoriert war. Aber man kann dort halt nicht mehr existieren, wenn das Geschäft nur drei oder vier Wochen im Jahr läuft. Wenn man jetzt noch versuchen würde, aus einem Ladengeschäft ein FCW-Online-Paradies zu machen, dann wäre die Marke endgültig wertlos. Ich bin 45 Jahre alt und wir kaufen Spielsachen für unsere Kinder längst online. Wir tun uns doch den Stress an Geburtstagen und zu Weihnachten nicht mehr an. Man muss auch wissen, wann etwas zu Ende geht und frühzeitig ausscheiden.»

«FCW-Mitarbeiterin ist jetzt Gotti meines Sohnes»
Alexandra P.*: «Toll, dass der FCW wieder in Schweizer Hände kommt! Ich habe vor vielen Jahren dort gearbeitet, als er noch zur Denner-Gruppe gehörte und deutlich mehr Filialen hatte. Wir waren eine richtige FCW-Familie, standen hinter der Firma und den Produkten. Die Mitarbeiter im Verkauf waren mit Herz und Seele dabei und haben die Kunden mit Kompetenz und Wissen beraten. Das war eine der schönsten Zeiten in meinem Arbeitsleben! Eine damalige Arbeitskollegin ist heute Gotti meines zweiten Sohnes. Ich wünsche dem FCW, dass er an diese Zeiten anknüpfen kann.»

«Wir könnten genauso gut in den Toys R Us gehen»
Mira V.*: «Ich habe zwar viele Kindheitserinnerungen an den FCW, heute ist das Geschäft aber nicht mehr, was es mal war. Früher war es eine Märchenwelt, heute ist es einfach ein weiterer Laden mit Spielzeuggestellen. Da ist nichts Magisches mehr dran. Ich gehe mit meinen Kindern nicht mehr dorthin. Wenn ich ihnen heute sagen würde, dass wir in den FCW gehen, wäre das nichts Spezielles mehr. Da könnten wir genauso gut in einen Toys R Us gehen. Es ist schade, dass sich das Traditionshaus so verändert hat.»

«Kaum öffnete der Laden, waren wir drin»
Rebecca H.*: «Jeden Samstag ging ich mit meiner älteren Schwester in den FCW. Kaum hatte der Laden offen, waren wir drin. Wir spielten Playstation oder Nintendo im Geschäft. Ausserdem gab es noch eine Rutsche vom zweiten Stock bis zum Eingang und eine Kugelbahn. So was hatten wir zu Hause nicht. Wir waren nicht die einzigen Kinder. Ich glaube, die Verkäuferinnen ärgerten sich ein bisschen über uns. Wir haben dann etwas Kleines gekauft, um sie zu besänftigen.»

«Die Lok kostete plötzlich mehr»
Marco J.*: «In der ersten Klasse sparte ich wie wild für eine Märklin-Lok. Als ich die 133 Franken endlich zusammenhatte, wollte ich voller Stolz die Lok kaufen. Leider kostete sie inzwischen 166 Franken. Ich brach in Tränen aus. Der Verkäufer hatte Mitleid mit mir und verkaufte mir die Lok für 133 Franken. Das werde ich nie vergessen. Es ist inzwischen über 40 Jahre her und die Lok würde ich nie mehr hergeben.»

«Ich gab mein Essensgeld für Spielzeug aus»
Zoli S.*: «Ich ging früher nach der Schule auf dem Heimweg in den FCW und kaufte mir Modellbausätze. Das Geld sparte ich mir zum Teil von meinem Essensgeld – wörtlich vom Mund – ab. Der Laden war für Kinder ein Spielzeug-Schlaraffenland. Man sah überall leuchtende Kinderaugen.»

*Name geändert

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi am 25.07.2018 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Geiz ist geil....

    Heute im Zeitalter von chinesischem Spielzeug, wo keiner mehr bereit ist, ein bisschen mehr zu bezahlen, oder wo man direkt das Spielzeug im Internet bestellen kann, haben es Läden wie FCW schwer. Die Leute stecken ihr Geld lieber in ihren 5.0 Liter SUV, damit kann man noch richtig angeben, aber mit Spielzeug wird das schwierig.

    einklappen einklappen
  • Göttibueb am 25.07.2018 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Rutschbahn im FCW Bern - Kult

    Kult war im FCW in Bern die lange Rutschbahn im Laden zwischen den Stockwerken.

    einklappen einklappen
  • Lucius am 25.07.2018 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    schöne zeit

    Ich, 23, kaufe alles online, aber wenn ich nach der arbeit etwas zeit habe gehe ich beim fcw vorbei und schwelge in erinnerung. Manchmal kaufe ich auch etwas nur um das Kind in mir glücklich zu machen. Also meine Kinder werde ich bestimmt auch ins fcw mitnehmen

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • panthomas am 26.07.2018 14:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wird toll werden!

    Und genau die Erinnerungen an Franz Carl Weber muss der heutige Eigentümer umsetzen. Rutschbahnen aus dem 2 Stock, Eisenbahnen die laufen, Rennbahnen die Funktionieren und das Kind im Manne wecken. Die Kinde und Erwachsene sollten wieder im Laden animiert werden zum Spielen und verweilen. Retrospielsachen nicht nur das Neue, auch wieder das alt entdeckte. Ihr werdet es erleben, das Grossväter mit Ihren Enkel wieder einkaufen gehen :-). Ich freu mich auf eine tolle Zeit mit dem neuen FCW

  • Spielzeugfreak am 26.07.2018 06:26 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Diversion mehr

    Früher machte es Spass, in die verschiedenen Läden zu gehen und das Spielwarensortiment in Augenschein zu nehmen. Zuerst im Coop, dann in den Manor, dann in den FCW. Und man sah eeigentlich immer neue Spielzeuge. Heute kannst Du in eine Spielwarenabteilung eines beliebigen Geschäfts gehen und hast damit alle gesehen. Immer das selbe Sortiment. Das ist echt traurig.

  • Nocciola am 25.07.2018 23:57 Report Diesen Beitrag melden

    Online wegen Stress?

    Man muss sich halt nicht 2 Tage vor Weihnachten die Zeit nehmen um den Kindern, Enkeln, oder Patenkinder Geschenke zu kaufen. Man kann ja im Oktober per äxgüsi fragen, im November eingekaufen und kann den ganzen Dezember stressfrei aufs Christkind warten. Also für all jene die nocch Geschenke machen.

  • Reto am 25.07.2018 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wikipedia sagt...

    ...dass das Schweizer Traditionsunternehmen von einem Deutschen gegründet wurde! Skandal! Jetzt schnappt uns der grosse Nachbar sogar schon die Traditionsunternehmen weg?! Und: FCW ist tot. Dobler wird nun noch ein paar Scheinchen rauspressen (weil auf den Kopf gefallen ist er ja nicht) und dann geht der Laden zurück an einen anderen Investor oder den Konkursverwalter.

  • Max Grill am 25.07.2018 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Charme im Laden

    Online kaufen und im Laden kaufen sind Zweierlei. Die ganze Stimmung und Spannung fehlt beim Onlinekaufen. Als Kind durfte man alles anschauen und dann etwas aussuchen was passen könnte. Traurig wenn Eltern diese Charme ihren Kindern wegnehmen.