Gewerkschafts-Forderung

11. Juli 2017 09:53; Akt: 11.07.2017 13:11 Print

So stark soll der Lohn in bestimmten Jobs steigen

Rund zwei Prozent mehr Lohn fordern die Gewerkschaften in der aktuellen Lohnrunde. Die Frage ist: Stimmen die Arbeitgeber zu?

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Gewerkschafter Paul Rechsteiner im Inteview (Quelle: SDA)

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«Anständige Lohnabschlüsse, die allen Arbeitnehmenden zu Gute kommen»: Das fordert der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) für die Lohnrunde 2018. Nur mit Lohnerhöhungen von 1,5 bis 2 Prozent, was bei einem Medianlohn von 6500 Franken bis zu 130 Franken sind, könnten die steigenden Kosten, etwa bei den Krankenkassenprämien, aufgefangen werden. Die Forderungen im Überblick.

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Bauhauptgewerbe: 150 Franken mehr
Laut Gewerkschaften boomt die Baubranche seit Jahren, die Umsätze steigen und die Auftragsbücher sind voll. Doch weil die Baumeister generelle Lohnerhöhungen seit drei Jahren verweigerten, spürten die Arbeiter die hohen Mieten und die steigenden Krankenkassenprämien. Der Mindestlohn für einen gelernten Bauarbeiter in Zürich beträgt derzeit 5553 Franken pro Monat. Bei einer Lohnerhöhung von zwei Prozent hätte er 111 Franken mehr zur Verfügung – die Gewerkschaften wollen hier sogar mindestens 150 Franken mehr. Nötig ist laut Unia zudem, dass die Arbeitgeber einen Beitrag an die Krankenkassenprämien zahlen.

Industrie: 83 Franken mehr
Da die Lohndiskussionen im Bereich Industrie erst im Herbst beginnen, legen sich die Gewerkschaften noch nicht auf konkrete Zahlen fest. Anständige Lohnerhöhungen seien aber auch in der Industrie nötig, daher würden sich die Forderungen ebenfalls in der Bandbreite von 1,5 bis 2 Prozent bewegen. Der Mindestlohn für einen gelernten Industriearbeiter in Zürich beträgt 4'150 Franken. Bei einer Lohnerhöhung von zwei Prozent wären das 83 Franken mehr.

Detailhandel: 63 Franken mehr
«Auch im Detailhandel ist die Arbeitsproduktivität in den letzten Jahren stark gestiegen», schreiben die Gewerkschaften. Trotzdem bleibe der Detailhandel eine Tieflohnbranche. Deshalb sei eine Lohnerhöhung von 1,5 Prozent angezeigt. Der Mindestlohn für Coop-Verkäufer beträgt beispielsweise 4'200 Franken. Akzeptieren die Arbeitgeber die Forderungen der Gewerkschaften, erhalten die Mitarbeitenden 63 Franken pro Monat mehr.

Gastgewerbe: 82 Franken mehr
Hier fordert die Gewerkschaft Unia eine Lohnerhöhung von zwei Prozent, «da die unvermindert Krankenkassenprämien und die Wohnungsmieten belasten die tiefen Einkommen ganz besonders» belasteten. Zudem könne die Branche die dringend benötigten qualifizierten Arbeitskräfte nur halten, wenn die Lohn- und Arbeitsbedingungen attraktiver würden. Ein Koch, der die berufliche Grundbildung absolviert hat, erhielte somit 82 Franken mehr (Mindestlohn 4'120 Franken).

Private Sicherheitsbranche: 49 Franken mehr
Der Mindestlohn für private Sicherheitsleute, die eben in den Beruf eingestiegen sind, soll um einen Prozent angehoben werden. Ausserdem braucht es laut Gewerkschaften gezielte Lohnerhöhungen für Teilzeitmitarbeitende und Aushilfen. Ein Securitas-Mitarbeiter im ersten Dienstjahr erhielte somit 49 Franken mehr Lohn.

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 1244@ am 11.07.2017 10:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldgierige

    Bestes Beispiel bei der Post. Geschäftsleitung bekommt eine erhöhung von 16%(!) Normale Mitarbeiter gar nichts oder 0,4% Das ist moderne sklaverei

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  • M.Furrer am 11.07.2017 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Schön wäre es ja, aber...

    Immer wird von mehr Lohn gesprochen. Meine Erfahrung ist aber die, dass die Löhne immer mehr sinken. :-(

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  • André Schmid am 11.07.2017 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lohn

    Ja, die Lebenserhaltungssystem wird teurer ... nur, komisch, wie ist das mit mir?? Wird das nicht Teurer bei Rentner?? Wunderbar, die Oblig. KK schlägt bei mir also nicht auf... Danke vellmal.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Realist am 18.07.2017 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Moderne Sklaverei

    Wir Büetzer sollten dieses Jahr auf die Lohnerhöhung welch nicht mal die reale Inflation ausgleicht (ca 5%) verzichten, jedoch sollten die grossen Löhne derer welche über unsere Löhne bestimmen so gekürzt werden das sie max. 25% über unseren sind. Villeicht sehen sie dann das mann als Arbeiter mit Familie kaum noch über die Runden kommt.

  • Martial2 am 14.07.2017 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweischneidiges Schwert...

    Wer möchte nicht endlich eine Lohnerhöhung? Dann muss man sich fragen den Ausland gegenüber ob die Schweiz noch kompetitiv ist oder ob diese Firmen nicht besser ins Ausland auswandern. Man kann nicht sehr teuer verkaufen weil die Löhne hoch angesetzt sind, während in anderen Länder, z.B. Osteuropa für einen Drittel produziert wird.

  • Unnutz am 12.07.2017 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    falsche Erwartungen

    Überlegt doch mal. Die meisten, die hier ihren Unmut verkünden, arbeiten in einer Grossfirma oder Konzern. In den letzten 6 Jahren wurden zwar in den Topetagen die Löhne und Boni beinahe verdoppelt. Bei den eigentlich produktiven Arbeiterklasse passierte gar nichts. Es wurde auch viel verlagert und abgebaut. Mehr leisten mit weniger Personal, Hilfsmittel u. Unterstützung. Eigenverantwortung wird grossgeschrieben, hört aber in der Teppichetage auf. Es wird ein Gewinn durch Verlagerung u. Entlassungen generiert. Wenn dann aber nichts mehr zu entlassen ist, ist die Zitrone leer...

    • Martial2 am 14.07.2017 22:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Unnutz

      Sehr richtig und klar kommentiert. Das ist in der Schweiz nun mal so, interessant wäre zu wissen, wie unsere Nachbarländer handeln. Man hört zu wenig bis gar nichts!!

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  • Katja Wohmann am 12.07.2017 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Verrückte Welt, Draghi druckt Geld damit

    die Teuerung angekurbelt werde, die Gewerkschaft verlangt darauf mehr Geld damit die Teuerung ausgeglichen werde und die Sparer sehen der Altersarmut entgegen, weil es keinen Zins gibt. Wer stellt diesen Wahnsinn endlich mal ab? Unsere Politiker? Bestimmt nicht, denn mit der Inflation haben Reiche weniger Schulden durch Umverteilung und das bezahlen wieder die Unterschicht, aber die gehen ja auch nicht wählen....

  • Cavi33 am 12.07.2017 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewerkschaftsfurz

    Löhne bleiben gleich, wie seit Jahren. Wenn mehr Lohn wird eine Nebenleistung gestrichen, Real ist dann eh nichts mehr übrig.