Weltwährung Libra

19. Juni 2019 21:26; Akt: 20.06.2019 07:41 Print

So ändert das Facebook-Geld deinen Alltag

von Isabel Strassheim - Kaffee bezahlen, Geld wechseln oder Kredit aufnehmen: Der Libra hat das Zeug zur Weltwährung. So dürfte die Zukunft mit dem Facebook-Geld aussehen.

Die Schweiz als Heimat der Weltwährung: So erklärt Facebook die Organisation des Libra. (Video: Facebook)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Facebook will eine Weltwährung schaffen. Anfang 2020 soll sie an den Start gehen. Wie das Leben mit Libra statt Franken konkret aussehen dürfte, skizziert 20 Minuten schon jetzt.

Umfrage
Freust du dich auf das Facebook-Geld?

Zahlen beim Einkaufen

Die Preise im Café oder Supermarkt sind zwar noch in Franken angeschrieben, aber geht es nach Facebook-Chef Mark Zuckerberg, zahlen wir künftig in Libra. Und das geht dann so: Wir zücken an der Kasse das Smartphone und öffnen die digitale Wallet namens Calibra (eine Facebook-Tochterfirma). Die Verkäuferin wickelt dann per QR-Code-Scan die Bezahlung in Sekundenschnelle ab. Wovon wir nichts merken: Der Umtausch von Franken in Libra, denn der Betrag an der Kasse ist ja in Franken ausgewiesen, aber die Calibra-Wallet lautet auf Libra. Facebook geht es nicht nur ums bargeldlose Bezahlen, sondern auch ums Bezahlen mit seiner Kunstwährung Libra. Und das geht überall auf der Welt.

Geldwechseln

Wo immer auf der Welt Facebook-Fans zahlen, sie tun das nur in Libra. Die elektronische Wallet reist mit. Wichtig ist nur, dass das Smartphone auch im Ausland Internetzugang hat. Was Facebook verspricht, ist eine stabile Weltwährung. Denn die Rechnungseinheit Libra ist mit einem Korb aus unterschiedlichen nationalen Währungen wie Dollar, Euro oder Franken sowie auch kurzfristigen Staatsanleihen und anderen Vermögensanlagen hinterlegt. Die nationalen Währungen sollen beim Bezahlen mit Libra selbst zwar keine Rolle mehr spielen, sie werden jedoch noch als Absicherung genutzt.

Geld überweisen

Facebook Messenger oder Whatsapp sind das «Internet des Geldes» (so Facebook): App aufrufen, Betrag eintippen, ein paar Worte oder Emoticons dazu und zwischen den Nutzern fliesst Geld hin und her. Ein Bankkonto braucht es weder beim Absender noch beim Empfänger, und es ist auch egal, in welchem Land beide leben. Laut Facebook sollen hohe Gebühren entfallen. In Staaten mit stark schwankenden oder schwachen Währungen kann das Ausweichen auf Libra-Überweisungen eine wichtige Alternative sein, denn der Wechselkurseffekt wird abgemildert.

Kredit aufnehmen

Facebook will nicht nur den Geldtransfer bieten, sondern auch «günstiges Kapital». So hat es Mark Zuckerberg im aktuellen Whitepaper angekündigt. Die Details dazu sind nicht bekannt. Vorstellbar wäre: Statt mit Zinsen könnte der Kredit mit Daten bezahlt werden. Nicht ausgeschlossen, dass ich fürs Borgen von 1000 Libra für drei Monate Facebook die Daten zu meinen Libra-Transfers der letzten drei Monate zur Nutzung preisgeben muss.

Sparen

Sparzinsen gibt es nicht, denn Facebook ist keine Bank. Aber wer in Libra spart, muss sich nicht unbedingt Sorgen machen, dass die Inflation das Ersparte wegfrisst. Was bleibt, ist allerdings wie bei Banken auch das Gegenparteirisiko: Im Fall der Pleite von Facebook oder eines Crashs des Libra-Systems ist das Geld weg.

Der Haken

Nicht nur Taschendiebe können ans Handy gelangen, sondern vor allem auch Hacker ans digitale Geld. Beim Libra geht es aber nicht nur um Hackerangriffe, sondern um die prinzipielle Frage, wer Zugriff hat auf unsere Daten. Facebook selbst will die Geldtransaktionen von den Social-Media-Anwendungen trennen und hat nach eigenen Angaben keinen Zugriff auf diese Daten. Fest steht jedoch: Diese Informationen sind wertvoll.

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • gogg am 19.06.2019 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hört auf

    Hört auf, diesen Müll zu promoten! Wenns nur noch eine Währung gibt, wer sitzt dann wohl am langen Hebel? Nicht mehr immerhin eine Gruppe, sondern eine einzige Person. So viel Macht darf niemand haben. Als nächstes kommt Facebook mit dem Chip-Implantat an. Alle deine Daten, dein Geld, deine Identität, dein Kaufverhalten, alles auf einem Reiskorn grossen Chip. Sowas muss im Kern erstickt werden. Wenn es sich ausbreitet, ist es nicht mehr zu stoppen.

    einklappen einklappen
  • Derektaan am 19.06.2019 21:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "stabile" währung

    man braucht also ein smartphone für diese "stabile" währung? was ist denn, wenn ich keinen akku mehr habe? das handy spinnt? doch kein internet vorhanden ist? oh wie ich schon jetzt auf diese stabile währung freue..

    einklappen einklappen
  • Back to the Future am 19.06.2019 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Libra

    Irgendwann haben wir, wie die Hunde einen Chip implantiert! Mit Geld drauf, das nicht existiert! Dann Lebenszeit! Wenn du arbeitest oder irgen welche Geschäften nach gehst, ist's gut! Wenn du dann dich entscheidest nichts mehr zutun und auf Risiko gehst erlischt dein Guthaben und du stirbt! War schon in einen m Film so, warum nicht in der Realität?? Gruss aus der nahen Zukunft!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gebirgsjager am 20.06.2019 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefahr bannen

    Eine reelle Gefahr für die Weltwirtschaft und den Weltfrieden! Totaler Bockmist! Währungen dürfen nur Staaten Herausgeber, die mit reellen, nicht fiktiven Werten hinterlegt sind. So ein gefährlicher Schwachsinn kann Kriege auslösen!

  • Peter der Reiche am 20.06.2019 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    YT: Goldschmied Fabian

    Freemann: Gib mir die Macht über das Geld und mir ist es egal wer die politische Macht hat. Henry Ford: Wenn die Leute wüssten wie das Geld funktioniert, wir hätten den grössten Massenaufstand aller Zeiten an der Hand. Also Libra Leute, schlaft bitte weiter.... geht ins Hamsterrad, "wir" richten das schon. Denn Geld ist Vertrauen und nichts anderes, denn gedeckt ist es schon lange nicht mehr!

  • Helene am 20.06.2019 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein, nein

    Da kauf ich mir lieber einen kleinen Berg Zucker.

  • Rem am 20.06.2019 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wahl

    Am Ende haben wir selbst die Wahl mitzumachen oder nicht.

  • Libra ist am 20.06.2019 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    nicht Facebook

    Der Coin ist von der Libra Association, welche eine Netzwerk von 27 Firmen hat, darunter Visa, Mastercard, Uber, Spotify, Paypal, Vodafone, bis zum Launch sollen es 100 sein. Klar wird es unter anderem auch über WhatsApp und Facebook nutzbar sein, aber es ist weit mehr als dies.